Bisher konnten Hamburger 80er-Fans nur etwas neidisch gucken, wenn die Helden der unsterblichen Dekade sich bei riesigen Stadionshows weiter südlich das Mikro gegenseitig in die Hand drückten. Aber damit ist jetzt Schluss! Zum ersten Mal kommt das gigantische „Die 80er Live“-Festival auch zu uns in den Norden, genauer gesagt ins Volksparkstadion.
Dass das ein Premieren-Abend voller Kult-Hits, großer Stars und echter Gänsehautmomente werden wird, wird klar beim Blick auf die Riege von Künstlern, die dafür anreisen wird. Fangen wir beim Headliner des Mega-Events an: Holly Johnson ist die Stimme von Frankie Goes To Hollywood, die mit Hits wie „Relax“, „Two Tribes“, „Rage Hard“ und „Welcome To The Pleasure Dome“ die Charts in den 80ern gleich mehrmals bedienten. Johnson ist immer noch fabelhaft bei Stimme.
Die Frage, die sich aufdrängt: Wird er mitten im Sommer sein Weihnachtslied spielen? Die Rede ist von „The Power Of Love“, das allerdings gar nicht als Lied für das Fest aller Feste konzipiert war. Die Chancen stehen also vermutlich nicht schlecht. Wir sehen vor unserem geistigen Auge dazu ein Meer von Handylichtern im Stadion leuchten.
Für „Die 80er live“ kommen die Megastars von früher ins Volksparkstadion
Noch rarer als die Auftritte von Johnson sind in Hamburg die von Boy George von Culture Club. Mit „Do You Really Want To Hurt Me?“ schaffte die Gruppe 1982 den Durchbruch, der androgyne Look von Boy George warf viele Fragen auf, passte aber bestens ins bunte Jahrzehnt. Hits wie „Karma Chameleon“, „It’s A Miracle“, „Church Of The Poison Mind“, „The War Song“ und das wundervolle „Time“ folgten. Drogenexzesse, Gefängnisaufenthalte – auch da hat der Culture-Club-Sänger wenig ausgelassen. Aber er ist ein Stehaufmännchen und heute viel mehr als ein Popstar mit Soulstimme – Boy George ist eine echte Stilikone! Für welchen Hut er sich in Hamburg wohl entscheidet?
Foto: Jonas Diener MediaEs müssen ja nicht immer Briten sein, denn mit Alphaville kommen Münsteraner Weltstars ins Stadion. Ihr „Forever Young“ wurde von Jay-Z gesampelt, von Laura Branigan, One Direction und aktuell auch von David Guetta und Ava Max mit Alphaville gecovert. „Unterschätze niemals die Kraft der Träume!“. Das ist zu Recht das Credo von Sänger Marian Gold.
Deutsche Band Camouflage dabei
Auch die deutsche Band Camouflage schaut vorbei: Mit „The Great Commandment“ und „Love Is A Shield“ von 1988/89 schufen sie zwei Synthie-Hits für die Ewigkeit.
„Oh I, I Just Died In Your Arms Tonight“ – geht Ihnen da auch das 80er-Fan-Herz auf? Nick van Eede, Sänger der Cutting Crew, macht über das eigene One-Hit-Wonder-Dasein gerne Witze, er hat eben Humor. Immerhin hatte die britisch-kanadische Truppe mit „I’ve Been In Love Before“ noch einen Mini-Hit – was van Eede bis heute ein Leben auf Tour ermöglicht.
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Der italienische Musiker Gazebo (bürgerlich Paul Mazzolini) brachte 1983 mit „I Like Chopin“ nicht nur die klassische Musik auf die Karte, sondern auch das Italo-Disco-Genre. Auch sein „Dolce Vita“ sorgt heute auf jeder Party für beste Stimmung.
Kim Wilde, Nik Kershaw, Samantha Fox und Sandra
Warum steht der Name Kim Wilde eigentlich so weit unten auf dem Plakat? Noch vor Madonna hat die Britin mit ihrem coolen Look und dem Titel „Kids In America“ das Musikbiz aufgewirbelt. Männer wollten ein Date mit ihr, junge Frauen so sein wie sie. Sie war mit Michael Jackson auf Tour, lieferte mit Songs wie „You Came“, „Cambodia“ und „You Keep Me Hanging On“ Hit auf Hit und ist bis heute alles andere als ein Nostalgie-Act.
Songwriter Nik Kershaw hat jüngst auch solo in Hamburg gespielt. Wer’s verpasst hat, wird sich über Songs wie „Wouldn’t It Be Good“ (erinnern Sie sich an das coole Musikvideo?) und „The Riddle“ freuen.
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„Touch Me“ – der Aufforderung des einstigen spärlich bekleideten Seite-3-Girls Samantha Fox konnte in den 80ern kaum jemand widerstehen. Mit „Nothing’s Gonna Stop Me Now“ legte sie nach, um dann auf Jahre in der Versenkung zu verschwinden. Endlich ist sie wieder da!
Foto: IMAGO / Future ImageAuch Sandra hatte ihre große Zeit. Mit „Maria Magdalena“ aus der Feder von ihrem Gatten Michael Cretu und Hubert Kah erreichte sie 1985 in 36 Ländern Platz 1 der Charts. Das soll ihr erstmal einer nachmachen!
„80s80s“-Radiomoderator Peter Illmann führt durch den Abend
Und wie großartig sind bitte Starship? Zuletzt konnte man die 1985 aus Jefferson Starship hervorgegangene Band bei der Night Of The Proms 2024 erleben. Drei Nummer-1-Hits hatten sie in den USA. Sänger Mickey Thomas ist immer noch toll bei Stimme, um melodische Power-Songs wie „We Built This City“, „Sara“ und „Nothing‘s Gonna Stop Us Now“ in die Höhen zu katapultieren.
Das Extra-Goodie: Durch den Abend wird „80s80s“-Radiomoderator Peter Illmann führen. Als erster Präsentator der Musik-TV-Show „Formel Eins“ hat er das Pop-Jahrzehnt wirklich erlebt.
Volksparkstadion: 18.7., 16 Uhr, Sitzplatz ab 72,80 Euro, Stehplatz 77,80 Euro


































