Die Bezeichnung „lebende Legende“ mag sich etwas abgenutzt haben. Für einen wie ihn jedoch muss man sie noch einmal bemühen. Robert Forster ist eben das: eine Lichtgestalt der Indie-Moderne, profilierter Songwriter, toller Musiker. Ein Poet, belesen und doch nicht verkopft. Jetzt kann man ihn live in Hamburg erleben.
Bis ins Jahr 1976 geht Robert Forsters Geschichte zurück, da trifft der damals 19-Jährige, geboren im australischen Brisbane, einen Typen namens Grant McLennan. Die beiden besuchen dieselbe Schauspielklasse der Uni von Queensland. Über eine Platte von Ian Hunter kommen sie ins Gespräch, sie freunden sich an und gründen wenig später eine Band.
Robert Forster – eine „lebende Legende“
Es sollte eines der ikonischsten Ensembles von Down Under werden: Neun Alben veröffentlichten die Go-Betweens, darunter Großtaten wie „Tallulah“ (1987) und „16 Lovers Lane“ (1988), melancholischer Singer/Songwriter-Stoff, mal mit Indierock-Kante, dann voller Wehmut, tiefgründig und beseelt. Mit dem frühen Tod McLennans im Jahre 2006 endet die gemeinsame Geschichte, Forsters fünftes Soloalbum „The Evangelist“ erscheint zwei Jahre später und erhält geradezu euphorische Kritiken.
Seitdem zieht Forster weiter seine Kreise. Seit mittlerweile zehn Jahren veröffentlicht er seine Musik beim Hamburger Label Tapete Records. Mit „The 10 Rules Of Rock And Roll“ (2009) und seiner Autobiografie „Grant & I: Inside And Outside The Go-Betweens“ (2016) hat er sich auch einen Namen als Buchautor gemacht. Zuletzt ist „Strawberries“ erschienen, eine kompakte Sammlung von acht Songs, durchweht von jenem erzählerischen Spirit, der Forster auf Anhieb wiedererkennbar macht.
Mit neuem Material auf Tour
Prosaische Erzählungen wie „Tell It Back To Me“, das tiefgründige Epos „Breakfast On The Train“, „Diamonds“ mit überraschend rockigen Eruptionen, drei Höhepunkte eines wunderbaren Albums. „Das letzte Album war sehr persönlich“, so Forster, „Danach schrieb ich fast ein Jahr lang überhaupt nichts. Und dann begann ich plötzlich, Songs zu schreiben, die in eine etwas andere Richtung gingen.“
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Famos ist es geworden, dieses neue Material. Fantastisch, dass Robert Forster samt Band damit auf Reisen geht und natürlich auch in Hamburg, seit ehedem eine verlässliche Fanbase, Station macht.
Knust: 29.9., 21 Uhr, 34,60 Euro
































