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Marc Martel hat eine Stimme wie Freddie Mercury: „Roger Taylor musste weinen, wenn ich gesungen habe“

Marc Martel (46) stöberte bei „Zardoz Records“ mit MOPOP in Queen-Platten. Sein Lieblingsalbum ist „News Of The World“ von 1977.
Marc Martel (46) stöberte bei „Zardoz Records“ mit MOPOP in Queen-Platten. Sein Lieblingsalbum ist „News Of The World“ von 1977.
Foto: Florian Quandt

Freddie Mercury gehört zu den größten Sängern und Performern aller Zeiten. Marc Martel (46) schafft es, seine Stimme weiterleben zu lassen. Die Ähnlichkeit ist absolut verblüffend, das findet auch die ganze Welt. Sein „Bohemian Rhapsody“-Video hat deswegen etwa schon 56 Millionen Aufrufe. Morgen kommt der Kanadier in die Barclays-Arena, um seine „One Vision Of Queen“-Show zu performen. MOPOP traf sich mit ihm vorab im „Zardoz“-Plattenladen, um in Queen-Platten zu stöbern und über Lieblingssongs und die große Bürde als „Kopie“ zu sprechen.

MOPOP: Wenn Sie die Chance hätten, mit Freddie Mercury essen zu gehen, worüber würden Sie mit ihm reden?

Marc Martel: Wenn ich mir vorstelle, mit jemandem essen zu gehen, den ich noch nie getroffen habe, stresst mich das total. (lacht) Denn ich bin eine introvertierte und schüchterne Person. Das ist bei mir wie bei „Dr. Jekyll und Mr. Hyde“. Nur wenn ich auf die Bühne gehe, kann ich auch wild und verrückt sein. 

Sie hätten also nichts Bestimmtes mit Freddie zu besprechen?

Ich würde ihn sicher ausfragen – wie alle anderen auch. Wo er herkommt, wie er aufgewachsen ist, sowas.

Also haben Sie durch Ihre ganze Arbeit mit seinen Songs nicht das Gefühl, dass Sie ihn schon kennen?

Nein. Obwohl ich seine engsten Freunde wie Brian May oder Roger Taylor getroffen habe, habe ich nicht mit ihnen nicht so viel über ihn gesprochen. Auch wenn ich seine Musik so gut kenne, habe ich trotzdem immer noch nicht das Gefühl, dass ich ihn irgendwie kenne. Ich denke auch nicht, dass die eigene Musik definiert, wer man ist.

Was haben die Queen-Mitglieder Brian May und Roger Taylor zu Ihrer Stimme gesagt? Waren sie erschrocken?

Mit Roger habe ich mehr Zeit verbracht. Und er musste tatsächlich mehrfach weinen, wenn ich gesungen habe. Aber ist ja klar: Die beiden waren sehr enge Freunde. Ich kann mir das gar nicht vorstellen, wie es ist, jemanden zu treffen, der dich so sehr an deinen verstorbenen besten Freund erinnert. Verrückte Erfahrung!

MOPOP-Redakteurin Frederike Arns mit Marc Martel – im Gespräch ist er angenehm zurückhaltend und leise.
MOPOP-Redakteurin Frederike Arns mit Marc Martel – im Gespräch ist er angenehm zurückhaltend und leise.

Lassen Sie uns mal über ein paar Songs reden. Was ist Ihr Lieblingssong unter den Hits?

„Bohemian Rhapsody“ ist schon unschlagbar. Aber ebenfalls sehr besonders ist „Somebody To Love“ für mich, weil das der Song ist, den ich zuallererst vor Roger Taylor performt habe – er hat bewirkt, dass die Welt auf einmal wusste, wer ich bin.

Und welchen weniger bekannten Song mögen Sie? Ich habe zum Beispiel eine Schwäche für „Spread Your Wings“.

Ich wollte grad genau den gleichen Song nennen! (lacht) John Deacon hat ihn geschrieben und er hat so was Cooles an sich. Er ist wie ein Americana-Rocksong. Die Melodie ist simpel, aber genial – und die Story ist auch super. „News Of The World“, auf dem er erschienen ist, ist auch mein liebstes Album. „It’s Late“ mag ich auch sehr – wegen des Background-Gesangs.

