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Ein Mann, viele Worte: Morrissey in Hamburg

Morrissey auf der Bühne
Morrissey ist eine musikalische Legende – hat durch seine politischen Ansichten aber auch viele Fans verloren.
Foto: IMAGO

Beziehungsstatus: Es ist kompliziert. Der Mann ist eine Legende, so viel ist klar. Ein Idol für unzählige Heranwachsende in den Achtzigern, ein Sprachrohr für ihre Unsicherheiten, ein Ästhet der Angst. Er war und ist die poetischste Stimme hemmungslosen Weltschmerzes.

Nachdem sich seine Band The Smiths aufgelöst hatte und Morrissey fortan solo unterwegs war, verhärteten sich viele seiner gesellschaftlichen und politischen Ansichten und drifteten zum Teil ins hart-rechte Lager ab. War der Union Jack für die Britpop-Generation der Neunziger ein ironisch gebrochenes Abzeichen des eigenen Selbstbewusstseins und zugleich Gütesiegel, schien sein Gebrauch bei Morrissey düsterer, gefährlicher – ein Instrument der Ausgrenzung.

So hat Morrissey viele seiner Fans verloren. Genügend Leute aber vollziehen die mentale Trennung von Autor und Werk, weil der „Mozzer“ eben einen Platz in ihrem Leben einnimmt, der ganz nah an ihrem Herzen liegt. Wer also zur Sporthalle pilgert, hört als Belohnung einige der schönsten, ergreifendsten Indie-Popsongs, die je geschrieben wurden. Und spätestens bei „Last Night I Dreamt That Somebody Loved Me“ bleibt kein Auge trocken. Ach, Morrissey!

Sporthalle: 15.2., 20 Uhr, 79,90 Euro

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