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The Lemonheads im Gruenspan: Ein Ritt durch die Hits

The Lemonheads im Gruenspan: Ein Ritt durch die Hits

29.04.2022
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Sehr dunkle Bühne, man sieht Dando, der am Mirkofon steht und auf seine Gitarre blickt. Vielleicht lächelt er, sieht man aber kaum, weil ihm so viele Haare ins Gesicht hängen

Zum Tourstart im Blazer und mit Haarvorhang: Evan Dando (55), der müde Reiter. Foto: Fabian Lippke

In die Vorfreude mischt sich Sorge: Ist Evan Dando in Form? Donnerstagabend startet der 55-Jährige im Gruenspan mit neuem Drummer und Bassist unter altem Bandamen Lemonheads die europäische Jubiläumstour zum 30. Geburtstag des Albums „It’s A Shame About Ray“.

Hellbrauner Blazer, Band-Shirt, Jeans, die strähnigen Haare hängen ihm vorm Gesicht wie ein Vorhang. Seine Augen sind dahinter verborgen, zwischendurch blicken sie abwesend nach oben, Richtung Galerie. Da steht niemand, unten wippt eine geschlossene Ü40-Crowd die Sneaker und Köpfe: „Rockin’ Stroll“, „Confetti“, „It’s A Shame About Ray“, „Rudderless“, alles krachend gespielt. Dandos Stimme: kraftvoll. Nach 15 Minuten richtet er die ersten, vernuschelten Worte ans Publikum.

Evan Dando im Gruenspan: „Habe Hamburg immer geliebt“

Er habe Hamburg immer geliebt. Gute Zeiten, schlechte Zeiten, irgendwas mit Drogen. Dann zwei Sätze auf Deutsch: „Die Katze hat grüne Augen“ und „Ist dein Vater Apotheker?“ Lebenswichtige Dinge. Und wie heißt noch mal diese eine Bar, in der es nur Bier aus Dosen zu trinken gibt? Dando wundert sich, dass niemand ihm die Antwort zubrüllt. Also weitermachen, allein mit der Akustikgitarre. Wie er da den „Hair“-Soundtrack-Song „Frank Mills“ covert und plötzlich ganz leise wird, ist für kurze Momente eine Verbindung zwischen ihm und dem Publikum zu spüren.

Lemonheads spielen das ungeliebte Cover „Mrs. Robinson“

„Frying Pan“ bricht er nach ein paar Akkorden ab. „Ihr wollt das nicht hören, oder?“ Jeder Einzelne, der da unten steht, will es hören. Will, dass auch Dando es hören mag. Er beginnt noch mal, dieses Mal gelingt es. „Rick James Style“, „Break Me“, „Why Do You Do This To Yourself?“ Der Ritt ist nun wieder ein lauter, quer durch die Alben. Dando ist anwesend und auch wieder nicht. Macht ihm das noch Freude? Das ungeliebte Cover „Mrs. Robinson“, irritierenderweise der große Hit dieses Mannes, der eigene Hits aus dem Ärmel schüttelte: er spielt es.

Bevor er die Bühne verlässt, setzt er sich hinters Drumset und covert andere Songs: „I Want You Back“ von den Jackson Five, Al Stewarts „Time Passenges“. Man hat kurz das Gefühl, er könnte sich da jetzt noch eine Stunde fest trommeln, womöglich hat er gerade das erste Mal Spaß an diesem Abend. Dann ist Evan Dando weg. Keine Zugabe, wieso auch?

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