Ich bin großer Queen-Fan – und kann deswegen alle Zitate auf den Live-Alben zwischen den Songs mitsprechen. Gibt es sowas auch bei Ihnen? Ein bestimmtes Zitat, das Sie immer im Kopf haben von Freddie?

Oh, da gibt es so viele. Ich mochte es, als er den grün-roten Harlekin-Anzug trug und sagte: „Die Presse denkt, wir sind Poser, dann posen wir jetzt eben!“

Wann ist Ihnen die Band zum ersten Mal begegnet? Schon als Kind?

Nein, ich habe sie erst in meinen späten Teenagerjahren kennengelernt – als ich den Film „Wayne’s World“ schaute. Aber ich wusste in dem Moment gar nicht, von wem „Bohemian Rhapsody“ stammte. Ich fragte mich auch, ob da eine Frau oder ein Mann singt. Das hat mir damals Selbstbewusstsein verschafft, weil ich auch so eine hohe Stimme habe. Als Mann erwartet man ja, eine tiefe Stimme zu haben. Freddie hat für mich mit diesen Klischees aufgeräumt.

Freddie Mercury hatte ja eine ganz eigene, unvergleichliche Performance-Aura. Das kann man nicht kopieren – und das wollen Sie sicher auch nicht.

Nein. Ich versuche immer, meine eigene Geschichte zu erzählen. Denn jeder, der zu meinen Konzerten kommt, hat ja auch seine ganz eigene Queen-Geschichte. Ich erzähle, wie ich „Bohemian Rhapsody“ zum ersten Mal gehört habe und es mich umgehauen hat. Dass ich mit Brian und Roger arbeiten durfte. Und deswegen schon Tausende Shows spielen durfte. Ich würde nie so tun, als wäre ich Freddie Mercury.

Ist es für Sie hart, immer wieder Fragen zu ihm zu beantworten?

Nein, weil ich verstehe, wie viel Einfluss Freddie Mercury auf die Welt hatte und immer noch hat. Seine Musik ist so wunderschön und sie wird die Existenz von Queen und die meinige lange überdauern. Es ist für mich ein riesiges Kompliment, mit einem der Größten aller Zeiten verglichen zu werden.

Was haben Sie über sich selbst in Ihrer ganzen Zeit mit Freddie gelernt?

Dass ich als Sänger noch viel mehr draufhabe. Durch ihn habe ich das Bedürfnis, mich immer weiter und weiter zu pushen. Er hat so viel in seine Kunst reingesteckt, daran nehme ich mir ein Beispiel.

Ihre Stimme war ja auch Teil des Queen-Kinofilms. Wo denn genau?

Ich darf das nicht verraten. Ich darf nur sagen, dass es eine Mischung aus Freddie Mercury, dem Schauspieler Rami Malek und mir ist.

Gibt es irgendeinen Song, den Sie gar nicht mögen?

Ich mochte lange „I’m In Love With My Car“ nicht. Aber ich habe ihn lieben gelernt. Erstaunlicherweise ist das der Lieblingssong meiner Frau! (lacht)

Haben Sie eigentlich auch Ambitionen, Operngesang zu machen?

Ich habe schon ein Album mit dem italienischen Opernsänger Jonathan Cilia Faro gemacht. Es heißt „Forte“. Da performen wir „Barcelona“ und „Too Much Love Will Kill You“.

Arbeiten Sie gerade auch an eigener Musik?

Länger nicht, aber ich schreibe immer noch eigene Songs. Nun habe ich aber erst mal ein Weihnachtsalbum und ein Live-Album herausgebracht.

Barclays-Arena: 12.10., 20 Uhr, ab 72 Euro; neuer Termin: 27.9.2024 (ebenfalls in der Barclays-Arena)

Jetzt Tickets für Marc Martels „One Vision Of Queen“ gewinnen!

Für Marc Martels „One Vision Of Queen“-Konzert morgen in der Barclays-Arena verlosen wir 3×2 Tickets. Viel Glück!

Dafür einfach eine Mail mit dem Betreff „Marc Martel“ an [email protected] senden und folgende Frage beantworten: Durch welchen Film hat der Kanadier Queen kennengelernt? Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Teilnahmeschluss: 12.10., 10 Uhr.

Veranstalter des Gewinnspiels ist die Morgenpost Verlag GmbH. Bei einer Teilnahme gelten unsere AGB als akzeptiert. Diese AGB finden Sie unter www.mopo.de/gewinnspiel-agb

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