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Sukini: „Kinder sind viel ehrlicher und Klickzahlen sind ihnen egal“

Die Rapperin Sukini behandelt in ihren Songs alles Mögliche, was Kindern wichtig ist.
Die Rapperin Sukini behandelt in ihren Songs alles Mögliche, was Kindern wichtig ist.
Foto: Universal

Mal singt sie über Tiere, mal über Gefühle, mal über Rechte. Die Rapperin Sukini behandelt in zwölf neuen Liedern alles Mögliche, was Kindern wichtig ist. Gerade ist ihr zweites Album „Da haben wir den Salat!“ erschienen. Im MOPOP-Interview erzählt sie, was sie mit ihren Liedern erreichen will. Und was ihre Familie zu dem Album sagt.

MOPOP: Warum kommt denn Salat im Albumtitel vor? Grünes Gemüse ist bei vielen Menschen eher unbeliebt.

Sukini: Wir glauben immer genau zu wissen, was alle nicht mögen oder alle gut finden. Wenn man sich die Mühe macht, genauer hinzuschauen, sieht die Welt doch viel bunter und vielfältiger aus. Das wünsche ich mir auch für meine Musik. Die Menschen sollen sich wundern und genau hinhören – vielleicht helfen dabei auch Gemüse-Wortspiele. „Da haben wir den Salat“ kann man ja auch sagen, wenn etwas richtig doof gelaufen ist und man sich ärgert.

Das neue Album: „Da haben wir den Salat!“ (Karussell)

Aber es geht in dem Lied schon um Salat?

Es geht um die Frage, warum wir eigentlich Tiere und nicht lieber mehr Gemüse essen. Ich drehe den Satz um und mache etwas Positives daraus. Wenn wir mehr Gemüse oder auch Salat essen würden, wäre das gut für unseren Planeten und die Tiere natürlich auch. Ich möchte damit niemanden bekehren, sondern vor allem klarstellen, dass Wiener eben nicht als Würstchen zur Welt kommen. Was die Hörer:innen daraus machen, bleibt ihnen überlassen.

Auf deinem Album geht es auch um die Rechte von Kindern, starke Gefühle und Schulnoten. Soll man bei deiner Musik eher nachdenken oder tanzen?

Am besten beides. Aber es gibt schon genug Musiker:innen, die vor allem spaßige und lustige Lieder schreiben. Dann muss ich das nicht auch noch so machen. Ich will lieber über Themen rappen, die mich bewegen und interessieren, auch wenn sie manchmal sehr ernst sind oder man nicht gerne über sie spricht. Wenn dadurch meine Lieder nicht sofort große Chart-Hits werden, finde ich das auch nicht so schlimm.

Wen bringt man leichter zum Nachdenken: Kinder oder Erwachsene?

Ich habe immer wieder festgestellt, dass Kinder viel offener für neue und vielleicht ungewöhnliche Musik sind. Ihnen sind vorherige Alben oder irgendwelche Klickzahlen bei YouTube viel egaler. Gleichzeitig sind sie auch ehrlicher, wenn ihnen etwas nicht gefällt.

Gibt es bei dir Test-Hörer:innen, die mitentscheiden, ob ein Song gut ist und auf dein Album kommt?

Nein. Ich zeige meiner Familie natürlich auch mal Textideen oder spiele ihnen etwas vor. Aber kein Song landet im Müll, nur weil er ihnen nicht gefällt. Ich versuche, mich eher auf mein Gefühl zu verlassen und daran zu erinnern, was ich selbst gerne als Kind gehört oder gelesen habe. Und natürlich hilft es auch, dass viele Kinder in meinem Umfeld leben. (DPA)

Sukini spielt am 11.8. (14-22 Uhr) im Rahmen des Schanze-Open-Airs, die Tickets fürs ganze Festival gibt es ab 29 Euro hier

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