Folgen Sie uns

Wonach suchen Sie?

Konzerte

Mit „Pseudopoesie“ auf Tour: Niels Frevert lädt zum Heimspiel in die Markthalle

Frevert sitzt vor einer graueblauen Wand und schaut in die Kamera
Stellt sein neues Album „Pseudopoesie“ live in der Markthalle vor: Niels Frevert
Foto: Dennis Dirksen

„Das mit Büromarkt Hansen kannst du gerne schreiben“, sagt Niels Frevert, da ist das Interview zu seinem neuen Album „Pseudopoesie“ eigentlich längst zu Ende. Es ist Anfang März, die Nachricht, dass das Geschäft am Schulterblatt schließt, ist zu dem Zeitpunkt noch ganz frisch. Dass ein Laden nach 92 Jahren aufgeben muss, findet er „echt hart“, sagt er. „Das nervt mich.“

Niels Frevert lebt und arbeitet im Viertel – und bei „Hansen“, sagt er zu Beginn unseres Gesprächs, hat er bisher gerne die Kladden gekauft, in denen er an seinen Songtexten feilt. Hefte im Überformat, aufgeklappt A2. Viel Platz also für Ideen. Wie das später klingt, was er da notiert und wieder streicht, aufbaut und neu arrangiert, kann man auf seinem neuen Album „Pseudopoesie“ hören – und diesen Freitag (21.4.) auch live in der Markthalle.

Niels Frevert live – am 21. April in Hamburg

Die neuen Lieder sind wieder wunderschön-warme Popmusik, aber deutlich beatlastiger, tanzbarer als noch auf dem Vorgänger „Putzlicht“, das er damals als „Befreiungsschlag“ bezeichnet hatte. Wenn man „Pseudopoesie“ mit etwas überschreiben müsste, „dann wäre das vielleicht: Ja, ich mache weiter, aber wo ist mein Platz? Passe ich hier rein? Bin ich hier richtig?“, sagt er.

Niels Frevert ist schon lange im Geschäft: In den 90ern war er mit seiner Band Nationalgalerie eine feste Größe, lief auf MTV hoch und runter. Seit einem guten Vierteljahrhundert macht er Soloalben, seine Musik, aber auch seine Texte werden von Fans wie Kritikern gleichermaßen geschätzt. Pseudopoet ist kein Begriff, den man mit ihm verbinden würde – woher kommt also dieser Titel? „Eine Interpretation sind die Zweifel des Autors an seinem Schaffen, eine zweite der Meta-Mittelfinger Richtung Mainstream“, so Frevert. „Das passt beides.“

„MOPOP – Der Kultur-Newsletter” bringt Ihnen jeden Donnerstag gute Nachrichten frei Haus. Ob auf, vor und hinter den Bühnen – wir sind für Sie dabei und sprechen mit den spannendsten Menschen. Dazu gibt’s Tipps zu Veranstaltungen und Neuerscheinungen und vieles mehr.  Wir freuen uns auf Sie! Hier klicken und anmelden.

Im Formatradio und in den Streaming-Playlists kommen seine Songs so gut wie nicht vor. Es sei ja auch „relativ eigen, was ich da mache“, sagt er. „Insofern bedeutet das, dass der Algorithmus so seine Mühe hat, mich überhaupt zu finden. Der Umkehrschluss kann aber ja nicht sein, dass ich mich daran orientiere und überlege, wie meine nächste Platte denn klingen müsste, um das zu ändern.“

Dass „Pseudopoesie“ trotzdem einen für Frevert neuen Klang hat, liegt an Tim Tautorat. „Ich würde mal behaupten, er ist für die jüngere Generation gerade der Produzent in Deutschland. Ich weiß, dass sich viele sehr darum bemühen, mit ihm arbeiten zu können“, sagt der 55-Jährige. „Natürlich hört man das auch, das ist seine Handschrift.“

Das neue Album heißt „Pseudopoesie“

Aufgenommen wurde das Album im legendären Berliner Hansa-Studio – und zum ersten Mal war Niels Frevert mit derselben Band im Studio, mit der er vorher auch getourt ist. „Das hat es mir auch leichter gemacht, da vorne in der Mitte zu stehen und zu singen. Irgendwas ist da passiert, was auch so ein bisschen Druck von mir weggenommen hat. Das ist eine großartige Band.“ Sie sind auch jetzt wieder zusammen unterwegs: Am 19. April startet die neue Tour in Bremen, sie führt Frevert und Band quer durch Deutschland und die Schweiz.

Tim Tautorat hat die Platte produziert

Endlich, denn auch an ihnen haben die eher stillen Pandemie-Jahre genagt. Rückblickend sagt Frevert über diese Zeit aber auch, dass es „schön war, zu sehen, wie viele Leute sich ein Bein ausreißen, um Kultur unter die Leute zu bringen, und wie gut das in vielen Fällen angenommen wird.“ Gleichzeitig habe es ihn gestört, dass manche Kolleg:innen sich schwer damit getan hätten, zu sagen, „dass sie nicht genug Tickets verkaufen und deshalb die Tour nicht starten könnnen. Dabei wäre es doch hilfreich gewesen, wenn die Leute draußen so etwas verstehen und feststellen, dass ihr Verhalten Konsequenzen hat. Das ist wie mit dem Programmkino in deinem Viertel: Wenn du da nicht reingehst und immer nur auf dem Sofa sitzt, macht das irgendwann zu.“ Oder eben wie mit „Büromarkt Hansen“.

Album: „Pseudopoesie“ (Grönland Records)
Konzert: 21.4., 20 Uhr, Markthalle, 37,05 Euro; Support: Klebe

Jetzt Tickets für Niels Frevert gewinnen!

Für das Konzert von Niels Frevert am Freitag in der Markthalle verlosen wir 2×2 Tickets. Viel Glück!

Für die Teilnahme einfach eine Mail mit dem Betreff „Frevert“ an [email protected] senden und folgende Frage beantworten: Wie heißt das aktuelle Album von Niels Frevert? Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Teilnahmeschluss: 19.4., 16 Uhr.

Veranstalter des Gewinnspiels ist die Morgenpost Verlag GmbH. Bei einer Teilnahme gelten unsere AGB als akzeptiert. Diese AGB finden Sie unter

www.mopo.de/gewinnspiel-agb

Das könnte Dich auch interessieren

News

Sie wollen ein Zeichen setzen: Sechs Monate nach dem Terrorangriff der islamistischen Hamas auf Israel hat die deutsche Hip-Hop-Band Antilopen-Gang ein Lied über die...

News

Zum Hafengeburtstag gehören nicht nur dicke Pötte, sondern auch tiefe Bässe – beides zusammen gibt es am 11. Mai an den Landungsbrücken. Alle Farben...

News

Kurz vor der Tour-Premiere werden Musiker der Rock-Band Santiano so krank, dass das Konzert in Schwerin abgesagt wird. Auch der Auftritt in Leipzig fällt...

Storys

1974 triumphierte die Band Abba beim Eurovision Song Contest. Es war der Auftakt zu einer Weltkarriere. Björn Ulvaeus erinnert sich, wie die Schweden mit...