Manche planen ihre Karriere, andere stolpern in den Erfolg geradezu hinein. Bei Chuck Strangers war es wohl eine Mischung aus beidem, wobei er betont, wie hart er an seiner Solokarriere gearbeitet hat, wie steinig der Weg war. Nun tritt er in Hamburg auf.
Dabei war der Rapper als Teil des HipHop-Kollektivs Pro Era schon recht erfolgreich und machte erste Schritte im Profi-Musikgeschäft. Doch irgendwann kam der Wunsch auf, seine eigenen Texte zu rappen, seinen eigenen Stil zu entwickeln. Eine Zeit lang kam er bei Freunden unter, schlief auf dem Sofa. „Ich war so sehr damit beschäftigt, als Rapper den Schein zu wahren“, sagt er. „Ich hatte eine Rolex, aber ich habe kein Zuhause, wo ich wohnen konnte.“
Großartiger HipHop aus Schmerz und Selbstsuche
Was er dann tat: rappen, aufnehmen, mischen, produzieren, und zwar in strenger Routine, jeden Tag. „Es fühlte sich für mich an, als ginge es um Leben und Tod“, sagt Chuck Strangers. Er sah andere um sich herum erfolgreich werden. Das spornte ihn an. Ein Jahr lang arbeitete er intensiv an seinem Album „A Forsaken Lover’s Plea“, das er 2024 veröffentlichte. Die Kritiker überschlugen sich vor Lob, bei Bandcamp gehörte es zu den besten HipHop-Alben 2024 und auch beim „Glide Magazine“ kam es in die Top Ten der besten HipHop-Alben des Jahres.
Gelobt wurde Chuck Strangers für die „ungekünstelte Produktion“ und seine feinen Texte, die das Persönliche mit dem großen Ganzen in Relation setzen, die seine eigenen Beziehungen zur Welt nachzeichnen und reflektieren. Es scheint so, als hätte der Rapper seinen eigenen Stil gefunden: mit nach innen gewandten Texten und teils melancholischen Instrumentalparts.
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Für ihn ist klar, warum das Album so persönlich geworden ist: „Vielleicht bin ich egozentrisch. Aber das war alles, woran ich damals denken konnte. Es wäre schwer für mich gewesen, einen Song über irgendwelchen Blödsinn zu schreiben, wenn das nicht das ist, was mich gerade beschäftigt.“
Knust: 27.10., 21 Uhr, Karten 22 Euro
































