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Molotow bekommt Millionen-Finanzspritze


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Lockdown-Party: Das Molotow hielt sich 2020 mit Livestream-Konzerten und seinem Backyard-Konzept  über Wasser. Im Moment herrscht Stillstand. Foto: Marius Roeer

Von Nina Gessner

Seit Monaten sind die Türen fest verschlossen. Die Corona-Pandemie zwingt das Molotow wie alle anderen Hamburger Clubs in die Knie. Wann es weiter geht, ist völlig unklar. Und doch gibt es jetzt eine gute Nachricht: Die Stadt unterstützt den Kult-Schuppen mit einer Millionenspritze.

Am kommenden Dienstag werden die rot-grünen Regierungsfraktionen einen Antrag in die Bürgerschaft einbringen, nach dem das Molotow mit 1,87 Millionen Euro aus dem Sanierungsfonds der Stadt unterstützt werden soll. Die Summe soll die künftigen Mietkosten des Musikclubs für 25 Jahre auf einem bezahlbaren Niveau halten. Hintergrund ist der geplante Umzug des Molotows an seinen ursprünglichen Standort am Spielbudenplatz. 

Rückkehr des Molotow war Bedingung für Abriss der Esso-Häuser

Noch ist der Spielbudenplatz eine einzige, riesige Baugrube. In fünf Jahren soll hier die Fertigstellung des neuen Paloma-Viertels gefeiert werden. Kaum etwas wird dann an die alten Zeiten erinnern, als hier noch die Esso-Häuser standen. Nur ein bekanntes Gesicht soll wieder dort zu sehen sein, wo es ursprünglich zu Hause war – das Molotow.

Die Rückkehr von Hamburgs bekanntestem Indie-Club, der seit 2014 ein Zwischenquartier am Nobistor beziehen musste, an den alten Standort war eine der zentralen Bedingungen für den Abriss der Esso-Häuser. 

Schallschutzmaßnahmen treiben die Baukosten in die Höhe

Zuletzt geriet die Rückkehr dennoch in Gefahr, weil schon jetzt klar ist, dass die für den Musikclub notwendigen Schallschutzmaßnahmen die Baukosten derart in die Höhe treiben werden, dass der Eigentümer – die Bayerische Hausbau – die Kosten auf die künftige Miete des Molotow umlegen würde. Die Miete sollte vier Mal so hoch sein wie früher!

„Das hätten wir niemals stemmen können“, so Molotow-Betreiber Andi Schmidt zu MOPOP. Angesichts der Corona-Krise, die den Club wie alle anderen in die tiefste Existenzkrise geführt hat, sind solche Berechnungen derzeit ohnehin illusorisch. 

Molotow-Betreiber über Millionenspritze: „Ganz tolle Nachricht!“

Die Millionenspritze ist für Schmidt daher ein einziger Segen: „Das ist eine ganz tolle Nachricht!“, freut sich Andi Schmidt. „Wir sind unendlich dankbar für diese Unterstützung in dieser schweren Zeit.” 

Hansjörg Schmidt, Experte für Kreativwirtschaft der SPD-Bürgerschaftsfraktion, erklärte: „Für uns war es immer erklärtes Ziel, dass das Molotow an seine alte Wirkungsstätte zurückkehrt.“

Clubbetrieb des Hamburger Molotow gesichert

Die Verdrängung von Clubkultur im Rahmen von Stadtentwicklungsprojekten sei „eine ernstzunehmende Gefahr“. Mit der Finanzspritze wolle die Stadt helfen, die Miete für das Molotow zu reduzieren.

„Damit sichern wir den Clubbetrieb am Spielbudenplatz langfristig und freuen uns, dass das Molotow dort seine alte neue Heimat finden kann“, so Hansjörg Schmidt.

Grüne: „Damit bewahren wir ein Stück St. Pauli“

Und Farid Müller von den Grünen ergänzte: „Vor dem Neubau gab es in den früheren Esso-Häusern mit dem Molotow einen sehr wichtigen Club für die Hamburger Szene. Uns ist es wichtig, dass diese Szene auch im neuen Palomaviertel lebendig bleibt. Damit bewahren wir trotz Neubau ein Stück St. Pauli, wie das auch beim Mojo Club direkt um die Ecke gelungen ist.“

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