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Patti Smith im Stadtpark: Die Welt retten mit Rock’n’Roll

Patti Smith feierte mit den Fans einen ganz besonderen und natürlich ausverkauften Konzertabend im Stadtpark. Foto: Fabian Lippke
Patti Smith feierte mit den Fans einen ganz besonderen und natürlich ausverkauften Konzertabend im Stadtpark.
Foto: Fabian Lippke

Es gibt gute Konzerte und schlechte, viele mittelmäßige – und dann gibt es diese seltenen, gloriosen Abende, an denen man das glückselige Grinsen gar nicht mehr aus dem Gesicht bekommt. So einer war das am Dienstag, als die New Yorker Punk-Poetin Patti Smith im Stadtpark auftrat.

Stolze 75 Jahre ist sie alt, abgesehen von ihrer silberweißen Mähne hätte sie wohl aber niemand einen Tag älter als 29 geschätzt. Patti tanzte, röhrte, heulte und schrie. Gleich mehrmals kickte sie in musikalischer Ekstase den Mikroständer um, oder riss sich die Mütze vom Kopf, um sie hinter sich auf die Bühne zu feuern. Nicht sehend, wie sofort ein besorgter Roadie herbeihuschte, um die Ordnung wieder herzustellen. 

Patti Smith feierte mit den Fans einen ganz besonderen Konzertabend im Stadtpark

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Irgendwie kam an diesem Tag alles zusammen: Bestes Wetter, eine gutgelaunte Sängerin, ein von Anfang an enthusiastisches Publikum, und dann hatte auch noch Bandmitglied Tony Shanahan Geburtstag. Nach dem wunderbar giftigen Dylan-Cover „Wicked Messenger“, „Dancing Barefoot“ und „Grateful“ tönte also unverhofft ein von allen mitgegröltes „Happy Birthday“ aus dem Stadtpark. Bewegend auch ein Gedicht, das Patti zu Ehren des verstorbenen Dichters Allen Ginsberg vortrug: „Footnotes to Howl“. Und auch darüber hinaus brach immer wieder die Poetin aus ihr heraus, sie improvisierte mehrmals innerhalb ihrer Hits und baute so etwa Textzeilen zur nahenden Klimakatastrophe ein, die die Menschen entschlossen verhindern müssten.

Zum Ende des Konzerts folgte dann ein Triumph auf den nächsten: Ein wunderbares „Because The Night“ (Smith deutete auf ihren Sohn Jackson, der in ihrer Band Gitarre spielte: „Dieser Text wurde für Jacksons Vater geschrieben“), ein hypnotisch-mitreißendes „Pissing In A River“ und dann natürlich ihr erster großer Hit: „Gloria“. Patti rief nur das erste Wort des Textes in die Menge: „Jesus …“ und das Publikum sang bereitwillig weiter: „ … died for somebody’s sins but not mine.“ Die Sängerin strahlte: „Seht ihr? Es ist genau wie bei einem Adele-Konzert!“

Patti Smith im Stadtpark: „Seht ihr? Es ist genau wie bei einem Adele-Konzert!“

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Als Zugabe gab es dann noch ein energisches „People Have The Power“, und alle, die gingen, waren nicht nur sehr, sehr glücklich, sondern auch entschlossen, jetzt endlich die Welt ein bisschen besser zu machen.

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