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Furiose Selbsthilfegruppe: Post-Punk von Goblyn aus dem Molotow-Keller

Furiose Selbsthilfegruppe: Post-Punk von Goblyn aus dem Molotow-Keller

27.04.2021
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Ohne das Molotow hätten sich Juri (v. l.), Elliot, Johannes und Leo vielleicht nie zu Goblyn zusammengefunden. Foto: Marc Huth

Niemand ist perfekt. Das will die Post-Punk-Band Goblyn aber auch gar nicht sein – die vier Hamburger Musiker wollen lieber ihren Emotionen Ausdruck verleihen. Mit der Debütsingle „Wet Dogs“ zum Beispiel.

Goblyn fühlen sich wohl im Molotow auf St. Pauli. Frontsänger Johannes hat hier seine Ausbildung gemacht, hier lernte er den Australier Elliot kennen – und hier im Keller begannen die beiden auch, sonntags zusammen zu proben. Wenig später kamen Leo (Bass) und Juri (Schlagzeug) dazu. Das Molotow wurde zu ihrem „Zuhause“, wie die vier Hamburger den Kiezclub liebevoll nennen.

Goblyn bezeichnen das Molotow als ihr „Zuhause“

Apropos: Als klar war, dass sie eine Band sein wollen, brauchten sie auch einen Namen. Goblyn wurde gefunden – griffig und zugleich eine Huldigung an die italienische Progessive-Rock-Band Goblin. Nach ersten kleinen Konzerten mit eigenen Songs landete das Quartett schließlich beim Ottensener Label „La Pochette Surprise“.

Für das Artwork der Single „Wet Dogs“ ist Marisol Lindenau verantwortlich.

 

Seitdem reiten die Newcomer auf einer extrem kraftvollen Post-Punk-Welle. Inspiriert von Bands wie The Garden, Show Me The Body und King Gizzard wollen sie weg vom konzeptionellen Songwriting. Ihr Ding: den Gefühlen freien Lauf lassen. „Die einzige Vorgabe an uns ist, uns keine Vorgaben zu machen“, sagen sie.

Die einzige Vorgabe an uns ist, uns keine Vorgaben zu machen.

die Hamburger Post-Punk-Band Goblyn

So ist auch die Debütsingle „Wet Dogs“ entstanden. In einer harten Lebensphase, noch vor dem ersten Lockdown, fährt Johannes mit der Bahn. Draußen ist es nass und windig, drinnen beengt und heiß. Die Furcht vor einer Panikattacke lässt die ersten Zeilen entstehen („wet dogs, packed trains, limb spine, mad brain“), die Angst vor den Reaktionen der anderen lässt den Text weiter wachsen („My body collapses and all the people watch. They just watch. They just watch.“). Das individuelle Gefühl des Verlorenseins verbindet sich mit Gesellschaftskritik – verpackt in schnelle Riffs, die einen beim Zuhören zum (positiven) Ausrasten bringen können.

Wir sind laut gegen das, was uns Angst macht.“

Goblyn

„Weniger sind wir wütend“, sagen die Newcomer, „eher sind wir laut gegen das, was uns Angst macht.“ Als vierköpfige Selbsthilfegruppe bezeichnen sich Goblyn deshalb auch. Mit ihrer Musik wollen sie vor allem diejenigen erreichen, denen es ähnlich geht. Bis sie das auch wieder live vor Publikum machen können, arbeiten Goblyn an weiteren Singles und träumen von der ersten EP, die in diesem Jahr erscheinen soll.

 

Der Vergleich mit Idolen wie der britischen Post-Punk-Band Idles scheint ihnen noch eine Nummer zu groß. Eine Songzeile der Idles haben sich die vier Hamburger aber gemerkt: Angst führt zu Panik, Panik zu Schmerz, Schmerz zu Wut und Wut zu Hass. Auch Goblyn kennen Angst – bei ihnen wird daraus allerdings furioser Post-Punk.

Am 10. Juni erscheint Goblyns neue Single, die sie nach sich selbst benannt haben. 

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