Es ist mit Vorsicht zu genießen, wenn Musiker sagen, ihr neues Album sei „das persönlichste“, wahlweise „das ehrlichste“, das sie je aufgenommen haben. Conor O’Brien, die einzige Konstante der irischen Indie-Folk-Band Villagers, sagt „That Golden Time“ sei „das verletzlichste Album“ bisher.
Beim Schreiben der zehn Songs in seinem Homestudio in Dublin habe er sich immer wieder gefragt, „ob ich das wirklich veröffentlichen will“. Ein Hoch auf die Zweifelnden, möchte man dem 41-Jährigen zurufen, denn das sechste Villagers-Album fesselt von der ersten Sekunde an. „Truly Alone“ ist eine Moll-Skizze eines einsamen Rufers, der sich als Sonderling in der Höher-schneller-weiter-Welt sieht.
„Pop Seasons“ mit Villagers in der Christianskirche
„I Want What I Don’t Need“ zitiert frei Schopenhauer, wenn O’Brien mit seiner brüchigen Schlaflied-Stimme anmerkt: „There’s a fairy tale that we call free will.“ Wie kann man frei leben und die Balance halten zwischen den eigenen romantischen Idealvorstellungen und der oft schlicht doofen Realität? Die Miete muss ja doch gezahlt werden.
So heftig die Themen umso sanfter die Instrumentierung: Gastmusiker an Violine, Bratsche und Bouzouki unterstreichen die brüchigen Innenansichten O’Briens auf einnehmende Art. Kaum ein Ort wäre für eine Begegnung mit der eigenen Verletzlichkeit wohl geeigneter als der sakrale Rahmen der Christianskirche in der „Pop Seasons“-Reihe.
Christianskirche: 30.5., 20 Uhr, Ottenser Marktplatz 6, 32,50 Euro


































