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Jan Delays „Forever Jan“: Eine bunte Eimsbusch-Tüte

Jan Delay bei einem Konzert im vergangenen Sommer in München (Archivbild)
Jan Delay bei einem Konzert im vergangenen Sommer in München (Archivbild)
Foto: picture alliance / Jens Niering | Jens Niering

Ob Hip-Hop, Rap, Jazz, Funk, Rock, Reggae oder Soul: Jan Delay hat in den vergangenen 25 Jahren schon viel ausprobiert – und kultiviert. Nun gibts das Beste auf Platte. Darunter ist auch Fußballmusik.

Jan Delays markante Stimme ist unverkennbar. Das deutliche Näseln ist ein Markenzeichen des Hamburger Sängers, der mit Hip-Hop und den Absoluten Beginnern bekannt und schließlich mit seiner ganz besonderen Mischung aus Soul, Funk und Tanzmusik groß geworden ist.

Jan Delay bringt Best-of-Album raus

Der musikalische Lebenslauf des 48-Jährigen ist dabei so bunt und abwechslungsreich wie ein Frühstücksbüfett. Mittlerweile hat er jedoch seine Favoriten gefunden. Und schenkt nun sich und seinen Fans ein Best-of-Album. Das hat er selbstbewusst „Forever Jan“ genannt, es kommt wie eine Tracklist von einem seiner Live-Konzerte daher. Und das ist natürlich kein Zufall. 

„Etwa zehn Songs waren natürlich ganz klar. Darunter natürlich auch ,Klar’“, scherzt Delay. „An den Songs ist nicht zu rütteln, die werden eben auf jedem Gig gespielt und das ist auch deckungsgleich mit den Streamingzahlen.“

Das Cover des Album „Forever Jan“Foto: picture alliance/dpa/Universal Music
Das Cover des Album „Forever Jan“

Interessant sei gewesen, dass es in den vergangenen 13 Jahren das Live-Medley „Pump up“ in diese Top-10 geschafft habe. Das mitreißende Fünf-Minuten-Tanz-Medley von einem Live-Konzert 2011 in Hamburg und mit Deichkind ist allein auf Youtube mehr als 2,5 Millionen Mal abgerufen worden. „Und deshalb ist das auch auf der Platte und wir werden es auch auf den Konzerten spielen. Ohne Streaming wäre das nicht passiert“, sagt Delay. In Hamburg performt er vielleicht sogar wieder mit Deichkind zusammen. Die Tour startet Ende Mai, am 24. August spielt Jan Delay auf der Trabrennbahn in Hamburg.

Auf der Suche nach den besten Songs der vergangenen Jahre hat sich Jan Delay sehr viele seiner Musikvideos angeschaut. „Das war schön, das alles sich noch mal anzugucken. Wie sind die Videos gealtert? Wo freut man sich, wo schämt man sich? Und das war eine schöne Erfahrung, eine schöne Experience.“

Jan Delays Lieblingsvideo ist zum Song „Im Arsch“

Bei der Rückschau seien ihm auch heute noch kaum Videos von einst peinlich. „Die Momente, bei denen man sich schämt, sind die gleichen Momente, bei denen man sich schon damals geschämt hat, als man im Schneideraum oder irgendwo Platz genommen hat und das erste Mal das Ding vorgeführt bekommen hat und dachte ,Oh Scheiße!‘. Und das ist eigentlich so geblieben.“ Das seien aber nur ein oder zwei Videos. Welche das sind, will er nicht verraten. „Kann ich nicht sagen, weil der Regisseur ein Freund von mir ist“, sagt Delay schmunzelnd. Sein Lieblingsvideo ist übrigens nach wie vor das zum Song „Im Arsch“ mit Udo Lindenberg.

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Zufrieden ist Jan Delay vor allem, weil er sich selbst treu geblieben sei und bei den Musikvideos stets darauf geachtet habe, Wertiges und Nachhaltiges abzuliefern. „Dass es Kunst ist und einen Sinn hat.“ Er habe sich nicht einfach vor eine Mauer gestellt und einen Song performt. „Das wirst du bei mir nicht haben. Und wenn da jemand vor der Mauer steht und performt, dann hat das trotzdem eine Metaebene oder ist Teil eines Gags oder eines Plans.“

„Dann sind das sehr schöne Momente“

Die schönsten Momente seien in den vergangenen 25 Jahren die gewesen, in denen er sich Großes vorgenommen und das einfach funktioniert habe – egal, wie lang der Weg war. Konzerte in großen Arenen, ein Auftritt bei „Wetten, dass..?“ oder ein ganzes Album im Sound der 70er zum Beispiel. „Und das alles natürlich immer unter der Prämisse, dass man sich nicht verbiegt, dass man da trotzdem so hinkommt, wie man ist – mit den Texten, die man hat und mit den Interviews, die man gibt und mit der Haltung, die man hat.“ Wenn das alles dann hinhaue, „sind das sehr schöne Momente“.

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So richtig angekommen fühlt er sich seit seiner letzten Platte „Earth, Wind & Feiern“. „Die Platte ist totale Entspannung. Das ist einfach nur das, was ich gerne mag. Ohne dogmatische Vorgaben und ohne Krampf. Es ist alles erlaubt und man darf auch Turnschuhe und Cap zum Anzug tragen.“

Und auch Werder-Bremen-Fans können sich auf die Platte des Hamburgers freuen. Denn auf dem zweiten Teil des Best-of-Albums mit seinen insgesamt 34 Liedern ist auch der Song „Grün-weiße Liebe“, den der bekennende Werder-Fan 2018 aufgenommen hat. Die Ode an den Verein von der Weser ist längst als eine der wichtigen Werder-Hymnen akzeptiert und etabliert.

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