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Trickys neues Album: Ein Meister der Melancholie

Trip-Hop-Legende Tricky.
Trip-Hop-Legende Tricky. Foto: imago
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Im Englischen wird eine Sache als „tricky“ bezeichnet, wenn sie kniffelig ist. Wenn eine Person im Umgang etwas „tricky“ ist, könnte man sie auch als schwierig bezeichnen. Der heute in Berlin lebende britische Musiker Tricky hat guten Grund, etwas verkorkst zu sein – seiner Kunst tut das keinen Abbruch.

Tricky, bürgerlich Adrian Thaws, verlor mit vier Jahren seine Mutter Maxine Quaye und wuchs in schwierigen Verhältnissen in Knowle West auf, einem der wilderen Viertel der englischen Hafenstadt Bristol. Die Details sind in seiner 2019 erschienenen Autobiografie „Hell Is Round The Corner“ nachzulesen.

Der mittlerweile 52-Jährige ist einer der Gründerväter des Trip-Hop der frühen 90er. Sein nach der eigenen Mutter benanntes Debütalbum „Maxinequaye“ von 1994 wird in einem Atemzug mit Massive Attacks „Blue Lines“ oder Portisheads «Dummy» genannt. Tatsächlich war Tricky zunächst Mitglied von Massive Attack.

Wie bei vielen seiner vorherigen Alben hat der Hörer jetzt auch auf „Fall To Pieces“ unterm Strich das Gefühl, dass Trickys Antrieb noch immer die Schwermütigkeit ist. Auf dem Track «Hate This Pain» thematisiert er den Tod seiner 24-jährigen Tochter.

Andererseits hat Tricky auch eher eingängige Tracks im Repertoire. So zum Beispiel «Fall Please», das recht poppig ausfällt. Es gehört neben dem Opener „Thinking Of“ zu den neuen Liedern mit Wiedererkennungswert. Wenn Tricky sich Pop traut, ist er gut. Auf dem Großteil des Albums überlässt Tricky den Gesang der aus Danzig stammenden Marta Złakowska, die einst auf Tour in Polen einsprang und schon auf dem vorangegangenem Album „Ununiform“ zu hören war.

Tricky ist ein Meister der Stimmungen. „Fall To Pieces“ ist kein Album, um am Samstagabend in Ausgehstimmung zu kommen. Aber sehr wohl eine Platte für dämmrige Abende im Frühherbst.

Am 6. Februar 2021 wird Tricky in der Elbphilharmonie auftreten, Tickets gibt’s ab 36 Euro hier.

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