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Nathan Evans: „Ich bin da einfach reingerutscht“

Nathan Evans: „Ich bin da einfach reingerutscht“

07.09.2021
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Nathan Evans war vor Kurzem das erste Mal in Hamburg. Foto: Florian Quandt

Der schottische Popstar über die Zeit nach dem Welthit „Wellerman“

Nathan Evans (26) und sein Cover vom „Wellerman“-Shanty kennt wohl jeder – es führt die Radio-Bestenlisten an, und bei Spotify allein haben Song und Remix zusammen 350 Millionen Streams. Was ist mit der Zeit nach dem Welthit? Bei einem Hamburg-Besuch sprach der völlig normal gebliebene Schotte mit MOPOP über seine Frau, Karaoke, sein Album und die anstehende Europa-Tour.

MOPOP: Hat sich der „Wellerman“-Trubel beruhigt?

Nathan Evans: Es ist immer noch ein verrückter, hektischer Ritt ohne Pause. Aber ich will mich auf keinen Fall beschweren – ich liebe es.

Du bist jetzt das zweite Mal in Deutschland und das erste Mal in Hamburg. Wie gefällt die Stadt dir?

Es ist sehr schön hier. Ich habe eine Stadtrundfahrt gemacht und die Elbphilharmonie, den Hafen, die Reeperbahn und die legendären Beatles-Orte besichtigt. Meine Frau Holly und ich haben hier auch unseren zweiten Hochzeitstag gefeiert.

Wie wichtig ist dir ihre Unterstützung in diesen Zeiten?

Ohne sie würde das alles nicht funktionieren. Sie ist meine Lebens-Managerin. Wir sind jetzt seit zehn Jahren ein Paar und sie hat alles miterlebt.

Nathan Evans nach „Wellerman“: Sein Debütalbum soll noch in diesem Jahr erscheinen.

Es ist dir lange schwergefallen, eigene Songs zu schreiben.

Ich hatte keine musikalischen Freunde. Durch „Wellerman“ habe ich endlich die richtigen Kontakte.

Nathan Evans‘ Eltern organisierten Karaoke-Shows in Schottland.

Songs zu covern liegt dir im Blut.

Ja, meine Eltern haben an den Wochenenden Karaoke-Shows in ganz Schottland organisiert und moderiert. Mit 12, 13 habe ich da jede Gelegenheit genutzt, selbst auf der Bühne zu stehen. Am liebsten habe ich Westlife, Kelly Clarkson oder „Hallelujah“ gesungen.

 

In deinem neuen Song „Told You So“ rätst du jemandem, wie man wieder auf den rechten Weg kommt.

Ich rede da auch mit mir selbst: „Take my hand and I’ll lead you back to land“. Manchmal will man nicht nach Hilfe fragen, aber man sollte es tun. Ich bin da auch so ein Typ, der lange viel mit sich selbst ausgemacht hat – jetzt hat sich das aber geändert. Der Song sagt auch, dass man immer an sich glauben sollte. Natürlich habe ich es insgeheim gehofft – aber ich hätte nie gedacht, dass die Musik jemals mein Beruf und ich damit berühmt werden könnte. Durch „Wellerman“ bin ich da einfach reingerutscht.

War der neue Song dringend notwendig?

Absolut. Das Shanty-Ding habe ich nur gemacht, weil jemand aus meiner Community danach gefragt hatte. Die Musik, die ich mag und machen will, ist aber Pop und Folk an Gitarre und Klavier.

Wie ging es dir, als du deinen eigenen Song veröffentlicht hast?

Ich war aufgeregt und ängstlich. Das war ein völlig anderes Gefühl, etwas herauszubringen, das ich selbst erschaffen habe.

„R“ sehr gerollt und doch verstanden: MOPOP-Redakteurin Frederike Arns sprach mit dem Schotten über die Zeit nach „Wellerman“. Foto: Florian Quandt

 

Du hast studiert und dann im Einzelhandel, als Gabelstapler-Fahrer und Postbote gearbeitet. Warst du in dieser Zeit unglücklich?

Ich habe immer irgendwas vermisst. Aber meine Flucht war es, mich nach der Arbeit hinzusetzen und Musik zu machen. Wenn es einem Spaß macht, sollte man täglich so hart daran arbeiten, wie es nur geht.

Letztes Mal hast du mir erzählt, dass das „Wellerman“-Cover vom Queen-Gitarrist Brian May die krasseste Sache war, die dir passiert ist. Ist was Neues dazugekommen?

Dass ich jetzt so viel reisen und live vor Publikum spielen kann. Die „Brit“-Awards waren auch fantastisch oder dass ich bei der Show „Ant & Dec’s Saturday Night Takeaway“ performen durfte – das habe ich als Kind schon immer geguckt. Kommendes Wochenende spiele ich dann in Glasgow auf dem „Trnsmt“-Festival auf der Hauptbühne. Ich bin schon sehr aufgeregt.

Ist dein Album fertig?

Nein, aber wir haben 35 bis 40 Songs und machen jetzt den Feinschliff. Ich hoffe, dass wir das Album Ende des Jahres fertig haben – dann startet auch meine Europa-Tournee.

Knust: 17.1.2022, 21 Uhr, ab 24 Euro

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