Folgen Sie uns

Wonach suchen Sie?

News

Nach langer Pause: Jupiter Jones sind nicht mehr „still“

Nicholas Müller (r.) und Sascha Eigner von Jupiter Jones. Das neue Album „Die Sonne ist ein Zwergstern“ erscheint am 30. Dezember.
Nicholas Müller (r.) und Sascha Eigner von Jupiter Jones. Das neue Album „Die Sonne ist ein Zwergstern“ erscheint am 30. Dezember.
Foto: dpa/Neumann Public Relations | The Zitterman

„Die Sonne ist ein Zwergstern“ ist das erste Jupiter Jones-Album seit der Neugründung. Ein Neuanfang, der auch zu hören ist, denn es kommt deutlich poppiger und elektronischer als seine Vorgänger daher. Inhaltlich wird es jedoch ernst und auch etwas düster – inklusive Lichtblick.

Jupiter Jones – hatten die sich nicht aufgelöst? Stimmt! Aber die Indie-Rocker haben in abgespeckter Besetzung einen Neuanfang gewagt und präsentieren nun ihr erstes Album in alter, aber doch auch neuer Form. Denn der harte Kern dieser Neugründung sind Nicholas Müller, der wegen seiner Angststörung 2014 aus der Band ausstieg, und Sascha Eigner, der bis zur Bandauflösung 2018 die Gitarre schrammelte.

Jupiter Jones melden sich mit neuem Album zurück

Mit „Die Sonne ist ein Zwergstern“ bringen sie nun zwölf Songs über das Leben, über Schwere und Leichtigkeit, über Dunkles, Angst und Hoffnung heraus. Kurzum: Ein typisches Jupiter-Jones-Album mit Tiefgang, Texten, die nachdenklich machen und Melodien, die sich aus Elektro-Pop und Rock gleichermaßen speisen.

Das Cover des Jupiter Jones-Albums „Die Sonne ist ein Zwergstern“.
Das Cover des Jupiter Jones-Albums „Die Sonne ist ein Zwergstern“.

Das Thema Angst zieht sich dabei als roter Faden durch das Album. So heißt es etwa im Track „Überall waren Schatten“: „Die ganze Welt tat weh. Ich weiß, überall war’n Schatten“. Und: „Die Sonne ist ein Zwergstern. Vielleicht ist das als Trost gemeint. Wenn alles, was im Dunklen fehlt, so wichtig und so groß erscheint.“ Bei dem Lied „Atmen“ singt Nicholas Müller: „Ich hab‘ aus Angst so vieles nicht versucht und dann vor Wut die andre Hälfte fast verpasst. Ich hab am falschen Ort aufs Glück geflucht.“

Das könnte Sie auch interessieren: Pause? Von wegen. Im Knust startet „Acid Anatolia“!

Der 41-jährige Sänger, der sich selbst als den „Text-Typen“ bezeichnet, erklärt das so: „Für mich ist das eins der naheliegendsten Themen – gerade dieser Tage, gerade mit Blick auf die Welt und die Menschen, die uns wichtig sind. Ich habe ständig Schiss, dass irgendetwas meinen Lebensentwurf zerrüttet und ein, zweimal war es sogar schon so weit.“ Denn 2014 musste der Sänger alles hinschmeißen, weil er mit seiner Angststörung nicht mehr auftreten konnte – und begab sich in Therapie.

Warum er sich jetzt wieder auf die Bühne wagt? „Ganz pragmatisch: Ich kann nichts anderes. Ich habe nichts wirklich gelernt. Ich finde in meinem Leben fast nicht Größeres als die Chance, mit Musik meinen Unterhalt zu bestreiten, und ich würde einen Teufel tun, diese Möglichkeit in den Wind zu schießen“, sagt Müller.

„Niemand sollte sich wegen Angst schämen“

„Meine Angst bin ich im Rahmen einiger Therapien losgeworden – von stationären Aufenthalten bis hin zu ambulanten Therapien bei einer Psychotherapeutin. Angst ist eine fiese Gegnerin, aber sie ist berechenbar und simpel gestrickt und deswegen gut zu verjagen. Niemand sollte sich wegen Angst schämen, niemand sollte glauben, dass das eine Sache ist, die ganz alleine bewältigt werden muss.“

Und so ist auch dieses Album als Ansatz zu verstehen, nicht eine Friede-Freude-Eierkuchen-Welt zu kreieren, sondern ganz bewusst die fiesen, dunklen Themen aus dem Schatten zu zerren und den Hörerinnen und Hörern zu präsentieren: „Wir sehen, dass Popmusik in unseren Breiten gerne einen auf Durchhalte-Partymentalität macht – und das kann’s irgendwie nicht sein“, sagt Nicholas Müller.

Das könnte Sie auch interessieren: Internationaler Star: Wie sich die Hamburgerin Zoe Wees vor dem Trubel schützt

„Da draußen sind so viele Menschen, die mit sich selbst und den Umständen ringen. Da finde ich es zynisch, ihnen zu sagen, dass eigentlich alles geil ist oder wird. In dem Moment ist es wichtiger, sie wissen zu lassen, dass es ok ist, Angst zu haben, und dass sie damit nicht alleine sind.“ Es lohnt sich also, sich das Album möglichst genau anzuhören, denn in den Texten von Jupiter Jones stecken jede Menge Denkanregungen drin.

Jupiter Jones standen zuletzt bei „All Hands On Deck“, einem Live-Spenden-Konzert, auf der Bühne im Hamburger Restaurant „Bullerei“.Foto: dpa | Georg Wendt
Jupiter Jones standen zuletzt bei „All Hands On Deck“, einem Live-Spenden-Konzert, auf der Bühne im Hamburger Restaurant „Bullerei“.

Ein paar Lichtblicke gibt es aber auch. Im vorwärtstreibenden „Melatonin“ heißt es: „Ihr müsst euch alle keine Sorgen machen. Ich finde Leichtigkeit in schweren Sachen.“ Eine schwere Sache, in der man Leichtigkeit findet, das kann sich auch auf das Vatersein beziehen. Denn beide Musiker sind mittlerweile Papa. Klar, dass das die Sicht auf die Welt verändert.

Jupiter Jones: Für „Still“ gab es den Echo-Preis

Sascha Eigner sagt, er sei „viel gelassener und ruhiger“ geworden. „Meine Prioritäten im Leben sind im Gegensatz zu früher nicht mehr, immer mehr zu arbeiten, sondern das Leben mehr zu genießen und Zeit mit den Liebsten zu verbringen“, sagt der Wahlhamburger.

Jupiter Jones gründeten sich im Jahr 2002. Ihr größter Hit war der 2011er-Song „Still“ – die Band erhielt dafür auch den Musikpreis Echo.

Das könnte Dich auch interessieren

News

Mit Liedern wie „Sunchyme“ und „Carnaval de Paris“ prägte er die 1990er. Nun ist der Musiker Paul Spencer, der unter dem Namen Dario G...

News

Ihr letztes Album brachte Katy Perry im Jahr 2020 heraus – nun kündigt der Pop-Star für Juli neue Musik an. Im knappen Bikini-Oberteil macht die Sängerin...

Festivals

Es regnete und es fiel sogar ein Konzert aus – doch einer lieferte natürlich ab: Ed Sheeran begeisterte beim Hurricane Festival. Zehntausende Menschen sind...

News

Seit Jahrzehnten gehört Peter Maffay zu den prägenden Musikgrößen in Deutschland. Niemand hatte mehr Nummer-eins-Alben als er. Der Rockstar will es bei seiner letzten...