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Fleet Foxes überrumpeln mit neuem Album „Shore“

Fleet-Foxes-Frontmann Robin Pecknold Foto: imago images/PA Images
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Bei der Erneuerung der US-Folkmusik zu einem so ambitionierten wie massentauglichen „Indie-Folk“ sind die Fleet Foxes – neben Grizzly Bear, Bright Eyes und Bon Iver – das Maß aller Dinge. Dabei hat sich die Band aus Seattle rar gemacht: Seit 2008 erschienen nur drei Studioplatten. Aber die waren allesamt Ereignisse – wie nun auch wieder das überraschend veröffentlichte, von einem einstündigen Film begleitete „Shore“.

Ganz ohne extravaganten Überbau geht es bei Robin Pecknold (34), dem hochbegabten, intellektuellen Foxes-Frontmann, offenkundig nicht. So erblickten die 15 „Shore“-Songs nicht wie sonst bei neuen Alben üblich an einem Freitag das Licht der Öffentlichkeit. Sondern exakt zur sogenannten Herbsttagundnachtgleiche, dem kalendarischen Jahreszeitenwechsel nach astronomischer Definition – also an diesem Dienstag um 15.30 Uhr mitteleuropäischer Zeit.

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Pecknold, ein fantastischer Songwriter und sogar noch besserer Sänger mit honigsüß-warmer Folkstimme, hatte zuvor einige wenige Andeutungen gestreut: Es sei „seltsam, aus der Quarantäne ein Album zu veröffentlichen“ und er sei sehr aufgeregt. Nun liegt der Nachfolger des Debüts „Fleet Foxes“ (2008), von „Helplessness Blues“ (2011) und „Crack-Up“ (2017) vor – und erneut muss man anerkennen: Harmonischer, feierlicher, hymnischer kann Folkrock nicht klingen.

So sieht das Cover vom neuen Fleet-Foxes-Album aus. Bild: dpa

„Ich wollte ein Album machen, das das Leben im Angesicht des Todes feiert“, sagt Pecknold, ein politisch klar linksliberal positionierter Künstler. Begleitet von prominenten Gästen, führt er Einflüsse aus sechs Pop-Dekaden (angefangen bei Joao Gilberto, den Beach Boys, The Byrds, Simon & Garfunkel) bis hin zu barocken Bläser-Arrangements und virtuoser Choralmusik zusammen, ohne dass „Shore“ wie ein Patchwork wirkt.

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Manchmal klingt das Album über seine 55 Minuten Spieldauer fast schon zu edel und feingeistig, manche werden den Sound vielleicht auch esoterisch oder überladen nennen. Aber eine Tendenz zur Überwältigung ihrer Hörer hatten die Fleet Foxes ja schon immer. Und schöneren akustischen Balsam für die wunde amerikanische Seele hält kurz vor einer laut Pecknold überlebenswichtigen US-Präsidentenwahl ganz sicher niemand bereit. (dpa)

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