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Der Kiez ist viel leiser und leerer – trotzdem steigt das Reeperbahn-Festival! So war Tag zwei

Drangsal spielte am RBF-Donnerstag auf dem Heiligengeistfeld. Foto: Marvin Contessi
Drangsal spielte am RBF-Donnerstag auf dem Heiligengeistfeld. Foto: Marvin Contessi

Tag drei des Reeperbahn-Festivals ist angebrochen. Und? Wie war es bis jetzt? Vieles erinnert an die Vorjahre: die Schlange vorm Molotow. Das Wissen, gerade eine richtig gute Entdeckung gemacht zu haben. Der Spaß am Unterwegssein. Und die Erkenntnis, dass man mit mancher Musik eben vielleicht doch nichts anfangen kann. Dennoch ist natürlich alles anders. Der Kiez ist viel leiser, viel leerer.

Wo normalerweise Grüppchen von Musik-Fans und Branchen-Menschen gehen, stehen und lärmen, ist jetzt: nichts. Kein lautes „Hallo!“ hier, kein „Hast du den schon gesehen, da musst du hin!“ da. Und natürlich erst recht keine Guerilla-Aktionen von Künstlern wie Deichkind oder Felix Kummer wie im vergangenen Jahr. Wer an Tag zwei des Festivals über die Reeperbahn läuft, würde vielleicht gar nicht mitbekommen, dass da etwas Besonderes im Gange ist – wäre nicht die Fahrspur Richtung Osten komplett abgesperrt.

Reeperbahn-Festival: 2020 sind keine Guerilla-Aktionen erlaubt

Polizei vorne, Polizei hinten, auf der Straße Gitter – es ist der Eingang zur zweitgrößten Bühne des Festivals, der Spielbude XL. Da ist am Donnerstagnachmittag der dänische Singer/Songwriter Nicklas Sahl zu erleben, später dann der Austro-Popper Voodoo Jürgens. Der tanzt ganz glücklich im goldenen Abendsonnenschein: „Es ist so schön, wieder stehende Leute bei einem Konzert zu sehen“, sagte er. „Ich bin ein bisschen überwältigt!“ Auch hier hält sich das Publikum in kleinen auf den Boden gemalten Quadraten auf, die Distanz ist gleichermaßen gewöhnungsbedürftig wie beruhigend.

„Es ist so schön, wieder stehende Leute bei einem Konzert zu sehen.“

Austropopper Voodoo Jürgens

Von da weiter zum Molotow, wo Jealous spielen. Es ist wie immer – alles voll. 45 Minuten vor Start war schon Einlass, sagt der freundliche Security-Mann und die Leute in der Schlange nicken verständnisvoll. Merken wir uns, sagen sie, und schauen auf die Festival-App, um das nächste Konzert zu finden.

Bilbao sind für Naaz im Gruenspan eingesprungen. Foto: Robin Schmiedebach
Bilbao sind für Naaz im Gruenspan eingesprungen. Foto: Robin Schmiedebach

Auch vorm Gruenspan gibt’s eine Schlange, in der geht es aber stetig vorwärts: einchecken per Smartphone und QR-Code, Daten hinterlegen, an den Platz geführt werden. Eine Bedienung sorgt für Getränke. Bilbao treten auf, die Band ist spontan eingesprungen für die eigentlich angekündigte Naaz. Indie aus Hamburg und Berlin, am 25. September erscheint die erste EP „Isola“, jetzt spielen sie alle Songs einmal durch. Hatten sie am Mittag schon auf der Fritz-Bühne gemacht und eigentlich waren sie eine Stunde vor diesem Gig schon auf dem Weg nach Hause. Aber jetzt sind sie da („Das war ein bisschen Hustle“) und werden für ihren sonnigen Sound gefeiert. Auch das ist Reeperbahn-Festival 2020.

Drangsal spielte in der Kälte des zugigen Heiligengeistfelds. Foto: Marvin Contessi
Drangsal spielte in der Kälte des zugigen Heiligengeistfelds. Foto: Marvin Contessi

Apropos Sonne: Die ist längst weg und es wird zugig. Jedenfalls auf dem Heiligengeistfeld vor der Festival-Village-Stage. Max Gruber beendet da den Abend mit seiner, wie er sie nennt, Risikogruppe Drangsal. „Wir haben seit einem Jahr nicht mehr live gespielt“, sagt er. Und auch ihm ist anzusehen, wie gut es tut, endlich wieder auf eine Bühne zu stehen. Dieses Gefühl strahlt jede Band, jeder Künstler in diesen Tagen aus. Und auch dem Publikum ist das anzumerken – alle versuchen, das Beste aus der Situation zu machen. Es wird sich irgendwann zeigen (müssen), ob das Beste auch das Richtige ist.

Für heute und morgen gibt’s noch Tickets für 55 bzw. 65 Euro hier!

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