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365XX: „Nice Insel im Musikindustrie-Sumpf“

365XX: „Nice Insel im Musikindustrie-Sumpf“

02.09.2021
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Lina Burghausen (31) ist Mastermind hinter „365 Female* MCs“ und dem „365XX“-Label und lebt und liebt HipHop. Foto: Vanessa Seifert

Morgen erscheint auf dem All-Female-Label Mariybus EP „Bitchtalk“

„Ich habe mir angewöhnt, meine Aufmerksamkeit lieber auf die junge Generation an HipHop-Talenten zu legen – idealerweise weibliche, inter oder trans Talente“, erzählt die 365XX-Labelgründerin Lina Burghausen (31) im MOPOP-Interview. Diese Einstellung ist richtig und wichtig in Zeiten, in denen sich Frauen noch immer im Musikbusiness benachteiligt fühlen, in denen die Initiative „#deutschrapmetoo“ sexuelle Gewalt im HipHop aufdeckt und in denen manch einer allen Ernstes immer noch behauptet, Frauen könnten nicht rappen. MOPOP stellt Lina Burghausen, ihr Label und die wunderbaren Künstlerinnen darauf vor.

 

Die Leipzigerin lebt und liebt HipHop seit, ähm, wahrscheinlich schon immer! Neben ihrer Tätigkeit beim Label, betreibt sie die Promo-Agentur „Mona Lina“, den Blog „365* Female MCs“ und ist DJ.

Die P war das erste Signing bei 365XX – sie verbindet die Golden Era des HipHop mit Straßenrap-Attitüde. Foto: Barkowski

 

Als sie 2018 auf dem Reeperbahn-Festival bei einer Podiumsdiskussion mit einem bekannten Rapper im Publikum saß, behauptete der, es gebe keine guten Rapperinnen. Das war der Tropfen, der das Fass endgültig zum Überlaufen brachte.

Die neue Nina Hagen? Yetundey ist bunt und vielfältig und macht Elektro-Rap, R’n’B und Pop. Foto: Ricki-René Krause

 

Der Weg ist zwar eingeschlagen – es gibt die „Keychange“-Initiative für Geschlechter-Ausgeglichenheit im Musikbusiness und auch „Music Women Germany“, wo sich Frauen vernetzen können –, aber da ist auch noch immer viel Arbeit:

Skuff Barbie kombiniert mit einzigartiger Stimme R’n’B, Rap und Dancehall. Foto: Patrick Eisenhut

 

„Dass es viel mehr männliche Artists als weibliche gibt, ist für mich ein selbst gemachtes Problem. Es fehlt an Vorbildern und Repräsentanz. Die Erwartungen an Musikerinnen sind noch immer andere als an Musiker und viele Künstlerinnen werden so in eine Schublade gesteckt und können sich nicht gleichermaßen kreativ entfalten wie ihre männlichen Kollegen“, stellt Lina Burghausen fest. „Dazu stoßen sie immer wieder auf Widerstände auf Bühnen, in Studios und in Verhandlungen – und leider auch häufig auf Übergriffe. Immer wieder werfen Musikerinnen das Handtuch, weil sie darauf verständlicherweise einfach keine Lust mehr haben. Mit meinen Projekten versuche ich, an all diesen Fronten etwas zu verändern.“

Hinter dem Duo Palas stecken Tina Turnup und Babylit – sie machen mystischen „Witch Trap“. Foto: Bennet Henkel

 

Mittlerweile hat 365XX fünf Künstlerinnen bei sich – eine sechste wird bald verkündet. Die Hamburger Rapperin Mariybu ist eine von ihnen. Sie veröffentlicht morgen ihre „Bitchtalk“-EP, auf der es um Selbstbestimmung, Queerfeminismus und toxische Beziehungen geht. Sie selbst bezeichnet 365XX als ihre „nice Insel im Musikindustrie-Sumpf“.

Mariybus EP „Bitchtalk“ erscheint morgen. Lina Burghausen sagt: „Sie lebt das DIY-Dasein wie keine andere und zeigt, wie Female Empowerment funktioniert.“ Foto: Daniel Waller

Die ganzen Interviews mit Lina Burghausen und Mariybu gibt’s in den nächsten Tagen hier auf MOPOP.de!

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