Wer sein neuestes – vielleicht letztes – Album so nennen kann, hat es schon längst in die Geschichtsbücher, die Anthologien, auf den Musikolymp gebracht: „Mulatu plays Mulatu“ heißt das aktuelle Werk des äthiopischen Musikers Mulatu Astatke, aufgenommen in Studios in Äthiopien und London. Jetzt kann man ihn in Hamburg hören – vielleicht zum letzten Mal.
Sein langes musikalisches Werk wird von weltumspannenden Einflüssen getragen. Die hat er sowohl aufgenommen als auch ausgestrahlt. Mulatu Astatke war schon früh ein verbindendes Element zwischen Stilen und Kulturen, und er ist es jetzt noch, wo er bereits in der Ü80-Liga spielt.
Was der Musiker macht, ist ganz, ganz große Kunst
Er ist weit gereist, hat Kontakte und Kollaborationen in allen Ländern. Seine wahrscheinlich letzte Tour bringt ihn nun in den Großen Saal der Elbphilharmonie, wo er mit seiner Big Band auftritt. Dort ist zu erleben, was diesen Wandler zwischen Welten und seinen „Ethio-Jazz“ berühmt gemacht hat. Lässige, aber treibende Rhythmen bilden das swingende Fundament für die mäandernden Melodien.
Immer wieder werden einzelne Instrumente (das Vibraphon!) ins Rampenlicht geschoben, ohne dass dabei der Kitt verloren geht, der alles zusammenhält. Wie wollen wir diesen Kitt nennen: Soul? Schönheit? Groove? Leben? Ach, alles – und das ist große Kunst! (KAM)
Elbphilharmonie: 11.9., 20 Uhr, 57-72 Euro


































