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So ist die Johannes Oerding-Show im Stadtpark

So ist die Johannes Oerding-Show im Stadtpark

21.08.2020
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Johannes Oerding

Den Leuten in Reihe 17 juckt‘s in den Fingern. Und in den Füßen. Irgendwie eigentlich überall. Johannes Oerding ist kaum auf der Bühne, da würden sie am liebsten von den Sitzen springen und tanzen. Geht aber nicht, so ganz offiziell. Ja, er ist schon merkwürdig, dieser Konzertsommer 2020. Und trotzdem – oder gerade deshalb – ist Oerding im Stadtpark. 15 Mal bis Mitte September. Ein Wahnsinn. „Stadtpark, das Musical“, nennt er es zum Auftakt selbst. Und Corona gibt die Regeln vor.

Also wird gesessen. Erstmal. Knapp 1000 Menschen sind in den Stadtpark gekommen, sitzen im Halbrund um die Bühne auf ihren Plastikstühlchen. Ursprünglich sollten sie auch hinter der Band sitzen, doch da sind jetzt Holzscheite gestapelt. Wir sind schließlich bei den „Lagerfeuer Acoustics“ – und Oerding bringt das Feuer zum Lodern.

Johannes Oerding: „Ich fühle mich wie Céline Dion!“

„Wir haben Holz gemacht, wir haben Feuer gemacht. Wir wollen, dass die Konzerte ein bisschen intimer sind“, sagt der 38-Jährige nach dem zweiten Song („Besser als jetzt“) und betont, wie sehr er „das alles hier“ vermisst habe. „2020 ist das Jahr, das wir nicht vergessen werden.“ Aber es ist eben auch der Sommer, in dem er über einen Zeitraum von vier Wochen 15 Abende lang die Freilichtbühne bespielen wird. „Ich komme mir vor wie Céline Dion in Vegas!“, sagt Oerding und lacht.

Der Start des Ticketverkaufs hatte den Server der Karsten Jahnke Konzertdirektion in die Knie gezwungen, wer es zu diesem Premierenabend geschafft hat, kann sich glücklich schätzen. Das findet wohl auch der Sänger selbst: „Na, habt ihr euch schön durchgekämpft beim Servereinbruch?“, neckt er und genießt es sichtlich, endlich wieder vor Publikum Musik machen zu können. Da ist viel Liebe, von allen Seiten. Auch und gerade, weil noch nicht alles perfekt ist: Bei „Unter einen Hut“ (ausgerechnet!) hat er Texthänger – „Blackout, sorry“ – und lässt sich von einem Fan soufflieren.

Johannes Oerding: Akustisches Minimum statt Bummsknallpeng

Die Songs der „Lagerfeuer“-Abende hat er zusammen mit seiner vierköpfigen Band neu arrangiert, „akustisch“ ist hier nicht nur ein Label, sondern ein Versprechen: Gespielt wird auf Westerngitarren und einem Klavier, mit (Kontra-)Bass und Schlagzeug. Auf der Setlist stehen Hits, aber eben auch ältere Stücke und B-Seiten. Und das funktioniert richtig gut: Johannes Oerding braucht keine fette Studio-Produktion, braucht kein Bummsknallpeng. Besonders schön ist es in den Momenten, in denen alles auf ein Minimum reduziert ist – „Blinde Passagiere“ (nur er und das Klavier), „Love Me Tinder“ (mit Kontrabass, Fingerschnippen und mehrstimmigem Doo-Wop-Gesang), das Chris-Isaak-Cover „Wicked Game“ und kurz vor Schluss dann „Alles brennt“.

Huhuuu- und Ohoohoo-Mitsing-Songs gibt’s natürlich trotzdem: „Hundert Leben“ („Das ist gar kein Lagerfeuerkonzert, das ist Stadion hier!“), „An guten Tagen“ – die Menschen in Reihe 17 hält da längst nichts mehr auf ihren Stühlen. Auch nicht die in Reihe 21. Oder in 3 und 5 und 15 … „Das war der bisher schönste Tag in diesem Jahr, ruft Johannes Oerding irgendwann gegen Ende der zweieinviertel Stunden. Bei aller gebotener Vorsicht: Daran zweifelt in diesem Augenblick niemand.

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