
50 Jahre nach Debüt bringen die Hannoveraner „Rock Believer“ heraus
50 Jahre nach ihrem Debütalbum „Lonesome Crow“ kehren die Scorpions zu ihren Ursprüngen zurück. „Rock Believer“ heißt das neue Werk der Hardrock-Band um Klaus Meine und Rudolf Schenker, die in den 70ern von Hannover aus einen Siegeszug um die Welt angetreten hat.
„Wir haben so oft gehört: ,Rock ist tot‘. Aber das Gegenteil ist der Fall“, betont Sänger Klaus Meine (73) im Interview. „Die Hardrock-Community ist sehr gut am Start. Das sehen wir jedes Mal, wenn wir wieder auf Tour sind.“
Es finden sich laute, harte und teils düstere Songs mit treibenden Rhythmen und nur wenige Balladen auf dem 19. Studioalbum der Scorpions. Die Hymne „Rock Believer“ lässt sich direkt mitgrölen. „Wir müssen uns nichts beweisen, wir müssen der Welt nichts beweisen“, sagt Meine. „Wir müssen nur uns selbst treu bleiben und das machen, wofür unser Herz schlägt, um die Verbindung zu den Fans herzustellen.“
Im Video zu „Rock Believer“ sind Ausschnitte aus den 80ern zu sehen, als die Scorpions unter anderem vor Hunderttausenden Rockfans in Rio de Janeiro spielten. In Südamerika hat die Band immer noch eine große Anhängerschaft, ebenso in Osteuropa, hat doch Klaus Meine mit „Wind Of Change“ die Hymne zum Fall des Eisernen Vorhangs und Ende des Kalten Krieges geschrieben.
Mikkey Dee von Motörhed ist jetzt Teil der Scorpions.
Aufgrund der Pandemie hatten die fünf Musiker ungewöhnlich lange Zeit, am neuen Album zu tüfteln. Es ist das erste mit dem ehemaligen Motörhead-Schlagzeuger Mikkey Dee (58), der vor sechs Jahren einstieg. Bei den meisten Songs schrieb Meine zunächst die Texte und schickte sie an Bandgründer und Gitarrist Rudolf Schenker (73), der zeitweise in Thailand war und die Musik komponierte. Viele neue Stücke drehen sich um die Kernbotschaft der Scorpions: „Bury The Undertaker“ („Begrabe den Bestatter“) und „Stop The War“ heißt es zum Beispiel in „Peacemaker“.
In der Zeit des Mauerfalls hätten sie alle die Hoffnung auf eine friedliche Zukunft gehabt, erinnert sich Meine. „30 Jahre später reden wir über Krieg in Europa und viele Menschen haben Angst.“ Es sei traurig zu sehen, wie derzeit die Hoffnungen auf eine friedliche Welt „im Winde verwehen“, sagt der 73-Jährige mit Blick auf den Konflikt zwischen Russland und der Ukraine. „Der Dialog darf trotz allem nicht abreißen“, betont er. Und auch Gitarrist Schenker sagt: „,Love, Peace & Rock‘n‘Roll‘ ist unsere Devise. Die Philosophie der Band sei, um die Welt zu reisen, Brücken zu bauen und Menschen mit Musik zu verbinden.
„Rock Believer“ ist bei Vertigo erschienen.
