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„Das hat so eine Sixties-Sexiness“: Emiliana Torrini kommt mit ganz besonderen Songs in die Elbphilharmonie

Sie steht draußen, es ist Abendstimmung, im Hintergrund Wasser
Emiliana Torrini kommt mit den Songs von „Miss Flower“ in die Elbphilharmonie.
Foto: Dean Rogers

Eine Kiste von alten Liebesbriefen gab den Anlass für neue Songs der isländischen Sängerin und Songwriterin Emiliana Torrini. Entstanden ist ein wunderbar sommerliches Album – und das Beste: Sie präsentiert die Songs im Oktober live in Hamburg!

Mit ihrem quirligen Ohrwurm „Jungle Drum“ und dem lautmalenden „Rro-ka-doong-ka-doong-ka ro-ka-roo-ka-doong-doong“ gelang Emiliana Torrini vor 15 Jahren ein internationaler Erfolg. Fans der Filmtrilogie „Der Herr der Ringe“ schätzen die Isländerin mit italienischen Wurzeln schon länger. 2002 sang sie für „Die zwei Türme“, den zweiten Teil der Fantasy-Reihe, „Gollum’s Song“. Im Sommer gab es dann auch endlich wieder ein neues Album – nach zehn Jahren Platten-Pause.

Auf dem Album „Miss Flower“ vertont sie alte Liebesbriefe

„Miss Flower“ heißt das Album, das auf einer Kiste von Liebesbriefen basiert, die eine enge Freundin nach dem Tod ihrer Mutter geerbt hatte. Die Adressatin der Briefe war Geraldine Flower, die Torrini selbst gut kannte, und hatte angeblich ein sehr bewegtes Liebesleben. „Sie hatte neun Heiratsanträge bekommen, aber nie geheiratet“, sagt sie, „wir haben angefangen, einige dieser Briefe, meist, aber nicht nur, von Männern zu lesen. Sie waren ziemlich besessen von ihr, total verknallt.“

Die Erzählungen in den Briefen aus alten Zeiten seien so verrückt gewesen, dass Torrini sich inspiriert fühlte. „Das hatte so eine Sixties-Sexiness“, sagt Torrini und lacht, „da habe ich meine Freundin gefragt, ob ich darüber einen Song machen darf.“ Aus einem wurden über einen Zeitraum von zwei Jahren immer mehr, bis Torrini schließlich Material für eine ganze LP zusammen hatte.

Emiliana Torrini tritt im Oktober in der Hamburger Elbphilharmonie auf

Torrini, die seit vielen Jahren in Großbritannien lebt, schafft auf ihrem achten Studioalbum faszinierende Klangwelten, denen man gerne lauscht. Die von den Briefen inspirierten Lieder handeln von großen Gefühlen („The Golden Thread“), Verlangen („Miss Flower“) und Selbstbestimmung und einer nicht näher geklärten Verbindung von Geraldine Flower zu einem CIA-Mitarbeiter („Black Water“).

Das verträumte „Dreamers“ erinnert ein wenig an den Sound von Goldfrapp. Der wie ein Brief gelesene Titelsong „Miss Flower“ klingt wie eine sexuell aufgeladene Liebeserklärung. Wunderbar ist auch das sanfte, tanzbare „Black Lion Lane“. Die originelle, vielseitige Songmischung ist angenehm entspannt – der passende Soundtrack für verregnete Herbstabende. Erst recht, wenn sie live präsentiert werden … Was für ein Glück, dass Emiliana Torrini am 8. Oktober in der Elbphilharmonie zu Gast ist! (PDE)

Album: „Miss Flower“ ist bereits erschienen (Grönland/Rough Trade)
Konzert: 8.10., 21 Uhr, Elbphilahrmonie/Großer Saal, 46-75 Euro

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