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Mayberg im Knust: „Zusammen bekommen wir das hin“ – aber sowas von!

Mayberg im Knust.
Vom Publikum durch die Show getragen: Mayberg im Knust.
Foto: Stefan Düsterhöft

Lautes Klatschen, als die vier Jungs von Mayberg am Mittwochabend die Bühne des Knust betreten. Frontmann Luis Raue, weißes Hemd, weiße Hose, erklärt schüchtern, warum das Konzert heute etwas ganz Besonderes ist: Die letzten Shows hatte die Leipziger Band absagen müssen, da Raue mit Mittelohrentzündung ausgefallen war. Die ausverkaufte Show in Hamburg ist die erste nach der Krankheitsphase. Er sei noch nicht bei 100 Prozent, „aber zusammen bekommen wir das hin“. Das Publikum jubelt.

Raues Bitte um Unterstützung findet Gehör bei dem vorwiegend weiblichen Musikfans in den Backsteingemäuern des Clubs. Spätestens ab dem Lied „Ich auch“ ist die Menge genauso laut wie die Band selbst, singt jedes Wort mit und trägt den sichtbar noch angeschlagenen Frontmann von Song zu Song.

Mayberg: Gefühlschaos und eine Prise Selbstironie

Zwischen den Liedern redet Raue kaum und beschränkt sich darauf, aus seiner Thermoskanne zu trinken. Spricht er doch, sorgt er für Lacher. „Bitte filmt – wenn ihr filmen wollt – nur kurz mit, lange Videos schaut sich sowieso niemand an.“ Lauter Jubel, „geiler Typ“, ruft jemand aus der Menge. Raue antwortet prompt. „Danke! Ich hoffe, ich war überhaupt gemeint.“ Immer wieder zieht der Sänger während Songs seine großen Kopfhörer ab, die er wegen der Mittelohrentzündung trägt, um dem Gesang seiner Fans zu lauschen. Er wirkt ehrlich begeistert von der Textsicherheit der Fans.

Maybergs Lieder handeln von Gefühlschaos, Ziellosigkeit und sind stets mit einer Prise Selbstironie versehen. Das kommt bei dem jungen Publikum an. Als der Frontmann mit seiner tiefen Stimme die einzelnen Bandmitglieder vorstellt, wird es wieder laut. Immer wieder ruft die Menge die Vornamen der Musiker. So als wäre es das Camp Nou und es ginge darum, Messi zu huldigen. „Angebracht“, antwortet Raue und grinst schweißgebadet zu den stehenden Fans vor ihm. Als er während der Zugabe die Crew der Band vorstellt, wiederholt sich das Schauspiel.

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Lautstärke und absolute Textsicherheit im Publikum auch bei den beiden Songs „Anomalie“ und „Shirt und Handtuch“. Da macht es auch nichts, dass dem Leipziger Sänger während der Zugabe kurz die Stimme wegbricht. Die Fans singen einfach für ihn weiter. Und so glaubt man dem inzwischen sichtlich abgekämpften Frontmann, als er sagt: „Wow, ihr gebt uns gerade mega viel Energie.“ Das dürfte an diesem Abend auf Gegenseitigkeit beruht haben.

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