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Super, Gaz! Der Supergrass-Frontmann kommt ins Mojo

Vielleicht wird morgen auch für ihn gesungen? Gaz Coombes (47) hatte gestern Geburtstag!
Vielleicht wird morgen auch für ihn gesungen? Gaz Coombes (47) hatte gestern Geburtstag!
Foto: 13 Artists

Mitte der 90er trug Gaz Coombes die größten Koteletten der Welt, mit seiner Band Supergrass machte er Britpop ordentlich Dampf unterm Hintern. Dass der Mann praktisch alles kann, zeigte sich schnell, dem Garagerock der frühen Tage folgten ein stilistischer Parforceritt. Mit seinem neuen Album „Turn The Car Around“ hat er sich endgültig auch als Solist in der obersten Songwriter-Liga des Königreichs etabliert.

Am Anfang war der Fuzz: Mit ihrem Debütalbum „I Should Coco“ nahmen Supergrass aus Oxford ihr Publikum anno 1994 im Handstreich. Gaz Coombes, Danny Goffey und Micky Quinn bastelten aus Punk, Modbeat und frühem Britpop fulminante Platten, heimsten Preise ein, überrollten auch den Kontinent, als hätte man die Kleinen Strolche mit alten Singles von The Jam, Punk-Buttons und einem Mix aus Ovomaltine und Speed gefüttert. Nach sechs Alben und zahlreichen stilistischen Experimenten folgte 2012 der Split, 2019 die zwischenzeitliche Reunion.

Untätig blieb keiner der drei einstigen Schulkumpels, den beeindruckendsten Weg jedoch hat Gaz Coombes bislang zurückgelegt. Zusammen mit Drummer Goffey hatte er zuweilen unter dem Namen Hot Rats Coversongs veröffentlicht, mit dem Album „Here Come The Bombs“ startete Coombes 2012 offiziell seine Solokarriere. Drei Longplayer später hat das Multitalent mit „Turn The Car Around“ zum ersten Mal auch im Alleingang die UK-Albumcharts geknackt. Wer den Mann im Laufe der vergangenen Jahre mal in Hamburg live gesehen hat, weiß angesichts der oftmals überschaubaren Zuschauerreihen, was für ein Durchhaltevermögen nötig ist, um im Glauben an das eigene Können und die eigene Musik immer weiterzumachen.

Mittelmaß ist dabei nie eine Option gewesen, frühere Preziosen wie „To The Wire“ oder „World’s Strongest Man“ waren bereits kleine Meisterwerke. Auf dem neuen Album nun vollzieht Coombes unüberhörbar einen weiteren Schritt nach vorn, Songs wie „Sonny The Strong“ oder „Don’t Say It’s Over“ funkeln im Schnittpunkt aus großem Pop-Drama, wunderbarer Melancholie und Melodien zum in Ohnmacht fallen. Diejenigen, die ihm über die Jahre die Treue gehalten, haben es eh schon immer gewusst: Gaz Coombes ist einer der Größten.

Mojo-Club: 10.3., 19 Uhr, Tickets ab 37,50 Euro hier

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