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„Karten noch mal neu mischen“ – Beatsteaks locken mit Album „Please“

Bandfoto
Das sind die Beatsteaks: Thomas Götz (v.l.), Bernd Kurtzke, Torsten Scholz, Peter Baumann und Arnim Teutoburg-Weiß
Foto: Sebastian Gollnow/dpa

Sieben Jahre ohne neues Album sind für die Berliner Band Beatsteaks eine lange Zeit. Nun lassen es die fünf Musiker mit „Please wieder krachen. Es findet sich auch eine Premiere auf dem Werk.

Die Beatsteaks haben sich selbst noch mal neu erfunden. Nach fast drei Jahrzehnten und acht Studioalben greift die Berliner Punkrockband mit insgesamt elf neuen Songs inklusive der Auskopplungen „Detractors“ und „Dead Man“ musikalisch weit zurück bis hinein in Anfangszeiten. Sieben Jahre ohne neues Album sind bei dieser Band eine lange Zeit. Für das hart pulsierende „Please“ hat sich das Warten gelohnt. Die fünf Musiker bringen das Album an diesem Freitag (28. Juni) raus.

Lange Pause zwischen den Alben

„Das ist jetzt zwischen den Alben das erste Mal so ein riesen Gap“, sagt Leadsänger Arnim Teutoburg-Weiß (49, er wird am 29. Juni 50 Jahre alt). „Ich glaube nicht, dass das noch mal so lange dauert, das würde mich wundern.“ Gründe waren Ereignisse wie etwa eine Tour und die anschließende Corona-Zeit, private Einschnitte, auch singuläre oder gemeinschaftliche Krisen. Die Band steht nach seinen Worten weiter zusammen, „das ist ja hier eine Bruderschaft“.

Stoppschild mit Aufschrift Please
Das Cover des Albums „Please“ von den Beatsteaks.

Gitarrist Peter Baumann (52) gehört zu den Gründungsmitgliedern von 1995: „Das ist wie in einer Beziehung. Wenn man so lange zusammen ist, dann muss man sich ab und zu auch wieder kennenlernen und einen Respekt füreinander entwickeln, der vielleicht vorher ein bisschen verloren geht, weil eben alles so selbstverständlich ist.“ Die Musiker seien keine 20 mehr. „Wir wollten aber gerne mit geraden Rücken das weitermachen, was wir schon immer gemacht haben. Da musste man so ein bisschen die Karten noch mal neu mischen für uns untereinander.“

Es mache allen weiterhin viel Spaß, Musik zu erfinden, so Baumann. „Aber der Prozess wurde immer schmerzhafter, Musik miteinander zu machen. Dann haben wir uns irgendwie neu zusammengerauft.“

Erste Ballade auf neuem Album

Die fünf Musiker, neben Teutoburg-Weiß und Baumann noch Gitarrist Bernd Kurtzke, Bassist Torsten Scholz und Schlagzeuger Thomas Götz, haben sich in ihrem Proberaum in Kreuzberg Material vorgespielt, Ideen ausgetauscht, Songs entwickelt. „Wir arbeiten sehr, sehr lange an der Musik und irgendwann entsteht so ein Gefühl, dass man da draufgehen kann“, sagt Teutoburg-Weiß. „Im besten Falle wird aus einem Einzeltraum ein Fünfertraum.“ Im Zentrum stand dabei jetzt auch der Spaß. „Das war vielleicht bei den letzten zwei Alben schon verkrampft, als wir nur an den Demos gearbeitet haben.“

Viel geholfen für das hörenswerte Album „Please“ hat auch der neue Produzent Olaf Opal. „Wir waren gerade in so einer Selbstreinigungsphase und haben gemerkt, dass wir es vielleicht auch mal anders machen wollen“, erzählt Teutoburg-Weiß. „Wir wollten auch, dass es anders klingt.“ Eines der Ergebnisse: mit „Love Like That“ hat die im alternativen Punkrock erfolgreiche Band nun auch ihre erste Ballade eingespielt.

„Ist das noch Beatsteakes genug?“

Für Baumann kommt „ein bisschen Aufregung“ dazu. „Das war schön, mit jemandem zu arbeiten, der uns noch nicht kennt und der voll Lust darauf hatte. Er hat zwischendurch immer gefragt: Ist das noch Beatsteakes genug? Der war Fan und Produzent in einem.“

Für mehr als die Hälfte der Songs siedelte Opal mit den Musikern um ins Columbia Theater. Die besondere Akustik eines Konzertsaals mit leicht hallenden Momenten verleiht den Liedern einen Hauch von Live-Sound. „Wir finden es immer gut, einen kleinen Ausflug zu machen in unbekannte Gegenden, da unsere Musik zu spielen und zu gucken, wie es klingt“, so Baumann.

Den Album-Titel „Please“ sehen die Musiker auch als Aufforderung. „Das spiegelt ein bisschen den Prozess, wie wir die Platte gemacht haben: Hör mal zu, was ich zu sagen habe“, sagt Baumann dazu.

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Die elf Songs, entstanden aus Material für etwa die doppelte Zahl von Liedern, knüpfen musikalisch mit viel Kraft und Energie an ältere Beatsteaks-Zeiten an. Teutoburg-Weiß berichtet von einer Reaktion darauf: „Neulich sagte einer: ,Das klingt ein bisschen wie euer Debütalbum. Kein Hit drauf, aber eine tierische Energie zu spüren und ab nach vorne und mal sehen, wo es jetzt hingeht.‘ Und das stimmt total.“

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