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Poesie aus der Gosse: Auf „UK Grim“ teilen die Sleaford Mods wieder richtig aus

Ausverkaufte Shows, Chartplatzierungen, Besuche in bedeutenden amerikanischen Late-Night-Shows: Bei Jason Williamson (l.) und Andrew Fearn läuft es.
Ausverkaufte Shows, Chartplatzierungen, Besuche in bedeutenden amerikanischen Late-Night-Shows: Bei Jason Williamson (l.) und Andrew Fearn läuft es.
Foto: Ewen Spencer

Punk-Pionier Iggy Pop bezeichnete sie schon als „beste Rock‘n‘Roll-Band der Welt“ und sie selbst sind sich auch der überwältigenden und ekstatischen Energie bewusst, die sie mit ihren motzend-kotzenden Songlyrics und Shows zwischen Rave, Rap, Elektro und Punk erzeugen (MOPOP berichtete). Morgen veröffentlichen die Sleaford Mods – Spitter Jason Williamson und der Typ am Laptop Andrew Fearn – ihr zwölftes Album „UK Grim“.

Krieg, steigende Kosten, Inflation, Pandemie-und Brexit-Nachwirkungen, korrupte und machtmissbrauchende Politiker:innen – Reiche immer reicher und Arme immer ärmer: Auf der Welt und bei den Sleaford Mods in UK ist gerade so viel los, dass man manchmal wirklich den Glauben an das Gute verlieren könnte. Jason Williamson gelingt es mit seinen Lyrics auf dem neuen Album erneut in gewollter Imperfektion, die Wut und Verzweiflung über all das zu kanalisieren. Auch von weniger weltbedeutenden Themen wie unangenehmen Do-it-yourself-Bands von bärtigen und tätowierten Männern im Song „D.I.Why“ konnte er dieses Mal nicht die Finger lassen. „You‘re not DIY, you‘re a fucking twat“ oder „Not another white bloke aggro band, oh yeah, we‘re all the fucking same“ heißt es da etwa. Ein bisschen köstlich ist das ja!

Auf ihrem zwölften Album „UK Grim“, das bei Rough Trade Records erscheint, sind die Sleaford Mods wieder in Bestform.

Von solchen Bands wollen die Nottinghamer nichts wissen und picken sich deswegen erneut exquisite Features heraus: Waren es auf dem Vorgänger „Spare Ribs“ (2021) noch die starken Damen Billy Nomates und Amy Taylor von Amyl And The Sniffers, sind es auf „UK Grim“ nun Florence Shaw von Dry Cleaning und Perry Farrell von Jane‘s Addiction.

Unzählige Kraftausdrücke, wild-wütende und überschäumend-schnelle Tiraden und Beats, die einem ganz schön auf die Nerven gehen können – man kann es nicht anders formulieren: Auf „UK Grim“ sind die Sleaford Mods wieder in Bestform. „Ich dachte nicht, dass es so aggressiv ist, bis meine Frau sich umdrehte und sagte: ‚Dieses Album ist wirklich verdammt wütend‘“, erzählt Jason Williamson. Wenn es jemand wissen muss, dann sie.

„UK Grim“ erscheint morgen (10.3.) bei Rough Trade Records.

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