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So wurde unsere Stadt bunt! Museum für Hamburgische Geschichte würdigt die hiesige Graffiti-Kunst

Ein Werk von Gabba und Gagarin, das sich 1988 gegen die Gentrifizierung Ottensens positionierte.
Ein Werk von Gabba und Gagarin, das sich 1988 gegen die Gentrifizierung Ottensens positionierte.
Foto: Antje F. Herbst.

Vom Buch zur Ausstellung! Wenn man die dicke und schwere Graffiti-„Bibel“ „Eine Stadt wird bunt. Hamburg Graffiti History 1980 – 1999“ mit all ihren starken Fotos in den Händen hält, ist man schwer beeindruckt. Jetzt legen die vier Herausgeber – Mirko „DAIM“ Reisser, Oliver „Davis One“ Nebel, Andreas „Cario“ Timm und Frank Petering – noch eine Schippe drauf: Ab nächster Woche wird die Hamburger Graffiti-Kunst mit einer fetten Ausstellung im Museum für Hamburgische Geschichte gewürdigt.

Die Buch-Herausgeber und Ausstellungs-Kuratoren: Mirko Reisser (v.l.), Oliver Nebel, Frank Petering und Andreas Timm. Sie sind alle vier von Anfang an Teil der Hamburger Graffiti- und HipHop-Szene. Foto: Eine Stadt wird bunt.

Fast 500 Ausstellungsstücke – darunter Fotos, Texte, Skizzen, Sprühdosen, Zeitungsartikel, Graffiti-Magazine und sonstige Accessoires  – wird die Schau, die vom 2. November bis 31. Juli 2023 läuft, zeigen.

CanTwo und Jase 1988 vor ihren Pieces bei „Pein & Pein“ in Halstenbek. Foto: Fedor Wildhardt

„Durch den Breakdance- und HipHop-Film ,Wild Style‘ ging es mit Graffiti in den westlichen deutschen Städten um 1983/1984 überall gleichzeitig los. Der Film hat eine riesige Welle ausgelöst“, erzählte Mirko Reisser einst im MOPOP-Interview. Er und seine drei Mitstreiter müssen es wissen: Sie sind alle selbst seit ca. Ende der 80er Teil der Szene.

Na, erkannt? Die Beginner bei einem Auftritt in der Fabrik im Jahr 1993. Die Ausstellung hat auch eine Musik-Sektion. Foto: Ulli Mehlich

Ihre Besonderheit in Hamburg bestand zudem darin, dass die ersten Malereien auch durch die Punk-Jugendkultur und die Entwicklungen rund um die Hausbesetzer-Szene beeinflusst waren. Dieser Umstand kommt natürlich auch in der Ausstellung zum Tragen. Darüber hinaus macht sie klar, wie sich Anfang der 80er nach und nach das Stadtbild durch die bunten Bilder und Schriftzüge an Wänden, Brücken und  Zügen verändert hat. Und natürlich wird auch ein Bogen zur musikalischen HipHop-Jugendkultur geschlagen: In der Musik-Sektion gibt’s etwa den „Powerhouse“-Schriftzug, der einst den Eingang des legendären HipHop-Clubs auf St. Pauli schmückte.

Der Graffiti-Writer Kane mit einer original Krylon-Sprühdose aus den USA (ca. 1988). Foto: Oliver Hoppe

Weitere Highlights:  echte alte S-Bahn-Sitze, auf denen auch die Graffiti-Writer so damals gesessen haben könnten, ein nachgestelltes Jugendzimmer eines jungen Writers und damit einhergehend natürlich auch typische Kleidungsstücke wie „Namebelts“, Sneakers oder Baseballjacken, auf denen sich aufwendig gestaltete „Backpieces“ befinden.

Das „Eine Stadt wird bunt“-Buch hat 560 Seiten – gibt’s auch unter shop.mopo.de!

Und die Ausstellung reicht auch über das Museum hinaus: Mit der „Eine Stadt wird bunt“-App (jetzt schon in den Stores verfügbar) kann man interaktive und individuelle Stadterkundungen machen. Mehr als 60 Spots kann man damit besuchen – darunter etwa die Jungfernstieg-Corner und Königstraße als bekannte Treffpunkte oder das Gymnasium Altona, wo es eine Graffiti-Galerie gab. Wenn man dann an einem Ort angelangt ist, ermöglicht einem die App mit „Augmented Reality“ eine Zeitreise in die Vergangenheit.

Dieses Bild zeigt eine Auftragsarbeit der MAC-Crew für die Hypothekenbank (1989). Foto: Andreas Timm/Michael Kiessling.

Museum für Hamburgische Geschichte: ab 2.11., Holstenwall 24, Mo 10-17 Uhr, Di geschlossen, Mi-Fr 10-17 Uhr, Sa-So 10-18 Uhr, ausgewählte Donnerstage 17-21 Uhr (Eintritt frei), sonst 9,50/6 Euro, mehr Infos: einestadtwirdbunt.de oder shmh.de

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