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Bejubelt im Stadtpark: Hamburg und Tocotronic feiern ’ne wilde Geburtstagsparty

Llinks singt Dirk von Lowtzow und spielt Gitarre, rechts Jan Müller am Bass
Stark! Tocotronic – links Dirk von Lowtzow, rechts Jan Müller – am Samstag im Stadtpark
Foto: Fabian Lippke

Ein Jahr nach ihrem unvergesslichen Stadtpark-Konzert kehrten Tocotronic zurück auf die Open-Air-Bühne in Barmbek – und bescherten den 3000 Fans in der nicht ganz ausverkauften Location wieder einen gigantischen Abend. Die Indie-Rock-Veteranen feierten ihren 30. Geburtstag mit super Musik, politischer Haltung und ganz viel Hamburg-Liebe. Da tanzte sogar der Kanzleramtsminister ganz vorne mit.

Kann das nochmal so geil werden? Eine Frage, die den ein oder anderen Tocotronic-Fan vor dem Konzert am Samstagabend umgetrieben haben dürfte. Vor einem Jahr spielten Tocotronic ein magisches Konzert nur mit Liedern aus ihrer Gründungszeit. „Der Abend im letzten Sommer im Stadtpark war wirklich magisch“, hatte Tocotronic-Frontman Dirk von Lowtzow vor dem Gig noch gesagt. Doch auch an diesem Samstag gab es Tocos in absoluter Bestform – trotz grauem Himmel und gelegentlichem Regen, der den Fans aber absolut nichts ausmachte. Da wurde dann eben schnell das Regen-Cape über das Band-Shirt geworfen und vorne an der Bühne sowieso einfach weiter gesprungen und getanzt.

Tocotronic auf der Freilichtbühne im Stadtpark

Fast zwei Stunden spielten sich die Indie-Rock-Veteranen mit „Hi Freaks“, „This Boy Is Tocotronic“ und „Explosion“ durch die Lieder ihrer 30-jährigen Geschichte, die 1993 in einem Bunker in Eimsbüttel begann. Mehrfach bedankten sich Dirk, Jan, Arne und Rick bei ihren Fans, nicht nur für die Glückwünsche zu ihrem 30. Jubiläum, sondern auch für die jahrelange Treue – und das trotz ihres Umzuges nach Berlin: „Ganz, ganz ehrlich und vom tiefsten Herzen: Wir lieben Euch“, so von Lowtzow, der immer wieder alles gab. Der Abend zweifelsohne die große Party zum 30ten: Hamburg und Tocotronic feierten Geburtstag.

Die Band feiert 30. Geburtstag in Hamburg

„Gestern bin ich durch Hamburg gestreift, an Orte von früher, zum Beispiel zur Apostelkirche in Eimsbüttel, da bin ich total wehmütig geworden – und ich wollte eine Liebeserklärung machen: Rick, Jan und Arne, ihr seid der ,Jackpot meines Lebens’“, sagte der 52-jährige Sänger, bevor er das erste Riff des gleichnamigen Songs auf seiner Gitarre, die an einem Regenbogen-Band baumelte, spielte. Die Fans feierten ihre Tocos immer wieder frenetisch, bewegten sie zu drei Zugaben – insgesamt gab es fünf Songs obendrauf! Krönender Abschluss des Abends: der Klassiker „Freiburg“, wirklich jeder im Publikum hat mitgesungen, die Band und der Stadtpark in diesem Moment: eins.

Vorne unscharf Rick McPhail, dahinter Arne ZankFoto: Fabian Lippke
Rick McPhail an der Gitarre, Arne Zank am Schlagzeug

Doch es wäre nicht Tocotronic, wenn die einstige Studenten-Band nicht auch klar politische Haltung zeigen würde. Denn für viele Fans sind es vor allem die raffinierten und systemkritischen Texte, die sie an den Urgesteinen der Hamburger Schule lieben. „Vielleicht könnt ihr mitsingen, tanzen und dabei an die scheußliche AfD denken“, animierte von Lowtzow die Menge und stimmte „Jugend ohne Gott gegen Faschismus“ an. Apropos Politik: Auch Kanzleramtsminister Wolfgang Schmidt hatte sich inkognito in „Samba“-Sneakern und Polohemd ins Publikum gemischt – und vor allem seinem Kumpel Thees Uhlmann zugejubelt, der den Abend startete. Anschließend klatschten sich die beiden St. Pauli-Fans hinter der Bühne ab.

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Nach 30 Jahren und insgesamt 13 Alben könnten sie erschöpft immer nur den gleichen Quark singen. Doch Tocotronic sind immer noch das, was sie auch schon 1993 waren: Rockende Denker, die wie keine anderen Banalitäten des Alltags besingen und Gesellschaftskritik in Lyrik verpacken können – und damit eine ganze Generation prägten. „Man sagt uns nach, verrückteste Band der Welt zu sein“, sagt Lotzow an einer Stelle des Konzertes. Verrückt sind sie, aber mindestens auch immer schon total genial.

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