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Melancholie macht glücklich: Schubert ganz neu interpretiert

Gisbert zu Knyphausen (l.) und Kai Schumacher
Wenn Gisbert zu Knyphausen (l.) und Kai Schumacher Musik von Schubert neu interpretieren, entsteht ein ganz besonderer Sound.
Foto: Sophia Hegewald

Franz Schubert sang seine Lieder gern zur eigenen Klavierbegleitung. Heute ist Arbeitsteilung beliebt: Gisbert zu Knyphausen singt, und Kai Schumacher begleitet ihn am Piano. Gemeinsam holen beide die romantischen Lieder aus dem 19. ins 21. Jahrhundert.

Der deutsche Liedermacher mit dem adligen Namen sieht sich als Schubert-Nachfolger  oder anders herum: Im 1828 verstorbenen Romantiker aus Wien erkennt zu Knyphausen den Prototyp eines frühen Liedermachers. Und er stellt eine Gleichung auf: Schuberts musikalische Schwermütigkeit und die Melancholie in Knyphausens eigenen Liedern ergibt „eine ordentliche Portion Glückseligkeit“, so sein Versprechen.

„Lass irre Hunde heulen“

„Lass irre Hunde heulen“ betitelt er den Abend, nach der Zeile eines Lieds aus Schuberts berühmtem Zyklus „Winterreise“. Als der junge Komponist seinen damaligen Freunden diese Serie am Klavier vorstellte, machten sie sich ernsthafte Sorgen um seine Gemütsverfassung – ein Lied klang trostloser als das andere. Mit den „heulenden irren Hunden“ waren jene boshaften Stimmen gemeint, die dem nicht seßhaften Wanderer auf seiner „Winterreise“ Verwünschungen hinterherriefen.

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Ergänzt um eine Auswahl aus Schuberts „Schwanengesang“, entstand ein Programm, das diese alten romantischen Lieder neu interpretiert und nun als „Lass irre Hunde heulen Vol. 2“ nach Hamburg kommt. Gisbert zu Knyphausen singt zur eigenen Gitarre, doch maßgeblich für seine Begleitung ist Kai Schumacher am Klavier. Weitere Klangnuancen steuern Felix Weigt am Kontrabass, Sebastian Deufel mit Schlagzeug und Percussion sowie Michael Flury an der Posaune und am Glockenspiel bei.

Die Gemeinsamkeiten zwischen dem Romantiker aus dem 19. Jahrhundert und einem heutigen Liedermacher sind größer, als man denkt: Angst vor der Einsamkeit und eine große Sehnsucht nach menschlicher Wärme verbinden die Schubert- und Knyphausen-Lieder.

Elbphilharmonie: 3.3., 20 Uhr, Karten 39-79 Euro, Tel. 35 76 66 66

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