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Traumatisiert, aber glücklich: Bright Eyes sind zurück

Traumatisiert, aber glücklich: Bright Eyes sind zurück

17.08.2022
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Conor Oberst von Bright Eyes war gleich voll präsent: Er fuchtelte wild mit den Armen herum, fror dann wieder mitten in den Bewegungen ein, drehte sich um die eigene Achse und kniete mit der Gitarre auf dem Boden. Foto: Sebastian Madej

Conor Oberst von Bright Eyes war gleich voll präsent: Er fuchtelte wild mit den Armen herum, fror dann wieder mitten in den Bewegungen ein, drehte sich um die eigene Achse und kniete mit der Gitarre auf dem Boden. Foto: Sebastian Madej

Womöglich habe einige so lange nicht daran geglaubt, dass es passieren würde, bis sie es wirklich selbst sahen. Doch als Conor Oberst in der Fabrik ins Scheinwerferlicht trat, war klar: Ja, Bright Eyes sind zurück. Dabei hatten einige die Band schon abgetan, wenn auch schweren Herzens. Was sollte man nach Jahren der Bandpause noch erwarten? Offenbar einiges, wie sich bei dem Auftritt in Altona zeigte.

Bright Eyes: Conor Oberst voll in seinem Element

Bright Eyes legten mit „Dance And Sing“ gleich furios los und schossen mit „Lover I Don’t Have To Love“ gleich einen Klassiker nach. Da hatten sie ihre langjährigen Fans gleich wieder neu für sich gewonnen. Oberst war gleich voll präsent: Er fuchtelte wild mit den Armen herum, fror dann wieder mitten in den Bewegungen ein, drehte sich um die eigene Achse und kniete mit der Gitarre auf dem Boden. Der Sänger war so sehr in seinem Element, dass er sogar einen Song in der geplanten Setlist übersprang.

Neun Jahre lang war es still geworden um Bright Eyes, offiziell aufgelöst hatte sich die Formation zwar nie, doch mit einer Rückkehr hatten nur wenige gerechnet – auch weil Conor Oberst in der Zwischenzeit Musik unter eigenem Namen veröffentlichte und mit anderen Künstlern zusammenarbeitete. Und dann, als 2020 nach neun Jahren endlich wieder ein neues Album der Indie-Formation anstand, kam Corona.

2020 war kein gutes Jahr, um ein Album herauszubringen. Wir hatten so große Pläne, wir wollten endlich berühmt werden und uns Teslas kaufen.

Conor Oberst scherzte in der Fabrik

„2020 war kein gutes Jahr, um ein Album herauszubringen“, blickte Conor Oberst zurück und scherzte: „Wir hatten so große Pläne, wir wollten endlich berühmt werden und uns Teslas kaufen.“ Jetzt aber kann die Band endlich ihre Tour nachholen, die bereits zweimal verschoben werden musste – inklusive des Auftritts in Hamburg, dem ersten von fünf Konzerten in Deutschland. Unterstützt wurde Oberst dabei nicht nur von seinen etatmäßigen Bandkollegen Mike Nogis und Nate Walcott, sondern auch von Klarinettistinnen, Streicherinnen und Bläsern.

Aber natürlich sind Bright Eyes vor allem Conor Oberst, der das Bandprojekt schon als Teenager gegründet hat. Er bot Rocknummern und Balladen auf, schwankte zwischen Wut und Melancholie, in manchen Momenten hatte man den Eindruck, seine typische zittrige Stimme wolle gleich wegbrechen. Die ganze Bandbreite des Repertoires zeigte sich unmittelbar vor der Zugabe: Bei „Another Travelin‘ Song“ holten Oberst und der Rest der Band alles aus sich und ihren Instrumenten heraus, gleich darauf wurde es bei „Ladder Song“ ganz nachdenklich.

Conor Oberst: typisch zittrige Stimme und große Dankbarkeit

Am Ende betonte Conor Oberst noch einmal, wie viel es ihm bedeutete, endlich dieses Konzert geben zu dürfen. „Ich bin immer noch traumatisiert von dieser Pandemie“, sagte er. „Aber es fühlt sich großartig, für euch zu spielen.“ Worte, die von Herzen kamen.

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