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Soli-Konzert für Seenotretter im Knust: Auch Kettcar sind dabei

Schwarzweiß-Foto der Band, aufgenommen draußen. Die 5 Männer tragen schwarze Oberteile und gucken ernst in die Kamera
Sind bei der „Iuventa-Soli-Sause“ im Knust dabei: Kettcar
Foto:

Sind bei der „Iuventa-Soli-Sause“ am Mittwochabend im Knust dabei: Kettcar. Foto: Andreas Hornoff

„Das wird kein normales Konzert“, lassen Kettcar auf ihrer Facebook-Seite wissen. „Werdet Ihr spätestens sehen, wenn wir auf die Bühne kommen.“ Wenig normal ist auch der Anlass der Show – denn lieber wäre allen Beteiligten, es müsste gar kein Konzert geben.

Die „Iuventa-Soli-Sause“ heute Abend im Knust soll aufmerksam machen auf einen Prozess, der eigentlich nie stattfinden dürfte. Die Crew des Seenotrettungsschiffs „Iuventa“ ist – kurz gesagt – angeklagt für ihre Menschlichkeit. Ihr wird vorgeworfen, zwischen 2016 und 2018 Geflüchteten dabei geholfen zu haben, illegal nach Italien zu kommen.

Soli-Konzert für die Crew der „Iuventa“ im Knust

Unter den 21 angeklagten Seenotrettern sind unter anderem Mitglieder der Berliner Hilfsorganisation „Jugend rettet“ und auch Dariush Beigui, ein Kapitän aus Hamburg. Er erklärte die Details in einem Interview in der MOPO wie folgt (M+): „Der Hauptvorwurf ist Beihilfe zur illegalen Einreise. Also, dass ich und die anderen drei Deutschen von meinem Rettungsteam Menschen auf dem Mittelmeer illegal geholfen haben, Italien zu erreichen. Die Staatsanwaltschaft behauptet, dass das, was wir gemacht haben, keine Seenotrettung war. Was einfach Schwachsinn ist“, sagte er im Februar.

Man sieht Dariush Beiguis Kopf vor einem gelben Plakat mit der Aufschrift "Retten"
Auch der Hamburger Kapitän Dariush Beigu ist angeklagt – ihm drohen bis zu 20 Jahren Haft. Foto: Britta Pedersen/dpa

„Da sind Boote, völlig überfüllt mit Geflüchteten, mit kaum Nahrung und Wasser dabei, kaum Sprit. Man muss kein Seemann sein, um zu verstehen, dass so ein Boot nicht in der Lage ist, den nächsten sicheren Hafen zu erreichen. Damit ist das Boot in Seenot, das ist die erste Definition.“ Ihm und dem Rest der Crew drohen nun bis zu 20 Jahre Haft. Im Mai starten in Sizilien die Vorverhandlungen.

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Heute Abend soll über den Stand der Prozessvorbereitungen informiert werden. Um 19 Uhr geht’s im Knust mit einem Vortrag der „Iuventa“-Crew zur „Kriminalisierung von Solidarität“ los, danach spielen Absturtz, Jesus Skins und eben auch Kettcar je „fünf Songs“, wie es auf der Facebook-Seite weiter heißt. Die Reihenfolge der Bands wird ausgelost. Die Moderation übernimmt Ole Plogstedt, das Soli-Ticket kostet knapp 15 Euro.  

„Wir feiern die ,Iuventa‘-Leute und das, was sie tun sehr!“, so Kettcar-Gitarrist Erik Langer. „Also kommt alle rum und unterstützt die gute Sache, denn ihr wisst ja: Humanismus ist nicht verhandelbar und Seenotrettung ist verdammt nochmal kein Verbrechen!“ Wer es nicht ins Knust schafft: kein Problem! Die „Iuventa-Soli-Sause“ gibt’s auch als Stream, Spenden sind erwünscht.

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