von Reinhard Franke
Die Karriere von Graham Nash (83) ist gespickt mit Erfolgen. Er ist zweifaches Mitglied der Rock & Roll Hall Of Fame – mit Crosby, Stills & Nash (CSN) und den Hollies. Zudem wurde er zweimal in die Songwriters Hall Of Fame aufgenommen: einmal als Solokünstler und einmal mit CSN. Auch einen Grammy hat er. Doch neben all den Auszeichnungen und Ehrungen sticht vor allem eine beeindruckende Liste von Songs hervor, die den Soundtrack des vergangenen halben Jahrhunderts geprägt haben. Jetzt ist der Musiker in Hamburg live zu erleben.
Dabei nimmt er seine Fans mit auf eine musikalische Zeitreise durch sein umfangreiches Werk: Die Reise begann in den 60er Jahren mit den Hollies – mit Hits wie „On A Carousel“ und „Carrie Anne“ – und reicht bis zu seinem jüngsten Soloalbum „Now“ aus dem Jahr 2023. Trotz dieser Erfolge bleibt Nash bescheiden. „Ich glaube nicht, dass ich eine Legende bin. Ich versuche immer, das zu tun, was ich am besten kann“, sagt er im MOPO-Gespräch. Die zahlreichen Auszeichnungen betrachtet er als zweitrangig. „Ich bin nicht Schriftsteller und Sänger geworden, um Preise zu gewinnen. Ich bin stolz auf das, was ich in meinem Leben erreicht habe, das ist Ehre genug.“
Nach Trump-Wahl: „Jahre des Chaos“
Neben seiner Musik ist Nash auch ein international anerkannter Fotograf und bildender Künstler. Seine Werke wurden weltweit in Galerien und Museen ausgestellt. „Ich mache keine Fotos von Sonnenuntergängen, Welpen mit Wollknäueln oder Landschaften – keine Bilder, die zu meiner Couch passen. Ich mag den Surrealismus der Welt, und darauf konzentriere ich mich mit meiner Kamera“, erklärt er.
Über die Wiederwahl von Donald Trump zum US-Präsidenten zeigt sich Nash alles andere als erfreut. „Ich bin sehr traurig über den Ausgang dieser Wahl. Es tut mir leid für Amerika und die Welt. Ich glaube, dass dies vier oder sogar mehr Jahre des Chaos sein werden“, sagt der Brite.
Bereits auf seiner gefeierten Tournee im vergangenen Jahr sprach Nash über die Herausforderung, die richtige Songauswahl zu treffen, das hat sich nicht geändert. „Es ist immer ein interessanter Prozess, die Lieder auszuwählen“, erklärt der 82-Jährige. „Ich habe viele Songs, die ich für mein Publikum singen kann, und obwohl ich viele davon schon tausendmal gesungen habe, versuche ich stets, sie mit derselben Leidenschaft zu performen, die ich empfand, als ich sie schrieb.“ Zu diesen Liedern zählen „I Used To Be A King“, „Military Madness“ und „Right Between The Eyes“.
Songs aus 60 Jahren Karriere
Mit seiner einzigartigen künstlerischen Ausdrucksweise und unverwechselbaren Stimme wird Nash auch diesmal gewohnt kompromisslos die aktuelle Weltlage in seinen Liedern reflektieren. Er präsentiert Songs, die seine sechzigjährige Karriere umfassen – von den Hollies über Crosby, Stills & Nash bis hin zu CSNY (mit Neil Young) und seiner Solokarriere. Begleitet wird er von Todd Caldwell (Keyboards, Gesang), Adam Minkoff (Bass, Schlagzeug, Gitarren, Gesang) und Zach Djanikian (Gitarren, Mandoline, Schlagzeug, Gesang).
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„Caldwell, Minkoff und Djanikian sind enge Freunde von mir“, erzählt Nash. „Sie sind alle jünger als ich, und ich muss mein Bestes geben. Wir sind sehr zufrieden mit dem Sound, den wir erzeugen, und ich glaube, das deutsche Publikum wird es ebenfalls sein.“
Laeiszhalle: 1.10., 20 Uhr, 86,85-124,80 Euro, Tel. 35 76 66 66


































