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Krass! Mein erstes Mal auf ’ner Wacken-Bühne

Krass! Mein erstes Mal auf ’ner Wacken-Bühne

Veröffentlicht vor 2 Tagen
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Marc Baumgart (51) über seinen verrückt-schönen Tag. Foto: Heidi vom Lande

Marc Baumgart (51) über seinen verrückt-schönen Tag. Foto: Heidi vom Lande

Marc Baumgart, MOPO-Webmaster und 5th-Avenue-Gitarrist, über das Erlebnis

Mit der eigenen Band in Wacken auftreten. Ein Traum! Für MOPO-Webmaster Marc Baumgart ist er in Erfüllung gegangen: Mit seiner Band 5th Avenue spielte der 51-Jährige Mittwoch auf der „Wackinger“-Bühne. Hier erzählt er von seinem ersten Mal.

Es war eine Zitterpartie. Niemand von der Band hätte mehr damit gerechnet, dass wir mit 5th Avenue in diesem Jahr auf dem größten Metal-Festival der Welt spielen würden. Vor Corona waren wir für Wacken im Gespräch, hatten gute Chancen, dort spielen zu können. Doch ausgerechnet die Bühne, auf der wir damals hätten spielen sollen, wurde nach einigen Umstrukturierungen auf dem Gelände gestrichen. So hatten wir uns keine großen Hoffnungen mehr gemacht und waren völlig begeistert, dass wir dann doch noch eine Zusage bekamen. Für Mittwoch. Eine Stunde von 14.30 bis 15.30 Uhr. Am Hauptanreisetag. Bedeutet früh raus. 7 Uhr auf der Autobahn Richtung Wacken. Die Autos voll bis unters Dach mit Gitarren, Bässen, Keyboards, Schlagzeug und allerhand Kleinkram.

Um 9 Uhr endlich in Wacken beim VIP-, Presse-, Artist-Check-In. Der liegt zwischen zwei Dörfern in einer Halle mitten im Wald. Die Schlange davor ist schon 30 Meter lang. Doch als Band geht man an allen vorbei und bekommt direkt das Artist-Armband. Mit diesem Stück Stoff um das Handgelenk hat man dann Zugang zum Bandparkplatz und allen Backstage-Bereichen. Und natürlich dem Artist-Village. Das ist quasi ein Dorf im Dorf. Mit einem großen Catering-Zelt, in dem das Essen locker mit einigen höherwertigen Hotels mithalten kann, Backstage-Räumen für die Bands und kleineren Bars. Auch Massagen, Physiotherapie, Tattoos und – tatsächlich – ein Waschsalon können dort in Anspruch genommen werden. Ein wirklich ruhiges Idyll inmitten all des Metal-Trubels von Tausenden von Leuten, lauter Musik, Hitze und Staub. 

Gegen 11 Uhr kommt der Band-Shuttle. Der holt Band und Backline (Instrumente, Verstärker, Keyboards, etc.) vom Band-Parkplatz ab und fährt sie direkt hinter die Bühne. Für uns geht es zur Wackinger-Bühne. Ich sehe die Bühne zum ersten Mal. Wow. Groß. Riesig. Die größte Bühne, auf der ich bislang gespielt habe. Die erste Frage, die in meinem Kopf schwirrt: Sind meine Kabel lang genug? 

Vor dem Gig: Stress pur. Wir laden die Backline aus dem Band-Shuttle aus. Versuchen, unbemerkt von Publikum und der vor uns spielenden Band hinter einem Vorhang auf der riesigen Bühne so weit wie möglich aufzubauen.

Vor uns spielen die Wacken Fire Fighters, die tradionell jedes Wacken eröffnen, danach Blaas of Glory, die Rock- und Metalsongs mit Blasinstrumenten covern. Großartig. Die Metalheads vor der Bühne singen fast jeden Song mit. 

Jetzt umziehen, Show-Outfit anziehen. Ich wechsele von angenehmen kurzen Hosen in lange Hosen und Stiefel bei gefühlten 50 Grad im Schatten. Der Schweiß läuft. Kein Vergnügen. 

Marc Baumgart von 5th Avenue: Werden wir abliefern? Geht was schief? Reißt eine Saite? Wie wird das Publikum reagieren?

Dann muss alles ganz schnell gehen, die Vorband geht von der Bühne, baut ab und gleichzeitig wir beeilen uns, unser Equipment auf der Bühne spielfertig aufzubauen. Ein kurzer Monitorcheck, bei dem die Bühnenlautstärke und das Mischverhältnis für jeden Musiker eingestellt wird, beendet die Vorbereitungen. Wir gehen von der Bühne. Kurze Verschnaufpause. Runterkommen und sammeln für die Show. Die ganze Band ist konzentriert, trotzdem etwas aufgeregt, unruhig, dass es endlich losgeht. Der Moment bevor man als Band auf die Bühne geht, ist ziemlich speziell. Werden wir abliefern? Geht was schief? Reißt eine Saite? Wie wird das Publikum reagieren? 

Schnappschuss! So sah der 5th-Avenue-Gig aus Publikumsperspektive aus. Foto: Daniel Fenske

Dann endlich. Punkt 14.30 Uhr Stagetime. Verdammt, die Bühne wird gefühlt immer größer. Dann der Blick nach draußen. So viele Leute. 

Die große Digitaluhr an der linken Bühnenseite hämmert uns die Uhrzeit ein, so dass wir pünktlich anfangen und pünktlich aufhören, denn die nächste Band wartet schon und der gesamte Ablauf ist minutiös durchgetaktet. 

Die Stunde vergeht im Flug. Wir haben das Gefühl, erst vor 10 Minuten angefangen zu haben. Ende. Verbeugen, runter von der Bühne. 10 Minuten Verschnaufpause. Dann kommt auch schon der Band-Shuttle, der die gesamte Backline und Band wieder zum Bandparkplatz fährt. 

Ab jetzt ist Feierabend. Den Rest des Tages genießen wir. Raus aus den Bühnenklamotten und wieder in „zivil“ mischen wir uns unter die Leute. Wir werden zu Besuchern des großartigen Wacken Open Air.

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