Vom Kinderzimmer auf die Festivalbühne: Yung Pepp verarbeitet in seiner Musik Zukunftsängste, politische Themen und die Herausforderungen des Erwachsenwerdens. Jetzt kann man ihn live beim „MS Dockville“ erleben.
Zehntausende Fans verfolgen seine Karriere in den sozialen Medien. Yung Pepps bislang bekanntester Song „Wassereis“ kommt auf mehr als eineinhalb Millionen Abrufe bei Spotify. Der (noch) 17-jährige Indie-Rapper sorgt derzeit für Aufmerksamkeit, seine Musik trifft einen Nerv. Seine Texte sind geprägt von Zukunftsängsten angesichts von Kriegen und Krisen. „Ja, ich bin noch nicht 18 und die Welt liegt schon in Trümmern“, heißt es im neuen Track „Laut sein (immer)“.
Yung Pepp eröffnet das „MS Dockville“ am Nachmittag
Texte über die Freuden und Leiden des Erwachsenwerdens, Melancholie und Schwermut und die politische Haltung gegen erstarkenden Rechtsextremismus untermalt er mit einem Klangteppich aus verträumten Melodien, flächigen Instrumentals, breiten Beats und unerschütterlichem Optimismus. „Ich sehe mich da auch als Vermittler, als Messenger, weil ich die Chance habe, dass ich eine Bühne habe, und ich weiß, wie es vielen Jugendlichen geht“, sagte er im dpa-Interview. Er wolle das nutzen und etwas sagen, „weil mir Leute zuhören und das nicht selbstverständlich ist“.
Pepe, der nur seinen Vornamen preisgibt, macht seit seinem zwölften Lebensjahr Musik. Er stammt aus einem musikalischen Elternhaus, die Mutter Gesangspädagogin, der Vater kein Unbekannter in der Leipziger Rap-Szene. 2022 veröffentlicht er als Yung Pepp im Alter von 13 seine erste EP „13“. Stück für Stück erarbeitet er sich Fans und Erfolg.
Durchgestartet dank Social Media
Doch wirklich durchgestartet sei er vor einem knappen Jahr dank Social Media, sagt er. Es folgte die Kollaboration mit einem seiner größten Vorbilder, dem Bremer Rapper Kid Kapri, mit dem im Mai veröffentlichten Song „Ganz oben“.
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Damit der Musikzirkus das Jungtalent nicht vollends vereinnahmt – immerhin ist er noch Schüler – will er seine Karriere ruhig angehen: Statt eines Vertrags mit einem der großen Major-Labels veröffentlicht er jetzt zu seinem 18. Geburtstag seine zweite EP in Eigenregie. Er hat keine Entourage aus Musikindustrie-Insidern, sondern umgibt sich mit Vertrauten und Bekannten. „Das ist auch für meine Eltern wichtig. Sie sollen wissen, es sind coole Leute, mit denen ich da unterwegs bin.“
Yung Pepp: „Ich schreibe über das, was mich beschäftigt“
Mittlerweile ist die Zahnspange – einst Yung Pepps Markenzeichen – verschwunden. Und nicht nur die Stimme des 17-Jährigen klingt erwachsener (seine ersten Songs hatte er noch vor dem Stimmbruch aufgenommen), auch auf seine Texte trifft das zu: „Laut sein (immer)“ handelt beispielsweise vom lautstarken Protest gegen Rechtsextremismus und Rassismus. Etwas, mit dem der Schüler auch in seinem eigenen Umfeld in Leipzig Bekanntschaft gemacht hat. Dass er aus der Stadt der friedlichen Revolution kommt, in der das Politischsein ebenso Tradition hat wie die Musik, spielt für den 17-Jährigen dabei weniger eine Rolle. „Ich schreibe einfach über das, was mich beschäftigt und was in meinem Kopf vorgeht“, sagt Yung Pepp. „Und das sind eben diese Themen.“
„MS Dockville“: 14.8., 15.15 Uhr (Vorschot-Bühne); „Betty“: 22.10., 19 Uhr, 26,90 Euro, msdockville.de
EP: „Laut sein (immer)“ ab 14.8., yungpepp.de
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