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„König von Deutschland“: Heute vor 25 Jahren starb Rio Reiser


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Rio Reiser starb am 20. August 1996 – der Sänger, Komponist und Liedtexter wurde nur 46 Jahre alt. Foto: Sony Music

Rio Reiser vertonte „Macht kaputt, was euch kaputt macht“ und sang „König von Deutschland“. 25 Jahre nach seinem frühen Tod – er wurde nur 46 Jahre alt – wird der Ton-Steine-Scherben-Sänger noch immer schmerzlich vermisst. In seiner Geburtsstadt wurde der Künstler nun offiziell geehrt. Und auch in Hamburg wird seiner gedacht.

Rio Reiser: Ehrengrab und Platz in Berlin

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„Die Socken und die Autos dürften nicht mehr stinken, ich würd’ jeden Morgen erst mal ein Glas Schampus trinken!“ So lauten Textzeilen in Rio Reisers Lied „König von Deutschland“, dessen Refrain sich einbrennt: „Das alles und noch viel mehr – würd’ ich machen, wenn ich König von Deutschland wär‘“. 25 Jahre nach dem Tod des Sängers, der heute 71 Jahre alt wäre, wurde seine letzte Ruhestätte auf dem Alten St.-Matthäus-Kirchhof in Berlin-Schöneberg zum Ehrengrab. Auf dem Stein sieht man ein riesiges Herz – und natürlich hat der König dort auch eine Krone. Die posthume Auszeichnung wird für besondere Verdienste zu Lebzeiten und eine enge Ortsbindung vergeben. Sie bedeutet unter anderem, dass das zuständige Bezirksamt die Kosten für die Grabpflege übernimmt. Und auch einen Rio-Reiser-Platz soll es in Berlin bald geben. Eigentlich hätte der Heinrichplatz schon im Oktober 2020 umbenannt werden sollen, der Termin musste wegen der Corona-Pandemie auf den 12. Juni 2021 verschoben werden. Doch weil Anwohner Einsprüche erhoben, wurde auch diese Zeremonie wieder abgesagt. Jetzt soll es voraussichtlich Anfang 2022 so weit sein, wie das Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg vor wenigen Tagen mitteilte. Die Schilder sollen jedenfalls fertig und zum Einsatz bereit sein.

Rio Reiser war 1996 im Alter von nur 46 Jahren im nordfriesischen Fresenhagen gestorben. Er wurde unter einem Apfelbaum auf dem Gelände seines Bauernhofes beigesetzt. Zu seinem Todestag pilgerten alljährlich Fans auf das abgelegene Anwesen. Anfang 2011 wurde der Hof verkauft – und Reiser in seine Geburtsstadt Berlin umgebettet.

Rio Reiser ist Vorbild für viele deutsche Künstler:innen.

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Sein Tod hat in den 90ern ein Loch in die deutsche Musiklandschaft gerissen, das kaum jemand zu schließen imstande war. Der Mann mit der rauchigen Stimme hatte als Kopf der Band Ton Steine Scherben die Parolen für die linke Szene („Keine Macht für niemand“, „Macht kaputt, was euch kaputt macht“) geliefert, begeisterte zudem als Solo-Künstler die breite Masse und prägte viele andere Künstler:innen. Auch als Schauspieler machte er sich einen Namen: 1977 debütierte Reiser in „Johnny West“ und wurde dafür mit dem Bundesfilmpreis in Gold ausgezeichnet. Zahlreiche Musiker und Bands wie Jan Delay, Echt, Fettes Brot, Herbert Grönemeyer und Annett Louisan fühlten sich durch Rio Reiser inspiriert und coverten seine Songs („Junimond“, „Halt dich an deiner Liebe fest“, „Alles Lüge“). „Seine Musik ist zeitlos und wertvoll“, sagte einmal die frühere Scherben-Managerin und heutige Bundestagsvizepräsidentin, die Grünen-Politikerin Claudia Roth.

Selig-Sänger Jan Plewka (50) tourt seit Jahren mit einem Rio-Reiser-Programm. Foto: picture alliance/DPA

 

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Wie sehr sich Rio Reiser (bürgerlich Ralph Möbius) in die deutsche Musikgeschichte eingebrannt hat, zeigen auch Jan Plewkas Reiser-Abende: Der Selig-Sänger tourt seit vielen Jahren unglaublich erfolgreich mit Liedern von Ton Steine Scherben.

Rocko Schamoni (55) schrieb das Vorwort der Autobiografie „Der König ist tot – es lebe der König!“. Foto: picture alliance

 

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Beim anstehenden „Harbour Front Literaturfestival“ wird er zusammen mit Rocko Schamoni einen Abend zu Reisers Ehren geben. „Rocko Schamoni und Jan Plewka verneigen sich vor Rio Reiser“ heißt die Show, die am 13. September in der Laeiszhalle steigt. Schamoni wird aus der Biografie „Der König ist tot – es lebe der König!“ lesen, Plewka begleitet ihn zusammen mit Marco Schmedtje musikalisch. Wird mit Sicherheit königlich! (GHT/NR)

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