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Giovanni Zarrella öffnet in Hamburg das Familien-Album

Giovanni Zarrella begeisterte in der Barclays Arena
Giovanni Zarrella begeisterte in der Barclays Arena
Foto: Joerg-Martin Schulze

„Wem hab ich hier gerade in die Pommes gegrabscht?“, fragt Giovanni Zarrella (44) am Freitagabend in der Barclays Arena, nachdem er gerade kreuz und quer durch die Halle marschiert ist und dabei für unzählige Selfies in Kameras lächelte. „Ich dachte erst, ich hab einen Finger verloren, aber es war nur Ketchup“, meint er und sorgt für kollektives Lachen. 

Auf der ersten Solotour des frisch gekürten Deutscher-Fernsehpreis-Trägers heimelt es gewaltig. Das ist keine Überraschung, denn das Herzlich-Familiäre zeichnet den Italo-Schwaben auch in seiner ZDF-Samstagabend-Sendung aus. Sowieso setzt das Konzert da an, wo „Die Giovanni Zarrella Show“ aufhört. „Ich will, dass ihr mich heute ein bisschen besser kennengelernt“, gibt er die Richtung vor.

Die folgenden drei Stunden inklusive Pause darf das Publikum Zarrella beim Glücklichsein zuschauen, und das Schöne ist, dass der Abend mit ihm der beste Beweis ist, dass man Glück teilen kann. Es gibt im Saal niemanden, der dem Stehaufmännchen den Erfolg im Fernsehen und in den Albumcharts – sein aktuelles Album „Per Sempre“ schoss auf Platz 1 der Charts – nach jahrelanger Durststrecke nicht gönnt. Die Botschaft des Abends: nie aufgeben und den eigenen Träumen treu bleiben!

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„Über sieben Brücken musst du gehen“ in einer italienisch-deutschen Fassung widmet er dann auch allen, die gerade eine schwere Zeit durchmachen oder durchgemacht haben. In einem Einspielfilm, der an Stallones Boxer-Epos „Rocky“ andockt, inszeniert er sich selbst als Kämpfer.Im Rahmen eines Boyband-Medleys erinnert Zarrella an seine Anfänge mit Bro’sis. Ausschnitte aus der ProSieben-Castingshow „Popstars“ flimmern über die Leinwand, als er die Bro’sis-Hits „Believe“ und „Do You“ samt eigentümlicher Hand-Choreografie darbietet.  

„An die Hand wird man sich noch in 20 Jahren erinnern, hat Juror Detlef Soost mir damals gesagt. Mittlerweile sind es 21“, stellt Zarrella fest. Von Distanz keine Spur. Auch wenn 2022 für ihn alles anders ist: Er steht umgeben von seiner TV-Show-Band samt Bläser-Trio und zwei Backgroundsängerinnen unter der Leitung des Hamburger Pianisten Christoph Papendieck (u.a. Helene Fischer) in der Kulisse.Originell ist die Band-Vorstellung, in der jeder Musiker einen Welthit spielt, der sein Instrument repräsentiert. Von „We Will Rock You“ (Drums) bis „Careless Whispers“ (Saxophon) reicht das Spektrum.

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Das passt, denn Zarrella ist eh wie eine fleischgewordene Jukebox, der die Hits anderer Leute mit italienischer Grandezza interpretiert. Die stärksten Momente des Abends sind die, wenn das Italienische alles überstrahlt. Stimmlich stark präsentiert er „’O Sole Mio“. Und bei Toto Cutugnos „L’italiano“ braucht es nicht viel Fantasie, um sich vorzustellen, wie in Verona eine voll besetzte Arena dazu mitgeht. Richtig gut ist das!An einen Tisch auf der Bühne lädt er sich dazu ein Paar zum Pizzaessen ein, das seit 52 Jahren verheiratet ist. Familie und Zusammenhalt werden bei Zarrella groß geschrieben. A

ls wäre das nicht schon schön genug, räumt er dem lokalen Restaurantbesitzer, der die Pizza auf die Bühne liefert, auch noch Werbesprechzeit ein – schließlich sei die Gastronomie in den letzten drei Jahren ja böse gebeutelt worden, so Zarrella. Und da weiß er, wovon er spricht: Im Hintergrund ist die Innenansicht des Restaurants seiner Eltern eingeblendet, mit dem er so viele Erinnerungen aus Kindheitstagen verbindet. Zu „Piccola e fragile“, das sein Vater immer für seine Mutter sang, öffnet er dann noch das Familienalbum. Nichts wirkt aufgesetzt, alles kommt von Herzen. Und wir kennen Giovanni Zarrella nun wirklich besser.

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