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Damon Albarn: Vulkanausbruch mitten in der Elphi

Damon Albarn: Vulkanausbruch mitten in der Elphi

09.03.2022
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Mit Mütze undguter Laune: Damon Albarn im Großen Saal der Elbphilharmonie. Foto: Sebastian Madej

Intensiv: Das Britpop-Genie huldigt der Natur Islands

Es ist ein klangliches Biotop, was Damon Albarn (53) am Montag im großen Saal der Elbphilharmonie auf die Bühne bringt. Es brummt, blubbert und rumpelt wie kurz vorm Vulkanausbruch – manchmal rauscht auch das Meer und zwitschern die Vögel zwischen den Songs.

Der umtriebige Brite – an diesem Abend mit Mütze, schwarzer Hornbrille und Dreitagebart – widmet sich auf seinem neuen Solo-Album „The Nearer The Fountain, More Pure The Stream Flows“ der Natur in Island, wo er seit über 20 Jahren einen Zweitwohnsitz hat. Live begleitet wird er von dem britischen Frauen-Streicher-Quartett Demon Strings sowie einer klassisch besetzten Band, zu der auch seine langjährigen Wegbegleiter Seye Adelekan (Live-Bassist der Gorillaz) und Simon Tong (The Verve, zeitweiliger Gitarrist von Blur, Gorillaz und The Good, The Bad & The Queen) gehören.

Albarn selbst verbringt das komplette Konzert hinter seinem Klavier – das ist ungewöhnlich für ihn. In manchen Momenten geniest er beseelt lächelnd mit geschlossenen Augen die tief frequentierten Töne der Kollegen. Oftmals ist ihm sein Bewegungsdrang aber auch anzumerken; dann zappelt er hibbelig auf der Bank wie ein Sechsjähriger.

Die neuen Songs bietet er in der Reihenfolge des Albums dar. Das Spektrum reicht von melancholisch-dunklen Melodien, darunter das wunderschöne „Darkness To Light“ und die Single „Royal Morning Blue“, bis hin zu treibenden Beats, zu denen Albarn mit den Füßen stampft bzw. tanzt. Einmal springt er dann doch auf, schnappt sich ein Langhorn, das seinen Namen völlig zu Recht trägt, und bläst damit in die Höhen des Saals. Das ist (Inter-)Aktion genug an diesem Abend.

Damon Albarn: Blur-Song als Rausschmeißer

„There’s Strange News From Another Star“, ein 25 Jahre alter Albumtrack von Blur, gibt es als Rausschmeißer in der Zugabe nach kurzen 75 Minuten. „Bis später, tschüs“, ruft Damon. Keine Party, dafür ein Konzert, das wie Balsam auf die vom Weltgeschehen geschundenen Seelen wirkt.

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