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Tiefer graben als „Ich will Spaß, ich geb Gas“: Olympya bringen Debütalbum „Auto“ heraus

Tiefer graben als „Ich will Spaß, ich geb Gas“: Olympya bringen Debütalbum „Auto“ heraus

26.02.2021
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Die fresheste Boyband, die Hamburg gerade zu bieten hat: Hinter Olympya stecken Lucas Mainka, Andi Matthes und Marcus Borchert (v. l.). Foto: Benjamin Pichelmann

„Die Band. Nicht das Sportfest.“ – das schreiben Olympya über sich auf ihren Social-Media-Profilen. Was die Hamburger Band um Marcus Borchert (39), Lucas Mainka (37) und Andi Matthes (39) aber doch mit Hammerwerfen, Curling und Wasserballett gemeinsam hat, ist absolute Vielfältigkeit. In Olympya stecken nämlich Genres wie Neue Deutsche Welle, Wave, Elektro, Pop, Punk – und auch HipHop.

Olympyas Debütalbum „Auto“ ist heute (26. Februar) beim Hamburger Label Audiolith erschienen.

Bei HipHop-Kennern wird’s auch schon längst geklingelt haben – man kennt die drei auch als Pierre Sonality, LuKutz und Maulheld von der Untergrund-Rap-Crew Funkverteidiger.Vor einigen Jahren hatten sie aber einfach das Bedürfnis, sich komplett vom Sample-basierten, „rumpelnden“ HipHop-Boom-Bap zu verabschieden: „Wir konnten mit der Art, wie wir Rap ausgelebt haben, nicht mehr so viel anfangen“, erzählt Marcus im MOPOP-Interview. „Natürlich ist Rapmusik Kunst, aber sie ist wegen der Reimtechnik auch immer sehr handwerklich – und wird mit der Zeit zu einer Art Kunsthandwerk“, fügt Andi hinzu. „Wir wussten ganz oft schon vorher, wie ein neuer Track klingen würde. Jetzt wissen wir das nie.“

Wir machen keine Kirmes-Bespaßungsmusik.

Marcus Borchert (39) von Olympya

Das stimmt! Bei Olympya bohrt sich im einen Moment ein wilder Synthesizer ins Ohr und im anderen pogt die Punk-Manier einen aus den Schuhen. Aber immer wieder gibt’s auch herrliche Pop-Momente! Diese erinnern dann oft an NDW-Sound – ohne dabei je inhaltlich flach zu sein. „Wir machen keine Kirmes-Bespaßungsmusik“, sagt Marcus. „Wir wollen tiefer graben als ,Ich will Spaß, ich geb Gas‘“, fügt Lucas hinzu.

 

Inhaltlich geht’s etwa um Mobbing und daraus resultierender Weltflucht („Rocky“), um alte, weiße Männer, die sich auf einmal in der Situation von Flüchtlingen befinden („Ostseeträume“) oder Liebe in der Hauptstadt („Berlin“). Und obendrauf tanzen die drei in Zwangsjacken oder zusammen mit Crashtest-Dummies (so heißt auch ein Song) in ihren Videos.

 

Spannend auch: Eigentlich hatten Olympya schon vor anderthalb Jahren ein ganzes Album fertig, für das sie sogar Videos in Hongkong und Bangkok gedreht hatten. Aber dann verwarfen sie es wieder komplett: „Wir hatten das Gefühl, wir machen total progressive Synthesizer-Musik – aber eigentlich war das dann doch wieder zu 100 Prozent Rap“, erinnert Andi sich. „Trap-Rap, der zwar einen geileren Sound hatte, aber irgendwie auch viel Rumprollerei war“, fügt Marcus hinzu. Ihr Perfektionismus bewirkte, dass sie ohne Genregrenzen in den Köpfen noch mal komplett neu starteten. Dabei herausgekommen ist nun das Album „Auto“, das morgen beim Hamburger Label Audiolith erscheint. Darin steckt so viel Energie, dass es hoffentlich bald – zusammen mit allen anderen Musikern, die am Olympya-Sound beteiligt sind – auch live gespielt werden kann!

Perfektionismus: Olympya hatten schon ein ganzes Album fertig, für das sie sogar Videos im Ausland gedreht hatten, aber dann haben sie es wieder komplett verworfen.

Ist das bei Olympya nun die komplette Abkehr von HipHop? Natürlich nicht! Denn wenn man einmal HipHop geliebt hat, dann bleibt diese Liebe auch: „So richtig loswerden kann man das HipHop-Ding nicht, das ist in einem drin und das hat einen zu dem gemacht, der man ist“, sagt Marcus. „Wir mussten aus unserer Routine ausbrechen – eine Abneigung gibt’s da bei keinem von uns“, fügt Lucas hinzu. „Neue Ästhetiken reizen uns gerade aber einfach mehr. Aber es kann auch sein, dass wir auch noch mal einen Rapsong herausbringen“, verrät Andi.

Olympya: Kommt da auch noch mal irgendwann ein richtiger Rapsong?

Wegen der immerwährenden HipHop-Liebe erscheint das Album deswegen übrigens auch limitiert auf Kassette – einem HipHop-typischen Klassiker-Medium. In den Rekorder legen und auf die Play-Taste drücken? Unbedingt!

Olympyas Debütalbum „Auto“ ist bei Audiolith digital, auf Platte und als Kassette erschienen.

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