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Trio aus Hamburg: Sie sind „die coolste Kinderband der Welt“

Trio aus Hamburg: Sie sind „die coolste Kinderband der Welt“

    03.09.2022
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    „Deine Freunde“ sind eine dreiköpfige Band für Kindermusik aus Eimsbüttel.

    „Deine Freunde“ sind eine dreiköpfige Band für Kindermusik aus Eimsbüttel.

    Wenn Mädchen und Jungen im Kita- und Grundschulalter die Namen Flo, Lukas und Pauli hören, wissen viele sofort: Es geht um die Hamburger Kinderband „Deine Freunde“. Die wird auch heute noch von vielen Eltern mit Kindern im Kita-Alter als „Neuentdeckung“ gern anderen Eltern weiter empfohlen. Denn sie spielen Hip-Hop- und Popmusik mit frech-lustig-schlauen Texten aus dem Kosmos der Kinder. Gleichzeitig haben sie den Anspruch, richtige Musik zu machen. Die Kombination begeistert Kinder und Eltern gleichermaßen und hat Bewegung in die Kinderzimmer und die Branche gebracht.

    Und das übrigens nicht erst seit neuestem. Sondern bereits seit zehn Jahren: 2012 haben sich Florian Sump, Lukas Nimscheck und Markus Pauli das erste Mal zusammengesetzt, am Keyboard herumprobiert und direkt ihren ersten Hit zusammen geschrieben. „Schokolade“. Kenner denken jetzt sofort an Omas Schublade.

    „Deine Freunde“: Musik für eine „bestimmte Zielgruppe“

    Wer sind diese Drei? Es sind Musiker, denen ihr Beruf richtig viel Spaß macht. Erwachsene kennen Markus Pauli vielleicht als den Live-DJ von „Fettes Brot“, Florian Sump als den früheren Schlagzeuger von „Echt“ beziehungsweise als Hip-Hop-Sänger Jim Pansen und Lukas Nimscheck als einstigen „Tigerenten-Club“-Moderator und heutigen Theatermacher.

    Gemeinsam entdeckten sie eine Marktlücke in der Musik: „Es fehlte einfach Musik für eine bestimmte Zielgruppe“, sagte Sump der Deutschen Presse-Agentur. Den Erfolg von heute haben sie sich hart erarbeitet. „Wir haben am Anfang an jeder Gießkanne gespielt. Das machen wir zum Teil immer noch“, sagte Nimscheck und alle drei lachen. Nach fünf Jahren hätten sie zum ersten Mal gemerkt, dass diese Arbeit für ein Auskommen reicht, zum echten Beruf geworden ist. „Da haben wir in München in einer Halle vor 1500 Leuten gespielt. Das war eine Größenordnung, von der weder wir noch Musikkollegen jemals ausgegangen waren“, so Pauli.

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    Die deutschsprachigen Texte der Band drehen sich um die Klassiker des Familienalltags: lange Autofahrten, nervige Geschwister, Hausaufgaben, die peinlich-verschämte Liebe zu Mama, Kinderlieder, Weihnachtsmannschlitten oder Quatsch mit Soße. Nicht selten bringen sie auch Eltern zum Lachen, die sich hier und da ertappt fühlen dürften. Untermalt sind die meist von Flo gerappten und von Lukas gesungenen Texte mit dem fetten Beat von DJ Pauli. Der Sound geht ins Ohr und in die Füße.

    Hamburg: Mega-Erfolg mit „Kindermusik“

    Obwohl sich die drei selbstbewusst „die coolste Kinderband der Welt“ nennen, ist die Band auch heute noch vor allem eine kleine Gruppe von Machern. Hinter dem Erfolg steht ein Mini-Team, keine große Maschinerie. Das betrifft sowohl das Schreiben und Mischen der Lieder als auch das Produzieren der Musikvideos. Das machen die drei nämlich nach wie vor selbst, und zwar in ihrem kleinen Allround-Studio in Hamburg-Eimsbüttel. Und für den Ticket-Verkauf und das Management gebe es lediglich noch zwei, drei weitere Leute im Kernteam.

    Das ist vor allem deshalb erstaunlich, weil die Band gleichzeitig einen enormen Output hat. Sechs Alben mit rund 100 Songs sind seit Bestehen des Trios erschienen, sie haben Lieder für Filme geschrieben, als Duo waren sie Jurymitglieder bei The Voice Kids, und sie haben mit den Prinzen eine neue Version von „Alles nur geklaut“ aufgenommen. Zudem sind sie regelmäßig auf Tour. Bandangaben zufolge haben bisher fast 300.000 Menschen eines ihrer Konzerte besucht und fast 300.000 Tonträger wurden verkauft. Nun steht die Tour zum zehnjährigen Bandjubiläum an. 15 Open-Air- und 20 Hallen-Konzerte.

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    Im Juni ging es in Hannover los und an diesem Wochenende fanden die Sommer-Open-Airs mit gleich drei ausverkauften Konzerten im Hamburger Stadtpark ihren Abschluss. Die Atmosphäre dabei: ausgelassen bis euphorisch.

    Das Besondere daran: Wo „Deine Freunde“ ein Konzert geben, dürfen Kinder allein aus dem Häuschen geraten, abrocken, springen, tanzen und laut mitsingen. Denn Eltern müssen draußen bleiben, also zumindest aus der Kernzone. So erleben die Kinder – in Sichtweite zu den Erwachsenen – ein waschechtes Konzert auf Bühnen, auf denen sonst auch die Lieblingsmusiker ihrer Eltern stehen. Zuletzt waren in der Zitadelle in Berlin beispielsweise mehr als 3000 Kinder und genauso viele Erwachsene beim Konzert. Und jedes Mal wieder sind „Deine Freunde“ beeindruckt von ihren Fans. „Wir haben so ein textsicheres Publikum, das überrascht uns immer wieder“, sagte Markus Pauli.

    Rolf Zuckowski unterstützt „Deine Freunde“

    Lob für diese moderne Kindermusik gibt es aus verschiedenen Richtungen. „Sie haben dieses Genre sogar neu erfunden, es aus den Fängen der wohlmeinenden Musikpädagogen und singenden Handpuppen befreit“, schrieb beispielsweise ein „Zeit“-Journalist kürzlich. Die Band liefere nicht nur den besten Soundtrack für jeden Kindergeburtstag, sondern sei „eine der interessantesten deutschsprachigen Bands überhaupt“.

    Auch Kinderliedermacher Rolf Zuckowski ist Fan und Unterstützer des Trios: Für ihn sind „Deine Freunde“ immer noch „eine Art Ausnahmeerscheinung“ bei der Musik für Kinder, wie er dpa sagte. „Denn sie machen Hip-Hop. Und das ist eine ganz eigene Kategorie, die oft auch mit einer derben Sprache verbunden ist. Bei den ‚Freunden‘ aber nicht.“ Sie würden stattdessen viel Fantasie und Humor mit authentischer Zuwendung zu den Kindern, aber auch zu den Eltern verbinden. Eigens für die Band hatte Zuckowski vor zehn Jahren ein neues Label für innovative Kindermusik gegründet.

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    Deine Freunde freuen sich darüber, dass sie auch in der Branche musikalisch ernst genommen werden. „Die Kollegen freuen sich über unsere Musik mehr als wir gedacht haben. Sie respektieren das und kommen selbst mit ihren Kindern zu unseren Konzerten“, sagte Nimscheck. Auch gegen Kindermusik-Konkurrenz hat das Trio nichts. „Wir freuen uns, wenn da ein bisschen mehr geht“, erzählte Sump. (dpa/mopop)

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