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„Tagesthemen“-Star Pinar Atalay über Konzerte, Kinos und ein ganz besonderes Festival

„Kultur kann uns die Augen öffnen – das fehlt gerade sehr“

07.05.2021
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Pinar Atalay (43) hat ihren Beitrag zum Festival im leeren Zeise-Kino aufgenommen. Foto: NDR/Thorsten Jander

„Tagesthemen“-Star Pinar Atalay über Konzerte, Kinos und ein ganz besonderes Festival

Von Janina Heinemann

Die Live-Kultur liegt weiterhin brach, Kinos, Theater und Clubs sind verlassen. Viele Kulturschaffende kommen wegen fehlender Einnahmen kaum über die Runden. Doch einige können sich bald auf finanzielle Unterstützung freuen: Beim Nicht-Festival „Einer kommt, alle machen mit“ (#EKAMM) werden die Einnahmen aus Ticketpreisen und Spenden an Künstler:innen verteilt. In dem Festivalfilm, der am 12. Mai gestreamt werden kann, treten Kulturschaffende aus ganz Deutschland auf. Mit dabei ist auch „Tagesthemen“-Moderatorin Pinar Atalay (43). Im MOPOP-Interview spricht sie über ihren Auftritt, das dominierende Nachrichtenthema und Spazierengehen im Park.

MOPOP: Sie beschäftigen sich beruflich jeden Tag intensiv mit Corona-News. Wie kräftezehrend ist die immer gleiche Thematik?

Pinar Atalay: Es ist das erste Mal, dass wir über so lange Zeit so intensiv über ein Thema berichten, das uns zudem auch selbst betrifft. Als Journalistin berichte ich häufig über Dinge, die weit weg von uns sind, die ich selbst nicht erlebt habe. Das ist nun anders. Ich habe eine kleine Tochter, ich mache mir Sorgen um die eigenen Eltern und um die Gesundheit. 

Als Journalistin berichte ich häufig über Dinge, die weit weg von uns sind, die ich selbst nicht erlebt habe. Das ist nun anders. Ich habe eine kleine Tochter, ich mache mir Sorgen um die eigenen Eltern und um die Gesundheit. 

Pinar Atalay (43)

Sind Sie davon manchmal genervt und hätten Lust auf andere Themen?

Wir versuchen, in den Sendungen auch über Dinge zu berichten, die nicht mit Corona verbunden sind. Letztendlich ist Corona aber unser aller Alltag. Wir müssen verschiedene Blickwinkel einnehmen. Zum Beispiel die Blickwinkel der Künstler:innen, aber auch des Pflegepersonals. Oder derer, die erkrankt sind, Menschen, die Opfer zu beklagen haben. Wir müssen die Politik hinterfragen: Sind die Maßnahmen richtig oder nicht richtig?

Was tun Sie zum Ausgleich?

Man kann ja nicht viel machen, aber was ich tue: spazieren gehen. Es tut gut, mit einer Freundin durch den Park zu gehen und sich zu unterhalten. Wenn auch auf Abstand und mit Kaffee to go.

Jetzt haben Sie bei #EKAMM mitgemacht. Warum?

Ich weiß, dass viele Künstler:innen seit vielen Monaten unter der Situation leiden. Sie können nicht arbeiten, viele sorgen sich um ihre Existenz. Ich finde das Festival unterstützenswert, weil ich weiterhin Kunst und Kultur erleben möchte, wenn die Pandemie vorbei ist.

Sie sind es ja gewohnt, vor der Kamera zu stehen. Ihren kleinen Film haben Sie in den Zeise-Kinos aufgenommen – natürlich ohne Live-Publikum. War dieser Dreh anders?

Es war unglaublich ungewohnt, allein in diesem riesigen Kinosaal zu sein. Ich gehe gern ins Kino und liebe es, dort mit vielen Menschen zu sitzen und gemeinsam etwas zu erleben und auf diese große Leinwand zu gucken. Jetzt stand ich in diesem verlassenen Kino. Da war der Wunsch groß, dass wir bald wieder Kultur gemeinsam erleben können. Aber mir ist bewusst, dass das momentan schwierig ist. 

Welche Kulturveranstaltungen vermissen Sie am meisten?

Ich vermisse Konzerte total. Gerade in kleineren Läden hier in Hamburg haben wir eine lebendige Konzertkultur. Das Reeperbahn-Festival beispielsweise hat zwar stattgefunden, aber in einem sehr kleinen und anderen Rahmen. Ich freue mich, wenn das wieder möglich ist. Wenn die Künstler:innen wieder das machen können, worauf sie Lust haben und wofür sie leben, und wir Zuschauerinnen und Zuschauer das miterleben können.

Was ist das Erste, das Sie tun werden, wenn irgendwann wieder mehr erlaubt ist?

Vor allem mit der Familie, mit meinen Eltern, zusammen sein, ohne wegen Corona besorgt sein zu müssen. Mich sorgenfrei mit meinem Umfeld treffen, ohne immer diesen Kloß im Hals zu haben: Trifft man sich? Wie trifft man sich? Soziale Kontakte sind unglaublich wichtig.

Zum Abschluss: Was bedeutet Kultur für Sie?

Kultur ist etwas, das sich über Jahrhunderte immer wieder verändert und eine Gesellschaft lebendig hält. Sie ist wichtig in einer Gesellschaft, weil sie uns die Augen öffnet, uns bildet, uns unterhält und uns auch einfach mal die Leichtigkeit des Seins genießen lässt. Das fehlt momentan sehr.

Das #EKAMM-Festival findet am 12. Mai (20 Uhr) statt. Tickets ab 22 Euro gibt‘s hier! Acht Hamburger Bühnen, viele Promis, eine Show – das Solidaritäts-Festival „Einer kommt, alle machen mit“ (kurz: #EKAMM) sammelt Geld für Kulturschaffende in Not. Neben Pinar Atalay sind unter anderem Ina Müller, Bjarne Mädel, Tim Mälzer und Christine Westermann zu erleben.

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