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Saufen, lesen, lachen – mit Campino


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Campino (59, l.) wurde von Bandmitglied Kuddel (57) an der Gitarre bei den Songs unterstützt. Foto: Fabian Lippke

So war’s mit dem Toten-Hosen-Frontmann im Stadtpark

„Da wollte ich euch mal ein bisschen Literatur näherbringen und am Ende schreiben die Zeitungskritiker ,Bei Campino ging’s wieder nur ums Saufen‘“, sagt der Toten-Hosen-Frontmann (59) am Donnerstagabend im ausverkauften Stadtpark, kurz bevor er die Bühne verlässt. Ähm, nun ja, tun wir! Aber „Bis zum bitteren Ende“ mit ordentlich Korn, Bier, Schnaps und Wein in den Lyrics musste als Zugabe im Regen auch einfach sein, damit einem wieder etwas warm von innen wurde.

Aber zurück zum Anfang! Campino war zusammen mit seinem Bandmitglied Kuddel (57) an der Gitarre im Stadtpark, um aus seinem Buch „Hope Street: wie ich einmal englischer Meister wurde“ vorzulesen – ein Mix aus Lesung, Talk und Konzert.Obwohl die Stadtpark-Bühne mit Fahne und Schal vom FC Liverpool geschmückt war, geht’s in dem Buch eben nicht nur ausschließlich um Campinos Fußball-Liebe, sondern auch um sein Leben. Wir erfahren von seiner herrlichen Kindheit in seinem „britischen Zuhause“ Bude in Cornwall und von den abenteuerlichen Reisen von Düsseldorf dorthin – entweder kotzten die Kinder vom Süßigkeiten-Proviant, vom Geschaukel auf den Fähren oder von der alten Kotze anderer Menschen, die man in den Ecken der schäbigen Fähren entdecken konnte (herrlich!). Es geht um einen Trip mit dem Zug durch England in jungen Jahren, bei dem Campino sein ganzes Geld für Platten und Konzerttickets ausgab – Budget für Unterkünfte war nicht mehr übrig, dann wurde eben in öffentlichen Parks gecampt. Und es geht auch um die Freundschaft zu Jürgen Klopp und Campinos Beziehung zu seinen Eltern.

Es fühlt sich sehr schön an, hier zu sein. Danke schön!

Campino im Stadtpark

Musikalisch gibt’s Liverpool-Sehnsuchtslieder wie „Long Way From Liverpool“, Mersey-Beat-Songs, Fan-Gesänge, „No Hope Street“ von TV Smith, von dem das Buch seinen Namen ableitet, „Whole Wide World“ von Wreckless Eric, auf das sich Campino mit seiner britischen Mutter ausnahmsweise geschmacklich einigen konnte – aber eben auch Hosen-Lieder. An der Stelle, als im Song „Steh auf, wenn du am Boden bist“ das erste Mal „Steh auf“ kommt, stehen tatsächlich alle Menschen im Stadtpark in ihrer Regenkleidung auf und singen aus vollem Herzen mit. Ein magischer Moment, der einem eine Vorahnung gibt, wie es sein wird, wenn Konzerte wieder ganz normal sein dürfen. Campino sagt selbst dazu: „Es fühlt sich sehr schön an, hier zu sein. Danke schön!“

Am Ende kommt dann natürlich die Liverpool-Hymne „You’ll Never Walk Alone“, der Hit „An Tagen wie diesen“ und besagtes Sauflied. Das war wirklich toll – sodass man den Regen auch ganz vergessen hat.

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