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Reeperbahn-Festival gestartet: So war der erste Tag!


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Normalerweise steht das Reeperbahn-Festival für trendige Musik, volle Clubs und tanzende Menschen. In Corona-Zeiten ist alles anders und die Branche schwer getroffen. Unterkriegen lassen will man sich in Hamburg vom Virus nicht. Deswegen findet das Festival pandemiegerecht bis Samstag statt.

Ganz im Zeichen der Corona-Krise ist in Hamburg das Reeperbahn-Festival eröffnet worden. Dass das Festival trotz Pandemie, die weite Teile der Musik- und Veranstaltungsbranche in den Lockdown gezwungen hat, stattfinden könne, sei ein „Zeichen des Überlebens“, sagte Hamburgs Kultursenator Carsten Brosda am Mittwochabend bei der „Doors Open“-Show.

„Don’t let the fucker get you down.“

Cooler, passender Spruch von Wolfgang Schmidt, dem Staatssekretär im Finanzministerium
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Finanzstaatssekretär Wolfgang Schmidt, der für den erkrankten Vizekanzler Olaf Scholz auf die Bühne des Operettenhauses gekommen war, eröffnete die „Corona Edition“ Festivals mit einer Liedzeile der britischen Post-Punk-Band Savages: „Don’t let the fucker get you down“, nachdem er vorher einen Ellbogen-Check mit dem Kultursenator gemacht hatte.

Maske und Ellbogen-Check: So begrüßen sich Politiker in Corona-Zeiten. Wolfgang Schmidt, Staatssekretär im Bundesministerium der Finanzen und Hamburgs Kultursenator Carsten Brosda (beide SPD) bei der Eröddnungsveranstaltung des Reeperbahn-Festivals. Foto: Christian Charisius/dpa

Sie träume davon, wieder verschwitzt mit anderen in Clubs zur Musik tanzen zu können, verriet Spice Girl Melanie C den Gästen, die aus Infektionsschutzgründen nur jede zweite Reihe des Operettenhauses besetzen durften. Mit dem Festival, bei dem sie der Jury für den Reeperbahn-Festival International Music Award „Anchor“ angehört, wolle sie zeigen: „Das Leben muss weitergehen und wir können es sicher machen.“

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Stargast und Anchor-Jury-Mitglied Mel C im fancy Trainingsanzug, der an ihre Spice-Girls-Zeiten erinnert. Foro: Fynn Freund

Sporty Spice Mel C träumt davon, wieder in Clubs zu schwitzen

Vom ersten Konzert an soll bei dem Club-Festival vor allem getestet werden, ob Live-Musik in Zeiten von Corona und unter Einhaltung aller bestehenden Abstands- und Hygieneregeln auch Spaß macht. Bis Samstagabend sind – verteilt auf 20 kleinere und mittlere Spielstätten – rund 300 Veranstaltungen geplant. Etwa 140 davon sind Musikkonzerte. Der Konferenzteil des Reeperbahn-Festivals findet in diesem Jahr ausschließlich digital statt, viele Konzerte werden ebenfalls (live) gestreamt.

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So sah's bei der Eröffnungsveranstaltung im Publikum aus. Foto: Fynn Freund
So sah’s bei der Eröffnungsveranstaltung im Publikum aus. Foto: Fynn Freund

Auch die Konzerte am Eröffnungstag standen ganz im Zeichen der Hygienemaßnahmen. So wurde etwa beim Konzert der britischen Band Koko im Uebel & Gefährlich jedem der nur rund 50 Gäste ein desinfizierter Platz zugewiesen. In den Bunker passen normalerweise hunderte tanzende Leute. Diesmal war es ein Sit-in der etwas anderen Art, das Band und Publikum nach Monaten ohne Live-Musik dennoch sichtlich genießen konnten.

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Wie eine vor Festivalbeginn vorgelegte Studie zeigt, erwartet die deutsche Musikwirtschaft wegen Corona in diesem Jahr einen drastischen Umsatzeinbruch. Die Akteure der Branche gehen von sieben Milliarden Euro oder knapp 29 Prozent weniger Umsatz aus als noch vor Corona. Ursprünglich war für das laufende Jahr eine Umsatzsteigerung von 23 Prozent erwartet worden. Besserung ist demnach erst 2021 in Sicht.

2019 hatte die Branche laut Studie bei den Gesamterlösen zum Vorjahr noch um 18 Prozent auf rund 13,6 Milliarden Euro zugelegt. Die Zahl der Erwerbstätigen wuchs um rund 25 Prozent auf fast 158 000. Damit sei „die Musikwirtschaft der größte Arbeitgeber innerhalb des Mediensektors in Deutschland“, sagte Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD), der die Branchenvertreter zum Musikdialog Hamburg empfangen hatte. (dpa)

Das Reeperbahn-Festival geht noch bis Samstag, 19. September. Tagestickets kann man hier noch ab 49 Euro bekommen. Im Stream kann man viele Konzerte vom Sofa aus schauen.

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