Als Harry und Ben aufeinandertrafen, hätte es auch gut passieren können, dass sie sich in die Haare kriegen. Die beiden waren Konkurrenten: Um 2015 herum machen sie in ihrer Heimatstadt Kiama, südlich von Sydney, Straßenmusik.
Bei einem Wettbewerb landen sie irgendwann punktgleich auf dem zweiten Platz und stellen fest, dass ihre Sounds ziemlich gut zusammenpassen. Verstärkt durch Jack am Bass und Schlagzeuger Dom wird daraus eine Band. Sie nennen sich Pacific Avenue, in einem Strandhaus in Woonona schreiben sie ihre ersten Songs. Klingt romantisch, oder?
Die Bands spielen im Doppelpack im Molotow
So geht es weiter: 2017 erscheint die erste Single „In Your Arms“, mit „Strawberry Skies“ (2019) folgt eine EP, im Vorjahr schließlich ihr Debütalbum „Flowers“, für das sie zwei Nominierungen bei den Australian Independent Record Awards einheimsen. Hört man ihre Songs, möchte man am liebsten den Rucksack packen und sich nach Kiama, nach Woonona oder Port Noarlunga aufmachen, sich auch so ein Häuschen mieten und Pacific Avenue auf Repeat hören.
Dem Sound ihrer erfolgreichen Kollegen Rolling Blackouts Coastal Fever nicht unähnlich, kombinieren sie den Stil von Aussie-Granden wie den Go-Betweens mit zeitgenössischem Indie à la Arctic Monkeys, abgeschmeckt mit einer Easy-Prise nach Phoenix-Art. Damit passen sie perfekt zur zweiten Band des Abends, The Rions.
Foto: Jack MoranDie Schulfreunde Noah, Harley, Asher und Tom fanden 2016 zusammen und haben seitdem mehrere Singles und eine EP veröffentlicht. Mit ihrem luftigen Mix aus Indie-Rock und Power-Pop ergatterten sie einen Award der Radio-Station „Triple J“. Seitdem touren sie regelmäßig und haben sukzessive ihr Publikum vergrößert. Das soll nun auch hierzulande passieren.
Der Doppelpack Pacific Avenue und The Rions ist wie gemacht für den Ausklang des Sommers, zudem eine gute Möglichkeit, diese vielversprechenden Newcomer in kleineren Clubs zu sehen. Beim nächsten Mal dürften die Konzertsäle bereits größer sein. Und auch das Molotow zieht bald um, also: Auf ans Nobistor, sich den frischen Wind aus „Down under“ um die Nase wehen lassen.
Molotow: 9.9., 20 Uhr, 26 Euro


































