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Dirk von Lowtzow in Hamburg: „Sieht schlecht aus für Indierocker“

Dirk von Lowtzow: Sein Hamburg-Besuch war Lesung, Konzert und Schauspiel zugleich (Archivbild).
Dirk von Lowtzow: Sein Hamburg-Besuch war Lesung, Konzert und Schauspiel zugleich (Archivbild).
Foto: Gloria Endres de Oliveira

Wo wir normale Menschen vor Lampenfieber eingehen würden, blüht Dirk von Lowtzow auf wie eine Orchidee. Ganz allein auf der großen Bühne des Schauspielhauses, erwartungsvoll angestarrt von all den Menschen. Er habe schlecht geschlafen, verrät der Tocotronic-Sänger zu Beginn offenherzig, aber nicht vor Aufregung. Die spüre er höchstens „subkutan“. Eher, wohl, wegen Rücken. Der ist nämlich auch in seinem Buch immer wieder Thema.

„Ich tauche auf“ heißt das Werk des Ex-Hamburgers, und ist eine Mischung aus Memoiren, Corona-Tagebuch, spitzfindigen Alltagsbeobachtungen und existenziellem Hadern. Oft lacht das Publikum während des Vorlesens. Natürlich, denn Lowtzow ist charmant und viele Passagen sind witzig, oder skurril. Aber auf Gags übers Bügeln oder den Einkauf im Bio-Markt folgen dann oft nonchalant Gedanken über die Vergänglichkeit oder Sommerdepressionen. Dann lacht keiner.

Zwischendurch greift Lowtzow immer wieder zur Gitarre, als ob das Singen für ihn wie Pausemachen vom anstrengenden Lesen ist. Er habe mit seinem Produzenten Moses Schneider mal philosophiert, ob es 2030 noch Gitarrenmusik gebe, liest der 52-Jährige vor. Beide glaubten: nein. „Sieht schlecht aus für Indierocker“, kommentiert er selbstironisch. „Buh.“ Aber wenn er dann da im Halbschatten auf der Bühne steht, bloß mit Gitarre, dann möchte man nicht glauben, dass das jemals nicht mehr sexy und wunderbar sein soll.

Der Abend ist am Ende ebenso Schauspiel und Konzert wie Lesung. Nach der letzten Zugabe, dem Song „Sailorman“ („Was Maritimes“, kündigt von Lowtzow den Hamburgern augenzwinkernd an) ist aber klar: Vor allem war es einfach schön. Vielleicht ein bisschen zu viel Gerede von Berlin … aber da wollen wir mal drüber hinwegsehen.

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