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Mehr als 70 Alben veröffentlicht: Jazz-Legende Tony Bennett ist tot

US-Sänger Tony Bennett ist mit 96 Jahren verstorben. (Archivbild)
US-Sänger Tony Bennett ist mit 96 Jahren verstorben. (Archivbild)
Foto: picture alliance/dpa/Invision/AP | Evan Agostini

Mehr als 60 Jahre lang feierte Tony Bennett auf der Bühne Erfolge. In seiner Karriere ging es rauf und runter, aber im hohen Alter schaffte die Jazz-Legende noch einmal ein Comeback und trat mit Stars wie Lady Gaga auf. Jetzt ist Bennett mit 96 Jahren gestorben.

Seinen Karrierehöhepunkt feierte Tony Bennett wohl etwa um seinen 90. Geburtstag herum: Galas mit Konfettiregen, Konzerte mit Billy Joel und für Hillary und Bill Clinton, dazu eine Autobiografie mit dem Titel „Just Getting Started“ (Ich fange gerade erst an). Zuvor hatte der von der „New York Times“ als „Schatz Amerikas und New Yorks größter Schnulzensänger“ gefeierte Bennett gemeinsam mit Lady Gaga das Album „Cheek to Cheek“ herausgebracht, einige Jahre später folgte noch ein zweites gemeinsames Album.

Trauer um US-Sänger Tony Bennett (†96)

Bennett sei „der ultimative Gentleman“, lobte die 60 Jahre jüngere Popdiva. „Er hat mir so viel über den Jazz beigebracht. Über das Leben.“

Bennett war da schon mehr als 60 Jahre im Musikgeschäft, aber sein spätes und umso erfolgreicheres Comeback genoss er sichtlich. Rund zwei Wochen vor seinem 97. Geburtstag starb der Musiker am Freitag im Alter von 96 Jahren in New York, wie die „New York Times“ und AP unter Berufung auf Bennetts Sprecherin berichteten.

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Anfang 2021 hatte Bennetts Familie mitgeteilt, dass er an Alzheimer erkrankt sei. Wenige Monate später gab der Sänger zwei ausverkaufte Konzerte mit Lady Gaga in New York – seine letzten großen Auftritte.

Zu verdanken habe er seine Karriere Frank Sinatra, sagte Bennett einmal in einem Interview. „Er hat mein Leben verändert. In einem Artikel im ‚Life Magazine‘ hat er betont, dass ich der beste Sänger sei, den er je gehört habe. Damals war ich so mittelmäßig erfolgreich und hatte hin und wieder eine millionenfach verkaufte Platte, aber für mich ging es darum, gut zu sein, nicht der berühmteste. Dann hat er mich den besten genannt, den er je gehört hat. Und seitdem sind meine Konzerte auf der ganzen Welt ausverkauft.“ Zum Dank gründete Bennett eine Schule für musikalisch begabte Jugendliche in New York und benannte sie nach Sinatra.

Als Teenager kämpfte Tony Bennett im Zweiten Weltkrieg

Die Schule steht in seinem Heimatbezirk Astoria, im New Yorker Stadtviertel Queens. Hier wurde Bennett 1926 als Anthony Dominick Benedetto geboren. Sein Vater starb, als er noch ein kleiner Junge war. Die Mutter brachte ihn und seine zwei Geschwister als Schneiderin durch.

Schon als Teenager trat Bennett als Sänger auf. Im Zweiten Weltkrieg diente er als Soldat, unter anderem in Deutschland und Frankreich. Ein „Sitz in der ersten Reihe der Hölle“ sei das gewesen, sagte er später. Zurück in den USA startete er seine Karriere mit Songs wie „Because of You“, „Rags to Riches“ und dann dem Hit, der ihn sein ganzes Leben lang begleiten sollte, „I Left My Heart in San Francisco“.

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Nebenbei hat Bennett immer gemalt, hauptsächlich Natur und den New Yorker Central Park. „Die Natur ist der Chef.“ Gemeinsam mit seiner dritten, rund 40 Jahre jüngeren Ehefrau Susan und dem Hund „Happy“ lebte der Vater von vier Kindern direkt südlich des Parks. So oft er konnte, setzte er sich auf eine Bank und malte.

„Die meisten Leute respektieren es, wenn sie mich malen sehen. Sie bleiben ruhig. Ich komme hier ganz früh morgens her. Später wird es dann interessant. An Wochenenden ist es unmöglich.“ Zwei Kunstbücher hat Bennett veröffentlicht, drei seiner Werke sind in die Sammlung des Smithsonian Museums eingegangen.

Tony Bennett über Depressionen: „Augenblicke der Dunkelheit“

Bennetts Musikkarriere hatte dagegen Höhen und Tiefen. Gegen den Rock in den 70ern konnte er nicht ankommen, nahm Drogen und hatte Depressionen. „Ich hatte Augenblicke der Unsicherheit und Dunkelheit, aber ich konnte mich wieder davon befreien.“ Bennett wollte sich und seinen Stil nie verändern, trotz aller Tiefen. „Wenn etwas gut ist, ist es immer gut. Man muss es nicht verändern.“ (dpa/mp)

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