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Lord Of The Lost: Das hat der Hamburger ESC-Act mit Vibratoren und Scooter vor

Lord Of The Lost wollen den ESC in Liverpool rocken – dann ist auch Drummer Niklas Kahl wieder am Start.
Lord Of The Lost wollen den ESC in Liverpool rocken – dann ist auch Drummer Niklas Kahl wieder am Start.
Foto: Marius Röer

Großer Auftritt für Lord Of The Lost: Am Samstagabend steht die Band aus St. Pauli beim ESC auf der ganz großen Bühne und vertritt Deutschland. Vorab traf MOPOP Chris Harms, Pi Stoffers und Gerrit Heinemann zum Gespräch. Es ging um Künstliche Intelligenz, die ESC-Bühne, die musikalische Zukunft – und um Vibratoren.

MOPOP: Ihr spielt beim ESC auf einer gigantischen Bühne vor 200 Millionen Zuschauer:innen. Plant ihr einen speziellen Auftritt?

Chris: Es gibt wesentlich mehr Feuer und wir arbeiten mehr in die Höhe.

Pi: Egal, wie groß oder klein die Bühne ist, behaupte ich, dass wir sehr gut mit unseren Bewegungen sind. Wir müssen nicht hinter einem Instrument sitzen bleiben.

Lord Of The Lost: Die ESC-Show wird feurig

Chris: Große Bühnen sind wir gewohnt, die sind kein Problem. Du hast 100 Prozent Energie, die Du auf drei Minuten aufteilen musst – da kann man viel machen. Es ist kein Geheimnis, dass der ESC eine Halbplayback-Show ist. Der Gesang ist live, die Musik nicht. Als Instrumentalist gibt Dir das noch mehr Möglichkeiten. Wenn Du die Saiten nicht genau triffst, interessiert es keinen. Hauptsache, es sieht gut aus.

Ihr seid nach dem Vorentscheid häufig mit Lordi verglichen worden. Wie nehmt ihr sowas wahr?

Chris: Es ist lustig, wenn Leute sagen, „das ist genau wie Lordi und Måneskin“. Beide Bands in einen Topf zu werfen, ist schon ein Statement. Dann noch zu sagen, dass wir auch so sind … Ich finde diese Vergleiche völlig in Ordnung, weil sie meistens von Menschen kommen, die mit dieser Musik nicht viel zu tun haben. Vielleicht mache ich ähnliche Vergleiche über Filmgenres, die ich nicht kenne, ohne das zu wissen.

Gerrit: Es mutet immer so an, als würde man sich nur über Schlagzeilen eine Meinung bilden. Bei uns steht Lord im Namen, bei Lordi steht Lord im Namen.

Chris: Dann bist du ganz schnell bei Rammstein, weil wir beim ESC Feuer benutzen und ich auch eher tief singe. Diese Vergleiche brauchen Leute, um uns zu kategorisieren. Aber diese Streits müssen wir nicht führen, das übernehmen unsere Fans schon.

Habt ihr schon Ideen für eure eigene musikalische Zukunft nach dem ESC?

Chris: Auf jeden Fall machen wir nicht so weiter wie mit „Blood & Glitter“. Das ist für uns nicht spannend. Wir haben immer ein Gefühlskonzept, das irgendwann zu einem inhaltlichen wird. Es schränkt erst einmal ein, wenn man eine Fahrtrichtung hat und genau weiß, was man nicht machen will. Das wiederum sorgt für Kreativität, wenn Du sagst, hier sind drei Werkzeuge, mit denen Du arbeiten musst. Uns selbst einzuschränken, um uns dadurch zu öffnen, macht uns sehr viel Spaß.

Sogar King Charles III. bekam schon eine Audienz bei Chris Harms und Kollegen. Foto: dpa | Jonas Walzberg
Sogar King Charles III. bekam eine Audienz bei Chris Harms und Kollegen. Foto: dpa | Jonas Walzberg

Lord Of The Lost: Songs mit Vibratoren – und H. P. Baxxter?

Welche Sounds habt ihr noch nie benutzt, würdet es aber gerne?

Chris: Vibratoren. Es wäre cool, das Summen für Basslines zu sampeln.

Pi: Schlagbohrmaschine.

Gerrit: Thermomix.

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Ihr habt gemeinsam mit Blümchen Roxette gecovert. Welcher Gast kommt als nächstes zu euch?

Chris: Wir träumen immer noch von einem Feature mit H. P. Baxxter. H. P., wenn Du das liest: Ruf an oder komm‘ rum!

Lord Of The Lost: „Könnten wir unsere Musik nicht genießen, wäre etwas falsch“

Könnt ihr eure eigene Musik eigentlich noch selbst hören?

Gerrit: Wenn du nicht selbst dein „größter Fan“ bist, kannst du es gleich sein lassen.

Chris: Ich kann Musiker nicht verstehen, die sagen, dass es selbstverliebt wäre, seine eigene Musik zu mögen. Dadurch sagst Du doch nicht, dass Du besser bist als die anderen. Es sollte doch zu 100 Prozent dem entsprechen, was Du richtig geil findest. Wenn wir unsere eigene Musik nicht hören und genießen könnten, wäre irgendwas falsch.

Gerrit: Wenn das Album rauskommt, wenn es im Regal steht und die Außenwelt es zum ersten Mal hört, dann schalten wir erst einmal ab.

Pi: Was ich schön finde, ist, nach einer längeren Zeit wieder reinzuhören und Dinge wiederzuentdecken.

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Chris: Es gibt einige Songs, die Du völlig vergisst. Du spielst nie alle Songs von einem Album live, bei einigen fühlt man das einfach nicht. Dann hörst Du die vielleicht über Jahre nicht, hörst irgendwo in einer Bar einen Song im Hintergrund, findest den ganz geil und stellst fest: Ach, das sind ja wir!

Ein heißes Thema aktuell ist Künstliche Intelligenz. Habt ihr damit schon experimentiert?

Chris: Ja, ich habe darüber einen Pressetext für eine fiktive Lord Of The Lost-Tour schreiben lassen. Da kam ein erstaunlich gutes Ergebnis heraus. Aus Spaß habe ich das auch schon für einen fiktiven Song benutzt, aber noch nicht fürs Songwriting. Vielleicht ist das tatsächlich ein Mittel, wenn man eine Blockade hat und selbst nicht weiterweiß. Ich würde mich dagegen wehren, das zu nehmen, aber das zu lesen inspiriert mich vielleicht.

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