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Durchstarter Betterov: „Ich würde nur noch diesen Typen hören“

Durchstarter Betterov: „Ich würde nur noch diesen Typen hören“

23.09.2022
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Betterov

Live in seinem Element: Betterov. Das Debut-Album des 28-Jährigen erscheint im Oktober. Foto: Tobias Schult

Singer/Songwriter Olli Schulz war schon im März voll des Lobes: „Der wird durch die Decke gehen, der Typ“, sagte Schulz im Erfolgspodcast „Fest & Flauschig“ über Newcomer Betterov. Und: „Seit Monaten höre ich das schon, um den muss man sich gar keine Sorgen machen.“ Ein halbes Jahr später steht Betterovs Debüt-Album zwar immer noch in den Startlöchern. Eine große Ehre wird dem 28-Jährigen aber dennoch schon zuteil: Unter dem Motto „Betterov & Friends“ darf er heute Abend beim Reeperbahn-Festival im Michel eine eigene Session mit befreundeten Musiker:innen spielen. Mit dabei: Paula Hartmann, Novaa, Fil Bo Riva – und Olli Schulz.

Ende April dieses Jahres an der Reeperbahn. Betterov sitzt im Backstage des „Molotow“ und trifft die MOPO zum Interview. Das Konzert, das er wenige Stunden später spielen wird, wurde Corona-bedingt zweimal verschoben, war schon lange ausverkauft. Manuel Bittorf – so heißt der Sänger bürgerlich – ist zurückhaltend, höflich, sympathisch – und demütig: „Das ist der absolute Wahnsinn, dass das, was man sich so ausdenkt, so beachtet und gelobt wird“, sagt er angesprochen auf das Feedback von Olli Schulz und Co. zu seinen EPs.

Das Konzert im „Molotow“ ist Teil seiner ersten eigenen Tour, vorher ist der 28-Jährige als Support-Act aufgetreten, etwa für die Kaiser Chiefs im Mojo. „Total surreal, im positiven Sinne“, sagt Betterov darüber, jetzt eigene Konzerte spielen zu können.

Und diese Ent- und Begeisterung merkt man ihm auch an, als er wenig später auf der „Molotow“-Bühne steht: Wortkarg und etwas verlegen bei den Ansagen ans Publikum im proppenvollen Club – kraftvoll und energisch im Sound. Absoluter Hit an diesem Abend: „Dussmann“, Betterovs hymnische Ode an die Schönheit der Kultur, entstanden vor dem Hintergrund des Corona-Lockdowns.

Betterov trifft den Nerv seiner Generation

„Schreiben und Musik hat mich im Lockdown über Wasser gehalten“, sagt Betterov, „ich habe viel experimentiert und ausprobiert, viel an meinem eigenen Sound gearbeitet.“ Der ist oft treibend und kraftvoll, mal mehr Indie, mal mehr Post-Punk – aber vor allem auch geprägt durch Betterovs raue, markante Stimme.

Die Themen des 28-Jährigen treffen oft den Nerv seiner Generation: Aufwachsen, Erwachsenwerden, Landflucht (Betterov zog selbst von einem Thüringer Kaff nach Berlin), Gentrifizierung, Selbstoptimierungsdruck, Angst. „Es gibt Songs, die sehr autobiografisch sind, in die ich viel reingelegt habe, in denen ich mich geöffnet habe“, sagt Betterov im Gespräch mit der MOPO, „das hat natürlich auch Mut erfordert.“

Betterov schreibt poetisch, Texte, die ins Herz gehen, zum Nachdenken anregen, ohne belehrend zu sein. „Wäre ich jetzt nochmal 22 und hätte den Indie-Rock neu für mich entdeckt, dann würde ich nix anderes hören als diesen Typen“, sagt Olli Schulz. Wen das noch nicht überzeugt hat (und wer gleichzeitig ein Ticket fürs Reeperbahn-Festival hat), der kann sich heute Abend im Michel (20 Uhr) überzeugen. Alle anderen sollten sich den 14. Oktober im Kalender markieren: Dann erscheint Betterovs Debüt-Album „Olympia“.

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