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„Ach, ist das schön“: So war der Auftakt des Reeperbahn-Festivals


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Joy Denalane bei der Eröffnungsshow – anschließend spielte sie auch ein ganzes Konzert. Foto: Niklas Heinecke

Die Vorfreude auf Live-Musik liegt bei der Eröffnung des Hamburger Reeperbahn-Festivals am Mittwoch so sehr in der Luft. Es soll ein Zeichen für den Aufbruch sein. Der erste Abend ist vielversprechend und macht Appetit auf mehr.

Ein bisschen fühlt es sich an wie in Vor-Corona-Zeiten: endlich wieder laute Musik und vergnügte Gesichter auf dem Kiez, endlich wieder Club-Hopping. Und dann sorgt beim Hamburger Reeperbahn-Festival die britische Musikikone Sting am Mittwochabend bei der Auftakt-Gala auch noch für einen standesgemäßen Start.

„Das war mein erster Auftritt seit zwei Jahren. Ich fühle mich sehr geehrt, dass ich das Reeperbahn-Festival eröffnen darf“, sagt der 69-Jährige während der Gala im Stage-Operettenhaus, bei der unter anderen auch Joy Denalane, das Avantgarde-Pop-Duo Ätna und die britische Songwriterin Griff auf der Bühne stehen.

Sting war Stargast der Eröffnung, er spielte einen neuen Song und „Every Breath You Take“ Foto: Niklas Heinecke

 

Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) hebt das Festival als wichtige Veranstaltung für die Branche hervor. „Das Reeperbahn-Festival ist für Musik, was die Berlinale für den Film und die Frankfurter Buchmesse für die Literatur ist“, sagt er zum Start der 16. Ausgabe des Clubfestivals und des renommierten Branchentreffs.

2020 war das Festival als pandemiegerechte Version eine Art Blaupause für vergleichbare Veranstaltungen unter Corona-Bedingungen gewesen. In diesem Jahr soll es vor allem um den Aufbruch in eine Normalität trotz Corona gehen.

Das Reeperbahn-Festival ist für Musik, was die Berlinale für den Film und die Frankfurter Buchmesse für die Literatur ist.

Erster Bürgermeister Peter Tschentscher

Dies zeigt sich etwa beim Auftritt des Berliner Trios Kadavar, das mit krachenden Klängen das Publikum auf dem Heiligengeistfeld zum Wippen und enthusiastischen Kopfnicken bringt. Mehr aber ist coronabedingt auch gar nicht erlaubt.

„Bitte tanzt nicht und unterlasst ausschweifende Bewegungen“, mahnt der Durchsager kurz vor dem Konzert. Kadavar-Leadsänger Christoph Lindemann freut sich trotzdem, nach langer Pause mal wieder auf einer großen Bühne stehen zu können: „Ach, ist das schön“, sagte er nach den ersten Songs.

In den Clubs und vor den Bühnen auf dem Heiligengeistfeld sorgen geduldige Security-Leute dafür, dass die Corona-Regeln von den Besucher:innen eingehalten werden. Eingelassen werden zu den Konzerten und Veranstaltungen nur geimpfte, genesene oder getestete Besucher – also nach 3G-Regeln. Das Festival-Team hätte liebend gern die 2G-Regel – also nur genesene und geimpfte Besucher – umgesetzt. Doch in der Realität ist das unter anderem wegen der internationalen Künstler und deren Crews zunächst noch zu kompliziert.

Eine Herausforderung für die Besucher:innen ist auch die im Vergleich zu 2019 geringe Auslastung der Spielstätten, die laut Festival-Chef Alex Schulz im Mittel 40 bis 45 Prozent beträgt. So heißt es etwa zwei Minuten nach Konzertbeginn der isländischen Band BSÍ im Molotow: Keiner kommt mehr rein.

So sah es im Stage-Operettenhaus bei der Eröffnung aus. Foto: Niklas Heinecke

 

Doch das Festival ist mehr als nur Musik. Bereits in den vergangenen Jahren haben sich seine Macher dafür stark gemacht, dass das Verhältnis zwischen weiblichen und männlichen Künstlern ausgeglichen ist. Es gebe in Sachen Diversität und Chancen für Frauen noch erheblichen Nachholbedarf, sagt Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) bei der Eröffnungsshow. Eine entsprechende Studie soll am Donnerstag in Hamburg vorgestellt werden. Grütters lobt das Festival als „Leuchtturm für den Musikstandort Deutschland“.

Das 16. Reeperbahn-Festival geht bis zum 25. September. Insgesamt stehen rund 300 Konzerte an 35 Spielorten auf dem Plan. Für die Fachbesucher:innen sind zudem rund 150 Programmpunkte mit mehr als 300 Speaker:innen geplant. Am Samstagabend wird auch der „Anchor“-Award an besonders bemerkenswerte Nachwuchskünstler vergeben. (DPA)

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