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Calum Scott in Hamburg: Große Emotionen und ein besonderer Moment

Calum Scott live beim Bergenfest 2023, Bergen, Norwegen.
Sänger Calum Scott begeisterte die Fans im Docks am Montagabend mit großen Gefühlen. (Archivbild)
Foto: IMAGO / Gonzales Photo

Bevor Calum Scott am Montagabend überhaupt auf die Bühne im ausverkauften Docks kommt, erklingt so etwas wie sein musikalisches Manifest. „Kein Versteckspiel, reine Ehrlichkeit“ sollten seine Songs beinhalten, er wolle sich „so verletzlich wie möglich machen“: „Das ist mein Ziel.“

Calum Scott erreicht das alles mühelos. Und auch sein zweites Versprechen löst er ein: „Wir werden euch zum Tanzen bringen – und zum Weinen, Weinen, Weinen …“, verspricht der 34-jährige Brite. Lange ging Scott einem Bürojob in seiner Heimat nach, bevor er durch die Castingshow „Britain’s Got Talent“ seine Musikkarriere startete. Diesen Weg hat er vor allem seiner beeindruckenden Stimme zu verdanken: kraft- und gefühlvoll zugleich füllt sie jeden Raum.

Calum Scott in Hamburg: Romantik mit Heiratsantrag

Balladen sind die Spezialität von Calum Scott, Songs wie „Biblical“ oder „Flaws“ gehen ans Herz. Die „Heulecke“ nennt Scott das. Doch es ist kein billiges Gefühl, das er hier verkauft: Der Sänger erzählt zu fast jedem Stück, in welcher Situation seines Lebens es entstanden ist und welche Erlebnisse und Gefühle dahinter stecken. Er spricht von Suizidgedanken, Einsamkeit, Selbsthass, seinem Coming-out. Und man nimmt ihm jedes Wort ab.

Acht Jahre nach seinem Auftritt bei „Britain’s Got Talent“ hat Scott sich auch in Deutschland eine beachtliche Fangemeinde aufgebaut: Das Docks ist ausverkauft, viele können die Songs mitsingen („Manchmal lauter als ich“, meint Scott). Und wer mit einem Rest Skepsis zur Show gekommen ist, wird schnell überzeugt. Nicht nur musikalisch, sondern auch von Scotts sympathischer, bodenständiger, grundehrlicher Art – und seinem britischen Akzent.

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Dazu gehört, dass Scott sich auch durchaus selbst auf den Arm nehmen kann: Früher spielte er in einer Maroon-5-Tributeband, die sich passenderweise Maroon 4 nannte. Deshalb baut er in sein Set ein Blues-Cover des Hits „This Love“ ein. Das hebt die Stimmung nach den Herzschmerz-Songs beträchtlich, die Tracks „Woke Up In Love“ und „Where Are You Now“ sind dann endgültig das Signal, dass der angekündigte Tanzpart des Abends begonnen hat.

Doch die Romantik kann Calum Scott nicht lassen, die Discolichter auf der Bühne flackern nur kurz. Höhepunkt: Vor „You Are The Reason“ macht ein Fan aus dem Publikum seiner Freundin (erfolgreich) einen Heiratsantrag. Am Ende verabschiedet sich die Band, Scott kommt zur Zugabe noch einmal nur mit seinem Pianisten auf die Bühne. Schließlich fehlt noch ein Song: „Dancing On My Own“, das Robyn-Cover, mit dem er bei „Britain’s Got Talent“ die Jury und die Fans überzeugte. So ist er tatsächlich am stärksten – wenn seine Stimme möglichst viel Raum bekommt. Davon hätte man gern noch mehr gehört. Immerhin, Calum Scott verspricht: „Ich werde wiederkommen.“

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